Aus für das iPhone via Swisscom? Swisscom lanciert «Napster mobile»

Mobiltelefone und digitale Music-Player rücken immer näher zusammen. Spätestens seit der iPhone-Vorstellung gibt es auch ein Gerät, welches die Musik-Funktionen bedienerfreundlich anbietet - zeigten sich hierbei doch bei den meisten bisherigen Mobiltelefonen grosse Schwächen. Musik für diese Mobiltelefone musste man sich bisher immer über die Schnittstelle Computer besorgen. Die Musik wurde entweder von CDs gerippt oder aus dem Internet geladen - legal, oder illegal. Das versucht die Swisscom nun zu ändern. Die Swisscom hat heute «Napster mobile» vorgestellt. Damit möchte die Swisscom den ersten mobil verfügbaren Music-Store der Schweiz anbieten.

Via Napster mobile ist es dem Kunden möglich, direkt vom Mobile her auf den Store zuzugreifen und Songs aus einem Katalog von über drei Millionen Musiktitel auszuwählen. Wie bei einem «normalen» Online-Musikladen können die Tracks Probegehört werden bevor sie gekauft und heruntergeladen werden. Sobald über Napster mobile via Mobiltelefon ein Song bezogen wird, sendet der Store dem Mobile-Besitzer ein Mail mit einem Link, über den der Track auch auf dem Computer (Windows Media Player, was auf das WMA-Format schliessen lässt) verwaltet werden kann.

Die Swisscom arbeitet für dieses neue Angebot mit Napster und Ericsson zusammen. Napster mobile wurde von diesen beiden bereits in Irland, Japan, Portugal und den USA eingefügt, so die Swisscom.

Doch das Ganze hat seinen Preis: Das Napster-mobile-Monatspaket (inkl. 5 Songs) kostet CHF 10.- pro Monat. Jeder weitere Track kostet CHF 2.50. Diese Preise sollen laut Swisscom auch die Kosten für den Datenverkehr beinhalten. Zum Vergleich: Ein Track bei iTunes oder Exlibris kostet CHF 1.50. Im Vergleich zu iTunes und Konsorten ist es bei Napster mobile jedoch nicht möglich, ganze Alben zum Vorteilspreis von CHF 15.- zu beziehen, die Tracks müssen einzeln geladen werden. Wer sich noch bis zum 31. Juli 2007 registriert, erhält das erste Monatspaket mit den fünf Downloads geschenkt. Für Napster mobile ist ein UMTS- oder EDGE-fähiges Mobiltelefon vonnöten. Anmelden kann man sich seit heute mit dem Senden eines SMS mit dem Text «NAPSTER» an die Nummer 888.
Der Preis von CHF 2.50 erscheint insbesondere teuer, wenn man bedenkt, dass man über iTunes Plus seit letzter Woche einzelne Titel für CHF 2.00 erhält, die zum einen eine höhere Audio-Qualität aufweisen und zum anderen über kein DRM verfügen, also auch auf Mobiltelefonen abgespielt werden können. Noch deutlicher wird der Preis-Unterschied, sobald ein ganzes Album gekauft wird, welches via iTunes Plus weiterhin für CHF 15.00 erhältlich ist und via Napster mobile, wie erwähnt, nicht in dieser Form gekauft werden kann.

Doch die ganze Geschichte ist noch aus einem anderen Aspekt wichtig: Hat das iPhone bei der Swisscom noch eine Chance, wenn sich diese mit dem iTunes-Konkurrenten Napster zusammentun?
Noch Mitte März berichteten wir von einem Gerücht, nach dem Vodafone in der Frage um den Europa-iPhone-Vertreiber ganz oben stehe. Würde Vodafone der exklusive Partner für den iPhone-Vertrieb in Europa, dann stünden die Chancen gut, dass das iPhone durch die Swisscom an Herr und Frau Schweizer gebracht werden könnte. Denn derzeit ist die Swisscom der einzige Vodafone-Partner in der Schweiz. Die Swisscom hielt sich im Januar 2007 bei einer macprime.ch-Umfrage bei den grossen Schweizer Mobilfunknetzanbietern bezüglich ihren Plänen mit dem iPhone noch bedeckt.
Die Zusammenarbeit der Swisscom mit Napster an Napster mobile könnte deshalb sehr gravierende Folgen für den iPhone-Vertrieb über die Swisscom haben. Sollte Vodafone für den europäischen iPhone-Vertrieb gewählt werden, ist die Chance deshalb nun kleiner geworden, dass das iPhone durch die Swisscom den Weg in die Schweizer Haushalte findet.

Damit sind es nun bereits zwei schlechte Nachrichten für Schweizer-iPhone-Interessierte… Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Von Stefan Rechsteiner
Veröffentlicht am

20 Kommentare

Kommentar von nano

Können diese Napster mobile Songs auch auf andere handies geschickt werden? Haben die welche Hürden eingebaut? Wie oft kann man diese kopieren? Ich glaube, auch wenn die kein DRM hätten, hat es keine Zukunft. Viel zu teuer und zu umständlich. Ich glaube deswegen nicht, dass die Swisscom mit Napster die Goldgrube iPhone aufs Spiel setzt. Wäre wirklich eine Fehlentscheidung von der Swisscom.

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