Foxconn investiert in Sharp

Schon längere Zeit gibt es Gerüchte, wonach sich Apple von Samsung lösen will, um nicht durch eigene Aufträge die stärkste Konkurrenz bei der Mobiltelefonie zu unterstützen. Nun scheint Apple, zumindest indirekt, für eine grössere Unabhängigkeit von Samsung gesorgt zu haben. Der Mutterkonzern von Apples Hauptzulieferer Foxconn, Hon Hai Precision Industry, übernimmt 11% von Sharp und sorgt damit für eine dringend benötigte Kapitalspritze für den japanischen Konzern. Sharp machte alleine im letzten Jahr einen Verlust von umgerechnet 3.16 Milliarden Franken. Dabei machte den Japanern vor allem das schwächelnde Fernsehgeschäft zu schaffen. Ausserdem verkauft Sharp 46.5% ihres Anteils am Display-Werk im japanischen Sakai. An diesem Werk hält Sony einen Minderheitsanteil. Sharp will in näherer Zukunft vermehrt in neue LCD-Panels für Smartphones investieren, bei welchen sie weiterhin eine starke Nachfrage erwarten.
Mit der Beteiligung von Foxconn an Sharp bekommt Apples Hauslieferant nun Zugang zu Displays, welche bisher meist von Samsung eingekauft wurden. Sharp ist schon seit einiger Zeit im Gespräch für die Produktion von Displays, unter anderem für den erwarteten Apple Fernseher. Angeblich hätte Sharp bereits für das neue iPad der Display-Lieferant werden sollen, konnte aber trotz Investitionen von Apple nicht rechtzeitig liefern, womit wiederum Samsung den Auftrag erhielt.

Von Patrick Bieri
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