Details zu Apple Music (Update: Schweizer Preis)

Viele Details zum neuen Musik-Dienst des Mac-Herstellers sind noch unklar. In welchen Ländern wird der Musik-Streaming-Dienst «Apple Music» tatsächlich lanciert? Wie sind die internationalen Preise? Seit der Präsentation des Dienstes am Montag-Abend konnten einige offene Fragen geklärt werden.

Stefan Rechsteiner

Am Montag sprachen Eddy Cue, Jimmy Iovine und Tim Cook ungewöhnlich verschleiert über die genauen Details rund um den neuen Musik-Dienst «Apple Music». Beispielsweise wurde nicht konkret ausformuliert, welche Länder zu diesen «über 100» gehören, in denen «Apple Music» Ende Monat lanciert werden soll. Auch sind bisher nur die US-Preise des Musik-Streaming-Dienstes bekannt, nicht aber die Preise in den anderen Märkten.

Während die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass die Schweiz zu den 100 Launch-Ländern gehört, ist dies offiziell noch nicht bestätigt. Auf unsere Anfrage hin liess Apple verlauten, dass weitere Details «später im Juni kommuniziert» würden. Dazu gehört die Bekanntgabe in welchen Ländern und zu welchen Preisen der Dienst dereinst verfügbar sein wird.

256 Kbps für den Musik-Genuss

Derweil wurde in Erfahrung gebracht, dass Apple Music auf eine Bitrate von 256 Kbps setzen wird. Dies entspricht der Qualität des bisherigen Streaming-Dienstes «iTunes Match». Angeblich wird auch der neue Radio-Sender «Beats 1» in dieser Bitrate weltweit vertrieben. Gegenüber der Konkurrenz wie «Spotify Premium» (320 Kbps) oder auch «Apple Music»-Vorgänger «Beats Music» (320 Kbps) schneidet «Apple Music» hier schlechter ab. Wobei Beats Music auf das schlechter optimierte MP3-Format und Spotify auf Ogg Vorbis setzt, während Apple höchstwahrscheinlich auf AAC setzen wird.

Verhandlungen mit Indie-Labels noch im Gange

In einem Interview dementierte Apples Internet- und Dienste-Chef Eddy Cue, dass das Unternehmen sich noch nicht mit allen drei grossen Musik-Labels einigen konnte. Die Verträge seien unterzeichnet. Anders sehe es mit den Indie-Studios aus — aber dass die meisten dieser erst nach der Ankündigung oder gar nach einer Lancierung angegangen werden sei normal, so Cue. Bereits beim Start des iTunes Stores vor 12 Jahren sei man so verfahren.

Nicht ganzer iTunes-Katalog verfügbar

Diesbezüglich wurde auch bekannt, dass im Streaming-Dienst von «Apple Music» nicht der gesamte iTunes-Katalog verfügbar sein wird. Laut Apple sind etwa 30 Millionen Songs verfügbar, der Katalog umfasst laut Schätzungen aber etwa 37 Millionen Titel. Beispielsweise sollen die Beatles nicht Teil von «Apple Music» sein, wie es in Medienberichten heisst — es sei denn die Titel befinden sich bereits in der persönlichen iTunes-Mediathek. Verschiedene Künstler, die sich bisher Streaming-Diensten verweigerten, sollen derweil in Apple Music verfügbar sein — dazu gehöre beispielsweise Taylor Swift.

Eddy Cue betonte im Interview, dass man nun ja noch drei Wochen Zeit habe, um über die Verträge zu verhandeln. Ausserdem dürfte sich das Unternehmen auch nach der Lancierung fleissig weiter um neue Rechte kümmern.

Download für Offline-Nutzung

Wie Apple auf der eigenen Webseite informiert, wird auch das Herunterladen von Titeln für die Offline-Nutzung möglich sein. Laut einem weiteren Bericht sollen bis zu 100’000 Titel für den Offline-Genuss heruntergeladen werden können.

Connect und «Beats 1» auch ohne Abo

Weiter informiert das Unternehmen, dass das soziale Netzwerk «Connect», welches Teil von «Apple Music» ist, auch ohne Abo genutzt werden kann. Für das Anzeigen der Inhalte und das «Folgen» von Künstlern wird nur eine Apple ID vorausgesetzt. Gleiches gilt für das Hören des neuen Apple-Radios «Beats 1» — jedoch nur für das Hören, denn das unlimitierte Überspringen von Musik-Titeln ist nur als Apple-Music-Abonnent möglich. Auch nur mit dem Abo möglich ist das Abspielen von multimedialen Connect-Inhalten und das «Liken» von Inhalten.

Der Dienst «iTunes Match», mit welchem sich die persönliche iTunes-Mediathek in der Cloud abspeichern lässt, wird es weiterhin geben und wird laut der Apple-Webseite weiterhin einzeln verrechnet. Das Verfügbar-Machen dieser Mediathek auf anderen eigenen Geräten übernimmt neu Apple Music.

Update 16:18 Uhr

Wie uns Leser Mark N. via Twitter mitteilt, wird in der neuen Musik-App bereits ein Info-Bildschirm für den neuen Streaming-Dienst angezeigt. Dort gibt es auch eine Angabe der Schweizer Preise: CHF 12.00 pro Monat bzw. 18 Franken für das Familien-Abo.

15 Kommentare

Profilfoto von Grumbl-fyx

Kommentar von Grumbl-fyx

Christian, Deine Antwort ist schimmlig und wird der Situation nicht gerecht…. Es gibt Situationen, da sind die höheren Schweizer Preise gerechtfertigt und solche, da sind sie es nicht. Nehmen wir einmal an, Du kaufst eine Waschmaschine für Dein Haus im grenznahen Ausland für ca. 2000 CHF billiger als in Basel. Die Maschine wird, wahrscheinlich im Ausland, in der genau gleichen Fabrik von den genau gleichen Angestellten / Robotern mit dem gleichen Lohn hergestellt, der einzige Unterschied ist der Stromanschluss (und allenfalls MWSt und Gewährleistungs/Garantie-Bestimmungen) –> Die Hochpreisinseleffekt ist unberechtigt und daher eine Frechheit!

Ein zweites Beispiel: Du gehst in den Coop und kaufst lokal produzierte Biofrüchte… die sind viel teurer als der Genfood aus dem Ausland oder die Gurke aus Spanien… –> Hier entspricht der Hochpreis einem ‘Zusatznutzen’ und kann somit irgendwie berechtigt sein, da wir entscheiden, dass unser Biofood speziell hohe Kriterien erfüllen soll.

Ist das Apple-Music-Abo nun analog zum ersten Beispiel oder zum zweiten?

Profilfoto von bertme

Kommentar von bertme

@Grumbl-fyx

1 und 2. Die Welt ist eben nicht nur s/w. Wieso wird in solchen Beispielen oft vergessen, dass bei Deiner Variante 1 in Basel es ja einen Laden geben muss, welche die Waschmaschine um 2000 CHF teurer verkauft als das grenznahe Ausland. Auf Schweizer Boden, zu Schweizer Landpreisen. Mit in der Schweiz ansässigen und wohnhaftem Verkaufspersonal. etc. Ob das dann immer gleich den Preisunterschied rechtfertigt, möchte ich hier nicht beantworten und auch nicht verteidigen. Aber es ist eben nicht immer ganz so einfach wie Du es beschreibst. Und Apple hat sehr wohl eine Niederlassung in der Schweiz. Mit Leuten, die ihr Gehalt, marktgerecht, in CHF beziehen. Und dann hoffentlich auch wieder hier ausgeben, damit die anderen die hier arbeiten, auch etwas von dem Geld haben und dadurch ihr Geld auch wieder hier ausgeben können….

Schönen Abend noch

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