Freescale veröffentlicht Details zu kommenden G4-Prozessoren

In seiner Keynote auf der WWDC Anfang Juni versprach Steve Jobs, bis zum Umstieg auf Intel noch zahlreiche neue Produkte mit PowerPC-Chips anzubieten. Da der G5 kaum je den Weg in Apples Notebook-Modellreihen finden wird, ist Apple noch für zwei weitere Jahre auf den G4-Prozessor angewiesen. Obwohl der G4 diesen Sommer seinen sechsten Geburtstag feiert, hat der Hersteller Freescale weiterhin grosse Pläne mit dem Chip. Schon in wenigen Monaten dürfte Apple auf einen verbesserten G4-Prozessor zurückgreifen können. 

Schon vor einem knappen Jahr tauchte der MPC7448 erstmals in der Roadmap von Freescale auf. Nun sickern allmählich Details über die Verbesserungen am G4-Chip durch.  Freescale verdoppelt den L2-Cache des G4s auf ein Megabyte. Die Busgeschwindigkeit soll auf 200 MHz angehoben werden. Beide Änderungen dürften sich positiv auf die Geschwindigkeit bemerkbar machen. Viele Arbeitsstunden flossen auch in die zweite Überarbeitung der Altivec-Einheit. Der MPC7448 ist in der Lage, die Reihenfolge, in der die Altivec-Instruktionen abgearbeitet werden, laufend anzupassen, sodass keine Wartezeiten entstehen und der Durchsatz nicht blockiert wird. 

Deutliche Fortschritte verspricht Freescale beim Stromverbrauch. Während aktuelle G4-Chips (MPC7447A) bei 1.42 GHz rund 21 Watt verbrauchen, benötigt der MPC7448 bei 1.5 GHz lediglich 15 Watt. Diese Verbesserung konnte in erster Linie durch kleinere Fertigungsstrukturen erzielt werden. Freescale wird den MPC7448 als ersten G4-Chip im 90nm-Verfahren herstellen. Der tiefe Energiebedarf macht den MPC7448 insbesondere für Notebooks attraktiv. Freescale spricht von Taktraten bis 1.7 GHz, wie üblich wird Apple aber auch Chips mit höherer Taktung erhalten, 2 GHz dürften eine realistische Obergrenze darstellen. Die Massenproduktion soll spätestens im Oktober anlaufen, Apple könnte theoretisch schon auf der Apple Expo Paris erste Produkte auf Basis des neuen G4s ankündigen. 

Ab Januar 2006 wird auch der erste DualCore-G4, der MPC8641D, in grossen Stückzahlen erhältlich sein. Dieser ist vollständig kompatibel zu den MPC74xx-Chips und bietet neben dem zweiten Kern auch einen neuen Speicherkontroller (mit DDR-Unterstützung), integriertes PCI Express sowie einen nochmals gesenkten Energieverbrauch. Dennoch scheint der Einsatz in Macs eher unwahrscheinlich, da Apple noch nie einen MPC8xxx-Prozessor verbaute und dazu die Boardarchitektur anpassen müsste, was angesichts der mittelfristigen Umstellung auf Intel-Chips als nicht lohnenswert erscheint.
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Von Stefan Rechsteiner
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