Halbierung der App-Store-Provision für kleine Entwickler kostet Apple nicht viel

Ende letzten Jahres lancierte Apple das «App Store Small Business Program», mit welchem der Mac-Hersteller die 30-prozentige Kommission auf App-Store-Verkäufe auf 15 Prozent senkt, wenn der App-Anbieter mit seinen Apps im Jahresverlauf weniger als eine Million US-Dollar Umsatz macht. Gemäss einer Berechnung der Apps-Analytics-Firma «Sensor Tower» kostet Apple diesen Schritt nicht sehr viel Geld. Hätte es das Programm bereits im vergangenen Jahr gegeben, hätte Apple etwa auf 595 Millionen US-Dollar verzichten müssen. Das entspräche etwa 2.7 Prozent der geschätzten 21.7 Milliarden US-Dollar, die Apple letztes Jahr durch die App-Store-Kommissionen eingenommen haben soll. Am meisten verdiene Apple weiterhin mit den grossen Apps, die nicht vom Programm profitieren können und deshalb weiterhin 30 Prozent ihres Umsatzes an den Mac-Hersteller abtreten müssen.

Auch Google hat gestern ein ähnliches Programm vorgestellt. Per Anfang Juli sollen auch App-Anbieter via Googles «Play Store» eine Kommissions-Halbierung von 30 auf 15 Prozent erhalten – für die erste Million ihres Umsatzes. Für Google schätzt «Sensor Tower», dass es 2020 etwa 587 Millionen US-Dollar weniger verdient hätte. Beim Suchmaschinen-Riese entspricht dies etwa fünf Prozent der vermuteten 11.6 Milliarden US-Dollar, die letztes Jahr durch den Play Store umgesetzt sein sollen.

Weder Apple noch Google kommunizieren konkrete Umsatzzahlen zu ihren App Stores. Apple bündelt die App-Store-Zahlen beispielsweise mit den Umsätzen aller Dienste – also auch iCloud, Apple Music oder AppleCare – womit Apple 2020 einen Gesamtumsatz in der Höhe von 53.8 Milliarden US-Dollar erwirtschaftete. Die Berechnungen von «Sensor Tower» basieren entsprechend auf Schätzungen.

Von Stefan Rechsteiner
Veröffentlicht am

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