Apple erwägt Einstellung des Mac Pro

Am 27. Juli letzten Jahres wurde der grösste aller Macs das letzte Mal aktualisiert: eine Aktualisierung des Mac Pro scheint überfällig. Die neuen Sandy-Bridge-Prozessoren könnten den Weg in den Tower-Mac finden, die neue Generation der Intel-Prozessoren dürfte Ende 2011 oder Anfang nächstes Jahr verfügbar sein. Wie nun aber AppleInsider berichtet scheint sich Apple nicht mehr so sicher zu sein, was den Mac Pro anbelangt: man wägt ab, ob es sich lohnt den grossen Mac weiterzuführen. Angeblich soll bei Apple intern bereits seit längerem eine neue Revision des Mac Pro entwickelt worden sein, aber das Management ist sich nicht sicher ob diese Produktlinie überhaupt weitergeführt werden soll, denn die Verkaufszahlen des High-End-Macs sind dermassen eingebrochen, dass der Mac Pro nicht mehr länger profitabel für Apple sein könnte. Durch immer schnellere Prozessoren und die neue ultraschnelle Schnittstelle Thunderbolt erlauben es zudem auch den ‘normalen’ Macs Arbeiten derart performant auszuführen, wozu bisher eine Power-Maschine wie der Mac Pro gebraucht wurde. Thunderbolt erlaubt es ausserdem, PCI-Express-Karten an jedem iMac, Mac mini oder Mac-Notebook zu verwenden — diese Karten waren bisher dem Mac Pro vorbehalten, da die anderen Geräte im All-in-One-Prinzip konstruiert wurden und über keine Erweiterungs-Slots verfügen.

74% der von Apple im letzten Quartal verkauften fast fünf Millionen Macs waren Notebooks. Zwar wurden damit auch eine Rekordmenge an Desktop-Computern verkauft, aber diese 26% seien hauptsächlich iMacs. Über die Verkaufszahlen des Mac Pro schweigt sich Apple seit längerem aus.

Zwar können auch die aktuellsten iMacs nicht mit den schnellsten Prozessoren und Grafikkarten des Mac Pros anhalten, aber Apple hat bereits vor einem Jahr eine Produktlinie aufgrund deren schlechten Verkäufe eingestampft: den Xserve. Apple nannte damals den Mac Pro als Ersatz — bietet sogar eine «Server-Konfiguration» des Boliden an. Eine Server-Konfiguration gibt es mittlerweile auch vom kleinen Kompakt-Mac «Mac mini».

Auch die aktuelle OS-X-Server-Version dürfte ein weiterer Hinweis dafür sein, dass sich Apple unter Umständen langsam aber sicher aus dem Enterprise-Markt verabschiedet und sich immer mehr in Richtung Consumer- und Massenmarkt orientiert: Mac OS X Lion Server kostet 50 Schweizer Franken, ist nur über den Mac App Store als Download erhältlich und wird für «Prosumer» für zuhause oder im Büro beworben. Das neue Server-OS lässt sich spielend-leicht konfigurieren und gegenüber früheren Versionen (Snow Leopard Server wird von Apple übrigens nach wie vor angeboten) fehlen einige Funktionen und Möglichkeiten.

Von Stefan Rechsteiner
Veröffentlicht am

7 Kommentare

Kommentar von schn0rkel

war ja klar - zuerst die XServes einstellen und den Firmen ans Herz legen, stattdessen Mac Pros zu kaufen. Und jetzt macht man die MPs auch platt. Damit fällt der gesamte Serverbereich weg - und gleichzeitig werden dann zwangsweise auch die letzten Macs in Firmenumgebungen eliminiert werden müssen. Macs von Windows- oder Linux-Servern aus zu bedienen ist ein Schmerz im Hintern.

@Jean-Claude Frick: klar, die Privatkunden machen den grössten Anteil der Mac-Käufer aus. Der Pro Sektor ist mit rund 30% aber immer noch ein wichtiges Standbein für Apple.

Anyway, Mac OS 10.8 wird sowieso klicki-bunti-iOS für den Desktop, spätestens dann nehmen die letzten Pros den Hut, so oder so.

@mcfly76: genau. Die Dinger waren sinnlos überteuert und selbst im Vergleich mit Consumer-Notebooks langsamer.

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