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Google stellt «Moto X» vor

8 Kommentare — Veröffentlicht am Freitag, 02. August 2013, um 14:12 Uhr von Patrick Bieri

Google hat gestern das langerwartete Smartphone «Moto X» vorgestellt. Das «Moto X» ist das erste Smartphone von Motorola, bei dessen Entwicklung Google, welches das Unternehmen vor über einem Jahr übernommen hat, aktiv Einfluss genommen hat.

Eine der bemerkenswertesten Neuerungen, welche mit dem «Moto X» eingeführt wird, ist die aktive Sprachsteuerung. Mit dem Befehl «Okay, Google. Now.» wird, auch wenn sich das Smartphone im Ruhezustand befindet, die Sprachsteuerung aktiviert. Dabei soll das Smartphone nur auf die Stimme reagieren, auf welche sie zuvor eingerichtet worden ist. Dadurch entfällt das Klicken auf den Home-Button, wie es zum Beispiel beim iPhone zur Aktivierung von Siri notwendig ist. Besonders angenehm dürfte diese Funktion beim Fahren von Autos sein, weil kein kostspieliges Zubehör installiert werden muss, um das Smartphone gefahrloser nutzen zu können.

Die verbaute Kamera verfügt mit einer Auflösung von 10.5 Millionen Pixeln eine Auflösung auf aktuellem Stand. Mit der Technik «Clear Pixel» soll die Lichtaufnahme der Kamera verbessert worden sein, womit insbesondere Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen besser werden könnten. Durch das Schütteln des «Moto X» lässt sich die Kamera aktivieren. Für die Betätigung des Auslösers dient der gesamte Bildschirm.

Motorola rüstet das «Moto X» mit einem 1.7 GHz Dualcore-Prozessor aus, welcher mit einem Quadcore-Grafikchip und 2 GB Arbeitsspeicher das technische Herzstück des Smartphones bildet. Daneben verbaut Motorola weitere spezielle Chips, welche beispielsweise die ständige Verfügbarkeit der Spracheingabe sicherstellen. Die Komponenten sind nicht auf Höchstleistung getrimmt, sondern für diejenigen Aufgaben optimiert, für welche das Smartphone gebaut wurde.
Bei der Auflösung des Bildschirms hat sich Motorola bewusst gegen einen Bildschirm mit einer Auflösung von 1080p entschieden und verbaut stattdessen ein Bildschirm mit einer Auflösung von 720p. Gemäss Jim Wicks von Google sorgt der Einbau eines höher auflösenden Displays für einen deutlich höheren Stromverbrauch, ohne dem Nutzer einen grossartigen Zusatznutzen bieten zu können. Damit verabschiedet sich Google vom Trend, immer höher auflösende Displays in den Geräte zu verbauen. Allerdings wird gerade das neu vorgestellte Google Tablet «Nexus 7» mit dem besonders hochauflösenden Display beworben.
Dank der Verwendung der AMOLED-Technologie ist es den Ingenieuren möglich, jeden einzelnen Pixel individuell anzusteuern. Damit ist es möglich, dass nach einem verpassten Anruf oder einer Nachricht nicht der ganze Bildschirm aktiviert werden muss, um die Neuigkeit darzustellen. Stattdessen wird nach dem Klick auf den Bildschirm lediglich ein Ausschnitt aktiviert. Mit dieser Funktion ist Motorola beim Moto X in der Lage, in grossem Umfang Strom zu sparen und so die Batterie zu schonen. Das «Moto X» ist gemäss Google in der Lage, mit einer Akkuladung 24 Stunden lang genutzt werden zu können.

Motorola will sich mit der Möglichkeit, das «Moto X» individualisieren zu können, von der Konkurrenz abheben. Das Unternehmen rechnet vor, dass es insgesamt über 2’000 Versionsmöglichkeiten gibt. Der Kunde kann aus 18 verschiedenen Gehäuse-Rückseiten sowie zwei unterschiedlichen Front-Partien wählen. Daneben kann man zwischen 7 Farben auswählen, welche die Kamera auf der Rückseite umrahmen. Ebenso kann der Kunde zwischen 16 oder 32 GB Speicher wählen und dem Smartphone auf der Rückseite eine Gravur anbringen lassen.
Trotz der Indivdualisierungsmöglichkeit soll das «Moto X» innerhalb von vier Tagen bei den US-Kunden sein. Dafür hat Motorola eine ehemalige Nokia-Fabrik in Texas mit rund 2’000 Angestellten übernommen. Motorola spricht damit auch die patriotischen Gefühle der Amerikaner an, welchen ein echtes «US-Smartphone» angeboten werden kann. Dabei darf man allerdings nicht vergessen, dass die Komponenten aus 16 verschiedenen Staaten angeliefert werden. Einen ähnlichen Weg beschreitet Apple mit der Entscheidung, künftig den Mac Pro in den USA zu bauen.

Das neue «Moto X» wird in den USA zu einem Preis von 199 US-Dollar, mit Mobilfunk-Vertrag, angeboten. Mit diesem Preis setzt man im Gegensatz zum Tablet «Nexus 7» nicht auf eine Tiefpreisstrategie, sondern bettet das Moto X preislich im Bereich anderer Spitzen-Smartphones ein. Für denselben Preis erhält man in den USA das HTC One, das Samsung Galaxy S4 oder das iPhone 5 von Apple.

Es wird sich zeigen, ob sich Googles Kauf von Motorola wenigstens bei den Smartphones zu einer Erfolgsgeschichte entwickeln wird oder ob die milliardenteure Akquisition ein totaler Fehlschlag war. Bereits bei der Verwertung der Patente war Google deutlich weniger erfolgreich, als man es sich beim Kauf von Motorola erhofft hatte.

Googles Entscheidung, ein Smartphone zu bauen, welches keine Hochleistungskomponenten enthält, dafür aber auf die vorgesehene Nutzung hin optimiert wurde, könnte das Smartphone zum Erfolg führen. Google verfolgt damit einen ähnlichen Ansatz wie Apple mit dem iPhone.
Durchdachte Funktionen wie die aktive Sprachsteuerung, das ansehnliche Design und die Individualisierbarkeit könnten für viele Nutzer ein Kaufargument für das «Moto X» darstellen.

Rückseite des neuen «Moto X» Quelle: TheVerge

Kategorie: Technik
Tags: Apple, Entwicklung, Google, iPhone, iPhone 5, Motorola, Motorola Mobility, Motorola Moto X, Samsung, USA

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8 Kommentare

Kommentar von schn0rkel (#26980)

@nightrider: da es Motorola in der Schweiz seit ca. 5 Jahren offiziell überhaupt nicht mehr gibt, wird man sich wohl auf Grauimporte verlassen müssen. Allerdings sehe ich für mich persönlich keinen Grund, das Teil zu kaufen. Noch mehr NSA-Bespitzelung (das Handy “hört” permanent aktiv mit, ähnlich wie die Xbox One), wenige Features, die mich wirklich interessieren.

Kommentar von anonymous9640 (#26982)

also ehrlich schn0rkel, so ein Schwachsinn hätte ich jetzt von dir nicht erwartet, ja das Handy hört permanent mit WENN diese Funktion aktiviert wird, aber es wird ganz sicher nicht permanent das Gesprochene an die Server übermitteln, das wird auf dem Handy analysiert und gegebenenfalls die Spracheingabe aktiviert welche dann natürlich über den Server kommuniziert. Würdest du kein iPhone mehr kaufen wenn Siri so eine Funktion bekommen würde?

Kommentar von schn0rkel (#26985)

@nightrider - schon möglich. Bei Android kann “man” gar nichts überprüfen. Kaum ein Mensch ist in der Lage, einen kompletten Code-Review durchzuführen.  Zudem muss auch gar keine Hintertür vorhanden sein - es werden ganz einfach Schwachstellen ausgenutzt.

Gerade bei Android wird das Mikrofon wird jetzt schon zum Abhören verwendet:

http://news.yahoo.com/wsj-fbi-remotely-flip-android-phone-mics-record-144549719.html

Heute in den Nachrichten. Die neue Mitschnitttechnik des Moto X macht es nur noch einfacher.

Kommentar von anonymous9640 (#26986)

aha jetzt hat also irgend einer anonym etwas gesagt/behauptet und alle glauben ihm natürlich sofort… hat er denn auch irgendwelche Beweise oder wollte er einfach 5 Minuten Ruhm? Solche Meldungen würde ich etwas differenzierter betrachten. Snowden lieferte wenigsten Beweise und steht mit seiner Identität dahinter…

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