Interview mit Tim Cook: Wir verkaufen Produkte, nicht Benutzerdaten

Apples CEO Tim Cook hat sich am Montag erneut den Fragen des Journalisten Charlie Rose gestellt. Im zweiten Teil des grossen Interviews äusserte sich Tim Cook über die treibende Kraft bei Apple, seine persönlichen Werte und über den Datenschutz.

Patrick Bieri

Im US-Fernsehen wurde in der Nacht auf heute der zweite Teil des Interviews mit Tim Cook veröffentlicht. In einem fast zweistündigen Interview antwortete Apples CEO Tim Cook auf die Fragen des Journalisten Charlie Rose.

Die Menschen haben ein Recht auf Privatsphäre

Gemäss den Aussagen von Tim Cook versucht Apple, so wenig Daten wie möglich zu sammeln. Die Menschen haben seiner Meinung nach ein Recht auf Privatsphäre.

«Wir lesen weder Mails noch iMessages», wie Tim Cook gegenüber Charlie Rose betonte. Anfragen der Behörden, um Zugriff auf die iMessages zu erhalten, können von Apple nicht bearbeitet werden. Die Daten sind gemäss Tim Cook verschlüsselt und Apple kann diese nicht entschlüsseln.

Ausschnitt aus Tim Cooks Interview mit Charlie Rose

Apples CEO wehrte sich auch gegen den Vorwurf, Apple habe für die Geheimdienste Hintertüren in die Betriebssysteme eingebaut. Wir würden dies nie erlauben, wie Tim Cook sagte.
Erst kürzlich spekulierte ein Sicherheitsexperte über Hintertüren in Apples mobilem Betriebssystem iOS. Apple bestritt damals die Vorwürfe.

Die Kundendaten sind nicht unser Produkt

Gegenüber Charlie Rose konnte sich Apples CEO Tim Cook einen Seitenhieb gegen Google nicht verkneifen: «Unser Geschäft basiert darauf, Produkte zu verkaufen», wie Cook sagte. Der Verkauf von Informationen gehöre hingegen nicht zum Geschäft von Apple. Die Kunden seien nicht das Produkt, wie Tim Cook die Philosophie des Unternehmens auf den Punkt brachte.

Cook forderte die Nutzer auf, dem Geld zu folgen: Die Nutzer müssen sich fragen, wie ein Unternehmen sein Geld verdiene. Wenn die Haupteinnahmequelle der Verkauf von Daten sei, dann müssten sich die Nutzer Sorgen um den Datenschutz machen.

Die Menschen müssen mit Würde behandelt werden

Cook ist der Ansicht, alle Menschen müssen mit Würde behandelt werden. Jeder Mensch verdiene Respekt, so der Apple-Chef. Die Menschen sollten nicht aufgrund ihrer Herkunft, ihrer sexuellen Orientierung oder ihres Geschlechts diskriminiert werden.

Apple will die Welt verändern

Gemäss Cook sehnen sich die Mitarbeitenden eines Unternehmens nicht danach, für ein möglichst umsatzstarkes Unternehmen zu arbeiten. Vor seinem Wechsel zu Apple arbeitete Cook bei Compaq. Damals war das Unternehmen auf dem Weg, ein Unternehmen mit einem Umsatz von 40 Milliarden US-Dollar zu werden: Die Mitarbeiter waren nicht aufgeregt über diese Glanzzahlen, wie Cook die damalige Stimmung zusammenfasst.

Die Möglichkeit, die Welt zu verändern, hingegen motiviere gemäss dem Apple-Chef die Mitarbeitenden. Dieser Umstand motiviere die Menschen auch, mehr zu leisten. Dieser Gedanke ist tief in der DNA des Unternehmens verankert, wie Cook gegenüber Rose sagte. Dies sei auch Steve Jobs Vermächtnis.

U2-Album: Apple will den Kunden etwas zurückgeben

Das neue U2-Album «Songs of Innocence» ist derzeit exklusiv über den iTunes Store verfügbar. Alle Nutzer von iTunes haben eine kostenlose Kopie des Albums erhalten.

Mit dem Verschenken des Albums wollte Apple den Kunden «etwas zurückgeben», wie Tim Cook sagte. Er ist stolz darauf, bei einer der grössten Alben-Veröffentlichung der Musik-Geschichte dabei zu sein. Nutzer von mehr als 500 Millionen iTunes-Accounts erhalten kostenlos Zugriff auf das Album.

Erster Interview-Teil am Freitag

Am Freitag wurde bereits der erste Teil des Interviews ausgestrahlt. Tim Cook äusserte sich dabei zur Übernahme von Beats, Apples Interesse am TV-Geschäft sowie über die Entwicklung des iPhone 6.

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