Swisscom schaltet MMS-Dienst Anfang 2023 ab – Keine Fotos mehr per iMessage an Android-Geräte

Der Schweizer Telco Swisscom wird den «Multimedia Messaging Service», kurz «MMS», im Januar 2023 abschalten – dies gut 20 Jahre nach der Einführung des Dienstes. Das hat direkte Auswirkungen für Apples iMessage-Plattform.

Bereits Ende März dieses Jahres soll schrittweise die MMS-Abschaltung eingeleitet werden, berichtet «20 Minuten». Der Dienst sei am Ende ihres Lebenszyklus angekommen, so Swisscom.

Als MMS im Jahr 2002 auf dem Swisscom-Netz eingeführt wurde, war es der einzige Dienst, mit welchem per Mobiltelefon Multimedia-Inhalte wie Fotos oder Töne verschickt werden konnten. Heute würde die Kundschaft hingegen fast ausschliesslich Messenger-Apps wie WhatsApp, iMessage, Threema und andere Dienste nutzen, heisst es seitens des grössten Schweizer Mobilfunkanbieters. Mit 63 Millionen über das Swisscom-Netz verschickten MMS-Nachrichten sah der Dienst im Jahr 2013 seinen Höhepunkt, seither sei die MMS-Nutzung stark rückläufig.

Die Abschaltung beginnt per Ende März mit der Einstellung des «MMS-Viewer», einem von Swisscom angebotenen Internet-Dienst, über welchen auch Besitzer von Geräten ohne MMS-Unterstützung entsprechende Nachrichten anschauen können.

Ab «ungefähr Mai» sollen alle, die im Swisscom-Netz eine MMS verschicken, einen Hinweis auf die nahende Abschaltung des Dienstes erhalten. Per Ende September werden dann die ersten Kunden keine MMS-Nachrichten mehr verschicken und empfangen können, bis am 1. Januar 2023 dann ganz Schluss ist für MMS auf dem Swisscom-Netz. Das gilt auch für MMS-Nachrichten, die von einem anderen Anbieter aus auf ein bei Swisscom angehängtes Gerät geschickt werden.

«Anstatt nochmals in den Dienst zu investieren, habe man sich entschieden, die Ressourcen in innovativere Themen zu stecken», zitiert 20 Minuten eine Swisscom-Sprecherin.

Die Abschaltung von MMS im Swisscom-Netz betrifft direkt auch Apple-Geräte-nutzende Personen, die mittels der «Nachrichten»-App respektive der «iMessage»-Plattform mit Personen interagieren, die Geräte mit Android oder anderen Betriebssystemen benutzen. Wenn über die «Nachrichten»-App (iMessage) eine Text-Mitteilung oder ein Foto oder Video an ein Gerät verschickt werden soll, das selbst nicht iMessage-fähig ist – also beispielsweise an Android-Geräte – greift die Apple-Plattform für das Versenden dieser Inhalte auf die SMS- und MMS-Dienste zurück. Auf diesen Umstand wird in der Nachrichten-App mittels der grünen Sprechblasen visuell aufmerksam gemacht. Wenn nun MMS bei der Swisscom abgeschaltet wird, können folglich über Nachrichten/iMessage von Apple-Geräten aus keine Fotos, Videos oder andere Multimedia-Inhalte mehr an Android-Geräte verschickt werden. Dafür muss künftig auf einen Messenger-Dienst wie WhatsApp oder Threema zurückgegriffen werden.

Von Stefan Rechsteiner
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