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Apple gibt Schweizer Behörden nur zurückhaltend Nutzerinformationen

Veröffentlicht am Mittwoch, 06. November 2013, um 10:12 Uhr von Patrick Bieri

Apple hat am Dienstag einen Bericht veröffentlicht (PDF), in welchem das Unternehmen mehr oder weniger detailliert zu den Auskunftsbegehren der verschiedenen Regierungen Stellung bezieht.

Gemäss den von Apple veröffentlichten Zahlen haben Schweizer Behörden im ersten Halbjahr 2013 sechs Anfragen an das Unternehmen gestellt, um spezifische Nutzerdaten zu erhalten. Betroffen von den Anfragen waren insgesamt sechs Benutzerkonten. Von diesen sechs Anfragen wurde lediglich in einem Fall die persönlichen Daten des Nutzers offengelegt. Dazu zählen unter anderem Mails, Kreditkarten-Nummern, Telefonnummern, Adressen und andere persönliche Informationen.
In einem weiteren Fall hat Apple vollständig auf den Austausch der Daten verzichtet. In vier Fällen hat Apple gegen das Auskunftsbegehren der Behörden protestiert. Im generellen bringt Apple dabei Argumente wie die unsaubere Prozessführung oder mangelhafte Eingaben vor. In vier Fällen hat Apple schlussendlich lediglich Abonnements- und Transaktionsdaten ausgetauscht.

Schweizer Behörden stellten zudem 107 Anfragen in Bezug auf 139 Apple-Geräte. 91 der 107 Anfragen hat Apple zumindest zum Teil entsprochen und Daten ausgetauscht.

Deutschland hat im gleichen Zeitraum 93 Anfragen gestellt, bei welchen Apple in lediglich fünf Fällen die gewünschten Daten offengelegt hat. In sechs Fällen wurden keine Informationen ausgetauscht, während in 87 Fällen keine persönlichen Daten zur Verfügung gestellt wurden. Deutsche Behörden stellten zudem 2’156 Anfragen im Bezug auf 4928 spezifische Geräte. Von diesen 2156 Anfragen wurden in 1856 Fällen Informationen weitergegeben.

In Österreich stellten die Behörden lediglich zwei Anfragen in Bezug auf ein spezifisches Nutzerkonto. Einer Anfrage wurde vollständig entsprochen, während bei der zweiten Anfrage keine Daten geflossen sind. Österreichische Behörden stellten zudem 49 Anfragen in Bezug auf 104 Apple-Geräte. 39 der 49 Anfragen hat Apple zumindest zum Teil entsprochen und Daten ausgetauscht.

Im Gegensatz zur Schweiz und anderen Ländern ist es Apple nicht erlaubt, die genaue Anzahl der US-Anfragen zu publizieren. Gemäss eigenen Angaben kämpft Apple gegen diese Restriktionen und hat dazu bereits im Weissen Haus, beim US-Generalstaatsanwalt, bei hochrangigen Kongress-Abgeordneten sowie bei Gerichten protestiert.

Aktuell muss man sich mit ungefähren Angaben über die Anzahl der Anfragen begnügen. So wurden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres zwischen 1000 und 2000 Anfragen von US-Behörden gestellt, die zwischen 2000 und 3000 Benutzerkonten betrafen. Zwischen 0 und 1000 dieser Anfragen wurden von Apple abgelehnt, während die Zusammenarbeit in der gleichen Grössenordnung bejaht worden ist.
US-Behörden stellten zudem 3542 Anfragen in Bezug auf 8605 Apple-Geräte. 3110 der 3542 Anfragen hat Apple zumindest zum Teil entsprochen und Daten ausgetauscht.

Apple nutzt den Bericht auch, um sich generell zum Datenschutz zu äussern. Das Unternehmen nutzt die persönlichen Daten der Nutzer nicht als Basis des eigenen Geschäftsmodells, wie es Apple mit Blick auf die Konkurrenten Google und Facebook ausdrückt. Auch wenn die Sicherheits-Technik von iMessage potentielle Lücken aufweist, bemüht sich Apple spürbar, die Sicherheit auf einem hohen Niveau zu halten.
Apple hat mit der Touch ID im iPhone 5s und der Funktion «Activation Lock» in iOS 7 weitere Funktionen implementiert, die die Sicherheit der Produkte erweitern oder spürbar erhöhen.

Kategorie: Apple
Tags: Österreich, Apple, Datenschutz, Deutschland, Facebook, Gericht, Google, iPhone, iPhone 5, iPhone 5s, Privatsphäre, Privatsphäre Internet, Schweiz, Sicherheit, USA

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