Intro John Sculley
John Sculley. Diesen Namen werden Apple-Fans nie vergessen. Zehn Jahre lang regierte er Apple, in seiner Herrschaftszeit wurde Apple zu einem Milliarden-Dollar-Unternehmen. Lesen Sie, wie Sculley zu Apple stösst, wie er grossartige Triumphe feiert und umstrittene Entscheidungen fällt, ein Balanceakt zwischen Verrat und Leidenschaft, immer mit dem Ziel vor Augen, dem Macintosh zum Sieg zu verhelfen und durch Apple die Welt zu verändern.
Letztes Update am Samstag, 24. März 2007 | Permalink | Social Bookmarking:
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Socializer
John Sculley
«Willst Du Dein ganzes Leben damit verbringen, Zuckerwasser zu verkaufen, anstatt die Chance zu ergreifen, die Welt zu verändern?»
Diese provokative, beinahe schon verzweifelte Frage läutete ein neues Zeitalter in der Geschichte Apples ein: Die Herrschaft des John Sculley.
Kindheit und Familie
John Sculley kam im Jahr 1939 zur Welt. Schon im zartesten Kindesalter entdeckte er seine Liebe zur Elektronik, mit seinen Freunden zerlegte er Kofferradios und studierte deren Funktionsweise. Als 14-Jähriger konstruierte er eine Bildröhre für den Einsatz in einem Farbfernseher. Dazu verwendete Sculley ein von ihm entwickeltes Bauprinzip, das mit einer einzigen Elektrode auskam. Er meldete seine Erfindung zum Patent an, doch der Antrag wurde abgelehnt, da ihm ein anderer Wissenschaftler um zwei Wochen zuvorkam. Obwohl unterdessen mehr als 50 Jahre seit Sculleys Erfindung vergangen sind, findet seine Konstruktion noch immer Verwendung in den Trinitron-Bildröhren der Sony-Fernseher.
In den Jahren darauf widmete sich John Sculley seiner Berufsausbildung. Er erreichte nicht nur einen Abschluss in Architektur, sondern auch einen MBA-Titel (Master of Business Administration). Während Sculley bemüht war, Karriere zu machen, fand er kaum mehr Zeit um sich seiner einstigen Passion, der Elektronik, zu widmen. Als John Sculley 28 Jahre alt war, bot ihm sein Schwiegervater, Donald M. Kendall, der Präsident von Pepsi-Cola, eine Arbeit beim amerikanischen Getränkehersteller an.
Die Jahre bei Pepsi
In der Überzeugung, die Chance seines Lebens erhalten zu haben, brauchte Sculley keine Bedenkzeit und folgte der Bitte seines Schwiegervaters auf der Stelle. Sculley erklomm Sprosse um Sprosse der Karriereleiter bei PepsiCo, bis er schlussendlich den sonnigen Platz auf dem Präsidentensessel von Pepsi-Cola USA einnahm.
Als John Sculley 43 Jahre alt war, konnte er auf eine Bilderbuchkarriere zurückblicken. Seine beiden Marketingkampagnen «Pepsi-Challenge» und «The choice of a new generation» verschafften ihm Anerkennung und Bewunderung, er bekam den Ruf eines Marketinggenies und galt als feinspüriger Geschäftemacher. Unter seiner Führung schaffte es Pepsi, den Erzrivalen Coca-Cola auf Platz zwei zu verdrängen. Doch dann, im November 1982, erhielt Sculley einen Telefonanruf, der sein Leben auf den Kopf stellen sollte.
Am Scheideweg
Der Headhunter Gerry Roche erkundigte sich bei seinem Freund John Sculley, ob er Interesse an der Leitung eines aufstrebenden Computerherstellers aus dem Silicon Valley hätte. Sculley verneinte. Er wollte es sich mit seinem Schwiegervater nicht verscherzen, ausserdem lag das Silicon Valley in Kalifornien, mehrere tausend Kilometer entfernt von Sculleys Wohnsitz an der Ostküste. Dennoch ging ihm das Angebot von Roche nicht mehr aus dem Kopf. Er begann über die Perspektiven seines Lebens nachzudenken.
Zu dieser Zeit waren die hohen Tiere bei Apple auf der Suche nach einem geeigneten CEO für ihr Unternehmen. Mike Markkula, der vorübergehend die Leitung Apples ausübte, suchte einen erfahrenen Manager. Um gegen IBM bestehen zu können, musste Apple sein jugendliches Image abstreifen. Spätestens mit dem Flop des Apple III hatte Apple schmerzlich erfahren müssen, dass der junge, verletzliche und eigensinnige Jobs als Manager nicht taugte. Apple brauchte einen Erwachsenen, einen erfahrenen Geschäftsmann, welcher dem Unternehmen einen professionellen Anstrich verlieh und der gegenüber den Kunden vertrauenserweckend und seriös wirkte. Einen Mann wie John Sculley.
Zu diesem Schluss war auch Steven Jobs gekommen. Er war es, der Gerry Roche beauftragt hatte, sich mit Sculley in Verbindung zu setzen. Und er war es auch, der es schaffte, Sculley zu einem Besuch ins Silicon Valley zu überreden. Apple hinterliess bei Sculley tiefen Eindruck. Als Jobs ihm in den geheimen Labors von Apple die Prototypen des LISA und des Macintoshs vorstellte, fühlte sich Sculley an seine Kindheit erinnert. Die Faszination der Elektronik umhüllte ihn wieder, sein längst vergessenes Hobby flammte in ihm neu auf. Eines Tages stellte Jobs ihm die alles entscheidende Frage: «Willst Du Dein ganzes Leben damit verbringen, Zuckerwasser zu verkaufen, anstatt die Chance zu ergreifen, die Welt zu verändern?» Sculley stand am Scheideweg seines Lebens. Sein Gefühl, seine Leidenschaft sowie die entstandene Freundschaft mit Steven Jobs zogen ihn nach Cupertino, um mit Apple die Welt zu verändern. Im April 1983, 18 Monate nach dem Telefongespräch mit Gerry Roche, siedelte der unterdessen 44-jährige John Sculley mit seiner Frau in den Westen über.
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