Apple veröffentlicht Infos über «WebKit2»

Das WebKit-Team bei Apple hat ein neues API Layer für die Browser-Rendering-Engine angekündigt. In der WebKit-Mailinglist wurde gestern erstmals auf «WebKit2» hingewiesen. Eines der Hauptziele dieses «WebKit2» genannten API Layers sei es, ein sogenanntes «Split Process Model» einzuführen. Vergleichbar mit der Technologie in Googles Chrome (baut ebenfalls auf Apples WebKit auf), erlaubt dieses Modell die Aufteilung einzelner Tabs oder gar Code-Arten als einzelne Prozesse. In Chrome funktioniert das Ganze so, dass wenn der Code einer Webseite in einem Tab ein Absturz verursacht, sind alle anderen Fenster und Tabs des Chrome-Browsers davon nicht betroffen. Der Benutzer kann das betroffene Fenster oder den betroffenen Tab einfach schliessen - alles andere ist davon nicht betroffen. Einen ähnlichen Pfad hat Apple bereits mit Safari 4 unter Mac OS X 10.6 Snow Leopard eingeschlagen. Bei Safari 4 unter Snow Leopard sind alle Plug-Ins — wie zum Beispiel der Flash-Player — einzelne Prozesse. Stürzt ein solches Plug-In ab (laut Apple ist der Flash-Player mit Abstand der häufigste Grund warum Browser abstürzen — was wir so bestätigen können), ist die Webseite und das Browser-Fenster oder der Browser-Tab davon nicht betroffen und laufen normal weiter, nur das Plug-In bzw. dessen Prozess ist abgestürzt. Mit WebKit2 soll dieser mit Safari 4 unter Snow Leopard eingeschlagene Pfad weiter verfolgt werden und eben ähnlich wie bei Chrome auch auf einzelne Webseiten-Komponenten ausgeweitet werden. Das «Split Process Model» erlaubt es, dass dieses Konzept in der Rendering-Engine selbst eingebaut ist und die Prozesse bis auf einzelne HTML-Codes, JavaScripts und weitere Komponenten aufteilt. Da dieses Modell direkt in die Rendering-Engine platziert wurde, können alle Applikationen die auf WebKit2 setzen von diesem Modell profitieren. Auch der InternetExplorer 8 verfügt über eine entfernt-ähnliche Technologie und auch Mozilla testet seit geraumer Zeit an einem ähnlichen System für dessen Browser Firefox.
Die andere grosse Neuerung durch «WebKit2» sind «non-blocking APIs». Diese C-basierenden Schnittstellen sollen neu gleichzeitig von mehreren Threads angesprochen werden können. Damit soll der Browser insgesamt schneller und vor allem noch stabiler werden. Mehr Details zu diesem ziemlich tiefgründig-technischen Aspekt von WebKit2 sind auf der «WebKit2 - High Level Document»-Seite des WebKit-Projektes einsehbar.

Wann «WebKit2» auch für WebKit in Mac OS X und damit auch für Safari bereit steht und implementiert wird, ist bisher nicht bekannt. Das API-Layer «WebKit2» gilt beim WebKit-Team aktuell noch als «early technology demo» (frühe/junge Technologie-Demo) und ist noch nicht für den produktiven Einsatz gedacht.

(via electronista.com & arstechnica.com)

Von Stefan Rechsteiner
Veröffentlicht am

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