Ideenklau: Deutsche Stocard beschwert sich über Apples Passbook
Eine der grossen Neuerungen für iOS, welche an der WWDC letzte Woche präsentiert wurden, war die App «Passbook». Mit diesem Programm soll es in Zukunft möglich sein, Flugtickets, Gutscheine, Kundenkarten und andere Daten auf dem iOS-Gerät zu verwalten. Damit entfällt das Handling mit unterschiedlichen Tickets und Karten, womit man mehr Platz im Portemonnaie hat. Auf der anderen Seite kann Passbook jemanden auch daran erinnern, dass man noch einen Gutschein von einem Geschäft hat und diesen nicht ungenutzt verfallen lässt.
Das deutsche Startup «Stocard» beschwerte sich nun öffentlich, dass Apple die Idee bei ihnen geklaut habe. Mit dieser App, welche vor allem im deutschen Raum verbreitet ist und gemäss eigenen Angaben bislang 160’000 Nutzer hat, kann man seine Kundenkarten (wie «Migros Cumulus» oder die «Coop Supercard») zentral auf dem Mobiltelefon verwalten. Die Benützung der App ist gratis, wobei sich die Firma durch Einnahmen von Kartenfirmen finanziert.
Apple zeichnete «Stocard» im Zuge der «Apple Design Awards 2011» vor einem Jahr als eine der besten Apps von 2011 aus.
Inwiefern sich das deutsche Startup in Zukunft von Passbook abheben wird, weiss man auch bei der Firma noch nicht. Man hofft nun darauf, dass der Zeitvorsprung ausreichend ist, um sich im Markt zu etablieren. Es dürfte jedoch schwierig werden, sich gegen die bereits implementierte Lösung von Apple durchzusetzen. Mit dieser Marktmacht ist es Apple auch möglich, weitere grosse Konzerne mit ins Boot zu holen und globale Angebote zu lancieren. Auf der anderen Seite kann ein lokales Unternehmen besser auf die Gegebenheiten vor Ort reagieren und zum anderen ist «Stocard» auch für Android verfügbar, was die Reichweite deutlich erhöht. Zusätzlich ist eine Lösung für Windows Phone in Vorbereitung.
«Stocard» ist nicht das erste Mal, dass sich Apple bei einer Idee eines App-Entwicklers bedient und eine eigene Lösung in das OS implementiert, entsprechend dürfte Stocards öffentliche Reaktion auch etwas als PR-Aktion zu verstehen sein. Alleine für das kommende iOS 6 nennt Cult of Mac deren sieben Apps, welche Apple durch die Neuerungen in iOS 6 obsolet mache.
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