Foxconn: Roboter ergänzen Arbeiter bei der Geräte-Herstellung

Apples wichtigster Zulieferer Foxconn hat an der eigenen Generalversammlung angekündigt, künftig vermehrt Roboter in den Produktionsstrassen einzusetzen. Die vom Unternehmen selbst entwickelten Roboter sollen auch bei künftigen Apple-Produkten zum Einsatz kommen.

Patrick Bieri

An der Generalversammlung von Foxconn kündigte der CEO Terry Gou an, in der Produktion künftig vermehrt Roboter einzusetzen. In einem ersten Schritt will das Unternehmen rund 10’000 Roboter in Betrieb nehmen. Die Roboter wurden von Foxconn selbständig entwickelt und befinden sich im Moment in der letzten Testphase. Unklar ist, wann die Roboter in den Fabriken ihren Dienst aufnehmen werden.

Die neuen Roboter werden von Foxconn «Foxbots» genannt. Jede Maschine hat einen Stückpreis zwischen 20’000 und 25’000 US-Dollar.

Apple ist der erste Kunde

Den Angaben von Gou zufolge wird Apple eines der ersten Unternehmen sein, dessen Produkte mit Hilfe dieser neuen Roboter gefertigt werden. Foxconn ist bereits seit Jahren der wichtigste Zulieferer für die iPhones, iPads und iPods.

Aufgrund der Tatsache, dass die Roboter noch nicht fertig entwickelt worden sind, dürften die Geräte wohl noch nicht für den Zusammenbau der nächsten iPhone-Generation eingesetzt werden.

Dank Robotern Senkung der Arbeitskosten?

Momentan arbeiten mehr als 1.2 Millionen Angestellte für Foxconn. Angeblich rekrutierte das Unternehmen in den letzten Monaten über 100’000 neue Mitarbeiter, um für den Produktionsstart der nächsten iPhone-Generation gerüstet zu sein.

Durch den erhöhten Automatisierungsgrad könnte Foxconn in Zukunft deutlich weniger Arbeitskräfte benötigen. Damit dürften auch die Produktionskosten sinken. In den vergangenen Jahren stiegen die Löhne in China stark an.
Im Zuge dieser Entwicklung ist zu erwarten, dass die Verstösse gegen die chinesischen Arbeitsgesetze zurückgehen werden. In den vergangenen Jahren wurde Foxconn immer wieder kritisiert, weil das Unternehmen gegen chinesische Arbeitsgesetze verstossen hat. Insbesondere die maximal zulässige Anzahl der Überstunden wurde in den Wochen vor und nach den iPhone-Lancierungen immer wieder überschritten. Obwohl externe Prüfer bescheinigen, dass sich die Situation in den letzten Monaten verbessert hat, hält Foxconn die Regulatorien noch immer nicht ein.

Apple investiert massiv in die Produktionskapazitäten

Im letzten Jahr veröffentlichte Apple Zahlen, nach welchen das Unternehmen im aktuellen Fiskaljahr 10.5 Milliarden US-Dollar für die Herstellung von Produktions-Komponenten bereitstellen will. Mit diesem Geld soll der Kauf von speziellen Maschinen mitfinanziert werden, die für die Produktion der Apple-Geräte benötigt werden. Möglicherweise hat Apple einen Teil dieser 10.5 Milliarden US-Dollar dazu verwendet, um Foxconn bei der Entwicklung der Rbbhoboter zu unterstützen.