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Schweizer Firma SmartData klagt in den USA gegen Apple

4 Kommentare — Veröffentlicht am Donnerstag, 09. Februar 2012, um 19:11 Uhr von Stefan Rechsteiner

Die in Martigny ansässige Firma SmartData hat diese Woche beim Gericht in San Jose Klage gegen Apple eingereicht. In der Klageschrift wirft SmartData Apple vor, mit dem Apple TV, dem iPhone und der Remote-App für iOS gegen ihr Patent «modular computer» zu verstossen. Demnach kopiere Apple die von SmartData patentierte Technologie, indem man über das iPhone und die Remote-App den Apple TV steuern könne. Die Firma aus Martigny hat vor dem einreichen der rechtlichen Schritte angeblich ausführlich mit Apple verhandelt: Seit 2004 sollen die beiden Firmen miteinander gesprochen haben — die Gespräche haben also begonnen, als das iPhone noch ein streng gehütetes Geheimnis von Apple war. Die Gespräche zwischen den beiden Firmen sollen bis im Juni 2006 angehalten haben, damals soll Apple an SmartData noch eine Nachricht geschickt haben und sie zu einem konstruktiven Dialog eingeladen haben — danach sei die Diskussion seitens Apple aber abrupt abgebrochen worden.

SmartDatas Patent beschreibt das Konzept eines Mobiltelefons, welches als Quelle für Internet-Inhalte dient — nicht jedoch als Hub zwischen den Geräten. Von diesem Standpunkt her wäre SmartDatas Patent eher an Apples AirPlay gerichtet, welches jedoch in der Klageschrift nicht erwähnt wird. Die Walliser Firma fordert nun ein Verkaufsverbot für die Apple-Geräte, welche gegen ihr Patent verstossen.

Laut dem Handelsregister ist SmartData in der Entwicklung, der Produktion, dem Verkauf und dem Vertrieb von Soft- und Hardware tätig. Die Firma wurde 1999 gegründet und ist als Aktiengesellschaft eingetragen (2004 wurde das Kapital von 4.1 Millionen auf 460’000 Schweizer Franken heruntergesetzt).

Kategorie: Apple
Tags: AirPlay, Entwicklung, Gericht, Hardware, Internet, iOS, iPhone, Klage, Patent, Patentverletzungen, Remote, San Jose, Schweiz, SmartData

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4 Kommentare

Kommentar von mgm300 (#24891)

Das ist nun bitter für die kleine innovative Schweizer Firma SmartData. Die sympatischen Inhaber haben ihr Bestes gegeben und bewiesen, dass sie mit guten Ideen interessante Produkte entwickeln können. Nun hat aber Apple dazwischengefunkt.
Apple beweist einmal mehr, dass sie sich nicht um Patente anderer Firmen kümmert. Das ist in hohem Masse unsympathisch.

Kommentar von bst (#24892)

Unsympathisch finde ich vor allem all diese Winzigfirmen, welche Patente geltend machen, ohne auch nur ein einziges eigenes Produkt am Markt zu haben.

SmartDatas Fernbedienungslösung sieht auf deren Webseite aus, als wäre es eine blosse Ideenskizze.

Und dann erst der Zeitpunkt: ganze 5 Jahre einfach mal abwarten, bis eine Klage eingereicht wird. Motiviert wohl vom allgemeinen Juristenkrieg in der Elektronikbranche.

Lächerlich.

Kommentar von mgm300 (#24893)

@bst. Deine Argumentation finde ich sehr merkwürdig. Ich glaube dir ist nicht bewusst, was ein Patent ist und wofür es gut ist.

Wenn jemand ein Patent zugesprochen bekommt (was nicht einfach ist), kann er damit machen was er will. Er kann alleine entscheiden, ob er mit seinem Patent ein Produkt entwickeln will oder nicht. Auch mit wem. Es besteht also überhaupt keine Verpflichtung für einen Patentinhaber irgend ein Produkt zu entwickeln!

Was einfach nicht geht ist, dass ein anderer das Patent verwendet, um damit selbst ein Produkt zu produzieren. Das ist schlicht und einfach widerrechtlich.

Genau macht Apple vermutlich (und macht es nicht nur in diesem Fall). Apple nutzt oftmals die Macht aus, die sie aufgrund der Grösse haben. Dabei wird vergessen, dass Apple selbst mal klein war. Apple hat leider nichts gelernt.

Kommentar von MobileHexl (#24902)

Komisch, wieso verklagt diese Firma denn nicht Swisscom TV. Die benutzen die gleiche Technology, welche diese Firma scheinbar eintragen lassen hat. Swisscom TV SetupBox und die App “TV Guide” dazu. Mit dieser App lässt die sich Swisscom TV SetupBox steuern; genau gleich wie Apple TV.
Falls Swisscom TV Lizenzen für diese Erfindung zahlen würde, ginge es der Firma nicht so schlecht.
Da ist man scheinbar nach 12 Jahren Erfolglosigkeit auf das schnelle Geld aus.

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