«Hide My Email»: Apple schliesst Sicherheitslücke erst nach öffentlichem Druck

Apple hat eine Schwachstelle in der Privatsphäre-Funktion «Hide My Email (E-Mail-Adresse verbergen)» behoben, durch die unter Umständen die echte E-Mail-Adresse betroffener Nutzender offengelegt werden konnte. Gemeldet worden war der Fehler bereits im Juni 2025 – geschlossen wurde er jetzt aber erst gut ein Jahr später, nachdem das Problem öffentlich gemacht worden war.

Stefan Rechsteiner

Wie 404 Media berichtet, soll Apple die Lücke mit einem Anfang Juli veröffentlichten Patch vollständig geschlossen haben. «E-Mail-Adresse verbergen» ist Bestandteil der kostenpflichtigen «iCloud+»-Dienste und erlaubt es, für Anmeldungen und E-Mail-Verkehr zufällige Wegwerf-Adressen zu erzeugen, die Nachrichten an die echte Adresse weiterleiten – ohne dass ebendiese echte Adresse preisgegeben wird.

Der Fehler hebelte genau diesen Schutz aus: Wurde einer betroffenen Person eine Nachricht geschickt, die als Spam abgewiesen wurde, tauchte deren echte E-Mail-Adresse demnach in den E-Mail-Logs auf. Laut den Sicherheitsforschenden reichte dafür bereits eine automatisch als Spam abgelehnte, aber legitime Nachricht.

Gemeldet hatte die Schwachstelle «EasyOptOuts»-Mitgründer Tyler Murphy – bereits im Juni 2025. Apple habe ihm gegenüber von einer laufenden Untersuchung gesprochen und die Lücke im März 2026 als behoben bezeichnet, was jedoch nicht zutraf. Da Murphy nicht überzeugt war, dass Apple das Problem tatsächlich angehen würde, wandte er sich an 404 Media, das den Fall Anfang Juli öffentlich machte. Erst danach folgte der Patch.

Ganz gebannt ist die Gefahr laut den Entdeckern indes nicht: Tyler Murphy und Ben Weiner von «EasyOptOuts» sind nicht überzeugt, dass damit das Risiko für die Nutzenden von «E-Mail-Adresse verbergen» beseitigt sei.

Da abgewiesene Nachrichten die verborgene Adresse offengelegt hätten und E-Mail-Protokolle oft über längere Zeit aufbewahrt würden, müsse gemäss den beiden davon ausgegangen werden, dass jede vor dem 7. Juli 2026 erstellte «Hide My Email»-Adresse offengelegt worden sei und weiterhin in Protokollen Dritter liegen könnte.

Wegen der Schwachstelle sieht sich Apple bereits mit einer möglichen Sammelklage konfrontiert. Der Vorwurf: Apple habe unter anderem gegen kalifornisches Recht zu irreführender Werbung verstossen, weil «E-Mail-Adresse verbergen» nicht wie beworben funktioniert habe.

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