Ex-Disney-Chef Iger bestätigt Fusionsgespräche mit Apple

Der On-Off-CEO von DisneyBob Iger – hat in einem ausführlichen Interview mit der Financial Times bestätigt, dass Apple und Disney tatsächlich Gespräche über eine mögliche Fusion geführt haben, über die seit Jahren spekuliert worden war. «Wir haben intern darüber gesprochen und auch einige Gespräche mit Apple darüber geführt, aber daraus wurde nichts», wird Iger zitiert. Die Begründung fällt knapp aus: «Apple hat nicht besonders viel Interesse gezeigt.» Eine mögliche Fusion hätte Iger zufolge «wirklich transformativ und ebenbürtig» sein können.

Die Gespräche blieben laut dem FT-Bericht im frühen Stadium und führten nie zu ernsthaften Verhandlungen. Im gleichen Interview spricht Iger auch über andere gescheiterte Deals: So wäre Disney beinahe die Übernahme von Twitter (heute X) geglückt – Iger zog sich am Morgen des Vertragsabschlusses zurück, weil er fürchtete, der Dienst könnte «eine schreckliche Ablenkung» für Disney sein. Auch die Übernahme der «James Bond»-Franchise scheiterte.

Die Verbindung zwischen Apple und Disney hat eine lange Geschichte: Sie startete indirekt mit Steve Jobs’ «Pixar» und dessen Partnerschaft mit dem Unterhaltungsriesen Ende der 1980er-Jahre; nach der Übernahme von Pixar durch Disney im Jahr 2006 wurde Jobs zum grössten Einzelaktionär von Disney. Schon früh war Disney auch ein zentraler Partner bei Apples Medien-Ambitionen – Disney-Inhalte, darunter deren Filme und TV-Shows etwa des Senders «ABC», gehörten zu den ersten Angeboten im «iTunes Movie Store» bzw. im damaligen iTunes-Videoangebot. Iger war von 2011 bis 2019 Mitglied im Verwaltungsrat von Apple; sein Rücktritt fiel zusammen mit dem Start von Apple TV(+) und «Disney+», als die beiden Unternehmen zu direkten Konkurrenten im Streaming-Markt wurden. In seinen Memoiren hatte Iger bereits früher geschrieben, er glaube, Apple und Disney wären fusioniert, hätte Steve Jobs noch gelebt.

Von Stefan Rechsteiner
Veröffentlicht am

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