Apple, Amazon, Google und andere gründen Arbeitsgruppe für offenen Smart-Home-Standard

«Connected Home over IP» soll als neues, einheitliches Verbindungsprotokoll mehr Kompatibilität in den heute sehr zersplitterten Markt um Smart-Home-Geräte bringen. Der neue Standard wird von einer Arbeitsgruppe entwickelt, welche vergangenen Monat von Apple, Amazon, Google und der «Zigbee Alliance» gegründet wurde.

Neben den genannten grossen Firmen gehören mit der Zigbee-Allianz noch weitere bekannte ICT-Grössen zur neuen Arbeitsgruppe – darunter IKEA, NXP Semiconductors oder Samsung. Nicht mit von der Partie ist jedoch Microsoft.

Der neue Standard soll dereinst Herstellern von Smart-Home-Geräten lizenzfrei zur Verfügung gestellt werden. Er soll auch die Entwicklung neuer Hardware vereinfachen. Dem Nutzer gibt das neue Protokoll die Sicherheit, dass ein Produkt mit dem von ihm bevorzugten System funktioniert – also mit Siri, Alexa, Google Assistant und Co. Derweil sei es kein Ziel der Arbeitsgruppe, die unterschiedlichen Bedienoberflächen der Smart-Home-Systeme mit dem Standard zu vereinheitlichen.

Damit der neue Standard zügig entwickelt werden kann, möchte die Vereinigung sich auf die Technologien der Teilnehmer fokussieren – dazu gehört entsprechend auch Apples HomeKit. Das aus dem Standard resultierende neue Protokoll werde bestehende Techniken «ergänzen». Apple, Amazon, Google und Co. würden die bestehenden Systeme und Protokolle dabei unverändert weiter unterstützen, heisst es in einer gemeinsamen Mitteilung, die Apple veröffentlicht hat. Auch die Hersteller von Smart-Home-Geräte sollen der Arbeitsgruppe zufolge weiter mit den bestehenden Techniken arbeiten. Eine erste Umsetzung dieses Protokolls wird für Ende 2020 erwartet.

HomeKit-ADK neu Open-Source

Gleichzeitig mit der Gründung der neuen Arbeitsgruppe hat Apple das eigne «HomeKit Accessory Development Kit», kurz ADK, als Open Source veröffentlicht. Mit dem ADK können Prototypen von Smart-Home-Geräten entwickelt werden – diese, so Apple, sind jedoch nur für Tests gedacht. Für die HomeKit-Unterstützung von im Handel erhältlichen Geräten, muss das ADK weiterhin über das «Made for iPhone»-Lizenzprogramm bezogen werden.

Von Stefan Rechsteiner
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