Apple übernimmt tschechische Materialforschungs-Firma «PlasmaSolve»
Aus der Meldeliste der EU-Kommission, in welcher «Gatekeeper» wie Apple ihre Übernahmen offenlegen müssen, geht eine weitere Firmen-Übernahme des Mac-Herstellers hervor: Demnach übernimmt Apple über eine Tochtergesellschaft das gesamte Aktienkapital des tschechischen Unternehmens «PlasmaSolve» und stellt bestimmte Mitarbeitende der Firma an. Anders als bei den jüngsten «Acqui-Hire (Talent-Übernahme)»-Deals erwirbt Apple hier also nicht bloss einzelne Vermögenswerte, sondern die gesamte Firma. Apple hatte die EU bereits früher im laufenden Jahr über den Deal informiert; publik wurde die Meldung erst gestern, wie MacRumors als erstes aufgefallen ist.
Das 2016 gegründete PlasmaSolve ist auf Materialwissenschaft spezialisiert und entwickelt Simulations-Software für plasmabasierte Fertigungsprozesse. Kernprodukt ist die 2023 vorgestellte Suite «MatSight», mit der sich «Vapor Deposition (Gasphasenabscheidung)»-Verfahren simulieren lassen – etwa, um ultradünne Beschichtungen gleichmässig auf gekrümmte Flächen, Tasten oder Kameramodule aufzutragen. Laut MacRumors soll Apple die Technologie bereits seit Jahren einsetzen, unter anderem bei diversen iPhone, um die Gehäuse mit einem widerstandsfähigen Schutzfilm gegen Kratzer zu versehen. Finanzielle Details oder ein Zeitplan zur Übernahme wurden nicht bekannt.
Was Apple mit PlasmaSolve künftig konkret vorhat, ist offen. Das Gerüchte-Portal 9to5Mac bringt die Übernahme mit der Design-Roadmap des Konzerns in Verbindung: Für die zahlreichen erwarteten Neu-Designs – vom faltbaren iPhone über ein runderneuertes Jubiläums-iPhone bis zu überarbeiteten Modellen von Apple Watch und des MacBook-Sortiments – dürften neue Materialien, Formen und Beschichtungen nötig werden, bei denen entsprechende Simulations-Werkzeuge helfen könnten.
Es ist eine weitere in einer Reihe von Apple-Übernahmen, die zuletzt über die EU-Meldeliste bekannt wurden – etwa jene des Observability-Start-ups «SigScalr» im Juli, «Play» resp. «Rabbit 3 Times» im Juni oder «invrs.io» im Februar.
Von Stefan Rechsteiner
Veröffentlicht am
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