Konkurrenz für Lightning: «USB Audio» für Type-C-Stecker finalisiert

Der 3.5mm-Kopfhöreranschluss ist Tod. Die Digitalisierung macht vor nichts halt. Als Alternative schickt Apple Lightning und das USB Implementers Forum den neuen USB-C-Stecker ins Rennen. Für letzteres sind nun die Spezifikationen finalisiert. Mit Bluetooth steht auch eine Lösung für die kabellose Zukunft bereit.

Stefan Rechsteiner

Das USB Implementers Forum (kurz «USB-IF») hat vergangene Woche die Spezifikationen für «USB Audio Device Class 3.0» fertig gestellt (PDF). Die neue Spezifikation soll laut dem USB-IF den neuen USB Type-C als primäre Lösung für alle digitalen Audio-Applikationen etablieren. Wie bereits seit dem Frühling bekannt ist, ermöglicht die Spezifikation wie bereits bei DisplayPort entweder eine «Ein-Kabel-Lösung», also nur ein Stellvertreter-Stecker worüber das Audio-Signal weiterhin analog ausgegeben wird (über den neuen Type-C-Stecker), oder aber die komplett digitale Signalübertragung über USB. Wie das USB-IF schreibt, sei letzters für die Hersteller zu bevorzugen, da dies eine kompaktere Bauweise der Geräte erlaubt.

Angeführt von Intel will das USB-IF damit den analogen 3.5-Millimeter Kopfhöreranschluss («Klinken-Anschluss») ablösen. Der neue Stecker soll als universeller Stecker für jegliche Art von Datenübertragung und Strom eingesetzt werden. Apple, ebenfalls Mitglied beim USB-IF, hat den neuen USB-C-Stecker angeblich wesentlich mitgestaltet und -entwickelt.

Beispielsweise mit dem «Moto Z» hat Motorola dieses Jahr bereits ein Smartphone vorgestellt, welches für die Audio-Übertragung USB-C einsetzt.

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Apple setzt beim iPhone auf Lightning

Erstmals von Apple eingeführt wurde der neue USB-C-Stecker mit dem 12-Zoll MacBook im Frühling 2015.

Mit dem iPhone 7 hat Apple jüngst den 3.5mm-Kopfhöreranschluss weg gelassen. Neu sollen Kopfhörer entweder kabellos über Bluetooth, oder über den etablierten Lightning-Anschluss von Apple angeschlossen werden. Apple hat Lightning schon im Hinblick auf die Audio-Übertragung entwickelt und bietet seit zwei Jahren auch ein «Made for iPhone»-Zerfitizierungsprogramm für «Audio over Lightning» an.

Es wird sich zeigen, welche Schnittstelle sich schlussendlich durchsetzen wird — oder ob Kunden vor allem Bluetooth-Lösungen bevorzugen werden.