iOS und Android überholen klassische portable Spielkonsolen

Es ist noch nicht lange her, da dominierten auf Mobiltelefonen Spiele wie Tetris oder Snake und die Grafik war gelinde gesagt «eher rudimentär». Doch seit der Einführung des iPhones mit dazugehörigem App Store, dem Android Market und immer besserer Technik wird der Markt für Smartphone-Spiele immer grösser: für das Jahr 2011 gehen die Analytiker von Flurry davon aus, dass 58% der Umsätze von mobilen Spielen auf Spiele entfällt, welche entweder im iOS App Store oder im Android Market gekauft wurden. Android und iOS-Geräte wurden zusammengefasst, weil diese eine ähnliche Kundenbasis, Formfaktor sowie Art der Spiele haben. Damit hat eine Trendwende eingesetzt: noch im Jahr 2009 machten diese Spiele erst 19% aus, letztes Jahr waren es 34%. Für diese Zahlen verglichen die Analytiker iOS-Geräte und Android-Geräte mit der Nintendo DS und der Sony PSP. Die Verkäufe von Spielen von Nintendo und Sony brachen enorm ein, bei Sony auf 6% von vormals 11%, bei Nintendo auf von vormals 70% auf 36%. Neben dem «Ein-Gerät-für-alles»-Prinzip ist der wohl wichtigste Grund für den Niedergang der klassischen Spieleindustrie der Preis: die einzelnen Spiele bei Apple und Google sind deutlich günstiger als bei Sony und Nintendo, deshalb werden wiederum mehr davon verkauft. Die Hemmschwelle, ein Spiel zu kaufen, ist deutlich geringer, wenn das Spiel nur CHF 5.— kostet, als wenn man über CHF 20.— dafür berappen muss.

Von Patrick Bieri
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