Kostspielige Übernahme: Apple kauft Q.ai

Apple bezahlt für Q.ai angeblich 2 Milliarden US-Dollar

Gestern wurde bekannt, dass Apple das israelische KI-Start-up «Q.ai» übernommen hat. Das Unternehmen spezialisierte sich darauf, Wearables das Erkennen von Gesichtsausdrücken beizubringen – im Speziellen das «Verstehen stiller Kommunikation», also die Analyse der Bewegungen der einzelnen Gesichtsmuskeln einer Person während des Sprechens.

In einer Stellungnahme erklärte Apples Johny Srouji, seines Zeichens «Senior Vice President of Hardware Technologies» oder «Mr. Apple Silicon», Q sei ein «aussergewöhnliches Unternehmen, das neue und kreative Wege bei der Nutzung von Bildgebungs- und maschinellen Lerntechnologien beschreitet».

Gegründet wurde «Q.ai» im Sommer 2022 neben anderen von Aviad Maizels. Dieser startete 2005 auch das Unternehmen «PrimeSense», welches später das Motion-Sensing-Controller-System von Microsofts «Kinect» entwickelte – und 2013 von Apple übernommen wurde und aus deren Technologie schlussendlich die Basis für Face ID entstand (2017 mit dem «iPhone X»). Maizels verblieb bis vor wenigen Jahren bei Apple – und ist jetzt mit der Übernahme wieder zurück beim Mac-Hersteller.

Wofür Apple die neu erstandene Technologie nutzen wird, ist nicht konkret bekannt. Es wird unter anderem spekuliert, dass sie für künftige AirPods, für FaceTime oder in räumlichen Computern eingesetzt werden könnte, um Menschen mit entsprechenden Behinderungen dabei zu helfen, Nonverbales zu verstehen.

Apple scheint jedenfalls ganz grosses Interesse an der Technologie zu haben. Wie die Financial Times berichtet, soll sich Apple die Übernahme fast 2 Milliarden US-Dollar kosten lassen. Auch wenn dies im Vergleich zu anderen Übernahmen im ICT-Bereich ein nahezu «mickriger» Betrag ist, wäre dies die bisher zweit-grösste Übernahme in Apples Geschichte. Spitzenreiter ist die 3 Milliarden US-Dollar teure Übernahme des Kopfhörer-Herstellers «Beats» im 2014.

Von Stefan Rechsteiner
Veröffentlicht am

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