Apple verklagt «Pegasus»-Entwicklerin NSO

Der Mac-Hersteller hat in Kalifornien Klage gegen die israelische Entwicklerfirma «NSO Group» und deren Muttergesellschaft «Q Cyber» eingereicht. Die Unternehmen stehen hinter der «staatlich geförderten» Überwachungssoftware «Pegasus», die Sicherheitslücken in iOS und Android ausnutzt und von autoritären Regimen aus aller Welt dazu verwendet wird, Journalisten und Dissidenten auszuspionieren. Die Spyware ist schon länger bekannt, in diesem Jahr geriet sie aber erneut in den Fokus der Öffentlichkeit.

Apple will mit der Klage NSO jegliche Nutzung seiner Geräte, Software und Dienste verbieten und fordert auch einen nicht näher bezifferten Schadensersatz für das Überwachen und Ausspionieren der Nutzer. Die geforderte «Wiedergutmachung» will Apple vollumfänglich Organisationen spenden, die «sich mit der Erforschung von und dem Schutz vor Cyberüberwachung beschäftigen» – dazu gehören Gruppen wie «Citizen Lab», eine Forschungsgruppe der Universität Toronto, und «Amnesty Tech», die den Missbrauch durch die Pegasus-Software aufgedeckt hatten.

Apples Klage nennt insbesondere den von Pegasus ausgenutzten Exploit «FORCEDENTRY», der auf einer inzwischen geschlossenen Sicherheitslücke beruht und von der Citizen Lab entdeckt wurde. Apple erwähnt explizit auch, dass nicht nur Apple-Geräte, sondern auch Android-Geräte betroffen sind, die NSO-Spyware entsprechend flächendeckend eingesetzt werden kann.

Von Stefan Rechsteiner
Veröffentlicht am

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