Schwere Mac-Probleme wegen Google-Updater

Seit Anfang Woche gibt es vermehrt Berichte über heftige Probleme mit macOS – vornehmlich auf dem aktuellen MacPro von 2013, vor allem aus Hollywood. Betroffene Macs können nicht mehr eingeschaltet werden, sondern enden jeweils während dem Boot-Prozess in einer Kernel-Panic. Nachdem zuerst vermutet wurde, Apple könnte problematische Änderungen in macOS ausgerollt haben oder dass es sich dabei um ein Problem mit der Video-Schnittsoftware Avid handeln könnte, ist nun der wahre Grund für die Probleme bekannt: Ein Update für Googles Update-Programm «Keystone» löscht den essentiellen Symlink /var, welcher auf das Verzeichnis /private/var verweist, in welchem sich für den macOS-Boot essentielle Dateien befinden. Google nutzt «Keystone» für das Aktualisieren des Browsers «Chrome» und für andere Applikationen des Unternehmens.

Normalerweise sind Mac-Nutzer von Problemen wie diesem geschützt, denn das in das Mac-Betriebssystem integrierte Sicherheitssystem «System Integrity Protection», kurz SIP, schützt auch /var. Video-Profis deaktivieren SIP jedoch oft, um Video-Erweiterungskarten von Dritten nutzen zu können, welche sich nicht mit SIP vertragen. Macs mit einer älteren OS-X-Version sind zudem theoretisch ebenfalls anfällig, denn Apple hat SIP mit 10.11 «El Capitan» eingeführt.

Sobald Google von dem Problem Kenntnis nahm, hat der Suchmaschinen-Riese die schadhafte Update-Software serverseitig deaktiviert. Das Unternehmen arbeitet an einer Fehlerbehebung für den Updater. Derweil hat Google eine Anleitung veröffentlicht, wie man aus der Kernel-Panic-Boot-Schleife herauskommt und wie man im Wiederherstellungsmodus des Mac-Betriebssystems den Symlink wiederherstellen und Keystone löschen kann.

Von Stefan Rechsteiner
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