Swisstransplant lanciert erste Organspendekarte fürs Smartphone

Kurz vor dem «Nationalen Tag der Organspende» hat die Stiftung Swisstransplant die erste digitale Organspendekarte vorgestellt. In einem Notfall wird die Organspendekarte automatisch auf dem Sperrbildschirm des Android- oder iOS-Gerätes angezeigt, wenn der Patient in einem Spital eingeliefert wird. Dank dieser Funktion haben die Ärzte sofort Klarheit, was der Patient über den Verbleib seiner Organe verfügt hat.

Patrick Bieri

Die Stiftung Swisstransplant konnte in dieser Woche die erste elektronische Organspendekarte vorstellen. Mit der neusten Version der App Echo112 hat der Nutzer die Möglichkeit, eine elektronische Organspendekarte auszufüllen. Die App ist sowohl für iOS als auch für Android verfügbar.
Wie beim Organspendeausweis auf Papier gibt die elektronische Version dem Patienten die Möglichkeit, zu bestimmen, wie seine Organe nach dem Tod verwendet werden sollen.

Sobald der Nutzer mit einer elektronischen Organspendekarte die Notfallstation eines beteiligten Spitals betritt, erscheinen die Daten der Organspendekarte auf dem Sperrbildschirm. Die Ärzte haben somit direkten Zugriff auf die Verfügung, die der Patient vorgenommen hat.

Einfache Erfassung der eigenen Willenserklärung

Die Daten des Patienten lassen sich in wenigen Schritten eingeben. Der Nutzer muss in der App Echo112 den eigenen Namen und das Geburtsdatum hinterlegen. Anschliessend kann bestimmt werden, welche Organe im Fall eines Todes weiterverwendet werden können.

Die elektronische Organspendekarte wird anschliessend in der App Passbook gespeichert. Über Passbook haben die Ärzte Zugriff auf die Verfügung des Patienten.

Über die App Echo112 kann auch der Rettungsdienst verständigt werden. Die Patienten können zudem Notfallkontakte und spezielle Medikamenten-Daten hinterlegen.

Einfacherer Zugang auf die Willenserklärung der Patienten

Für den CEO von Swisstransplant, Franz Immer, ist die elektronische Organspendekarte ein wichtiges Instrument, damit die Ärzte im Notfall wissen, wie die Patienten über die Organe verfügt haben. Der Bevölkerung soll es mit der App auch einfacher gemacht werden, den eigenen Willen in Bezug auf die Verwendung der Organe kund zu tun.

Der Datenschutz wird bei der elektronischen Organspendekarte hochgehalten, wie die Stiftung Swisstransplant versichert. Persönliche Daten der Nutzer werden nicht preisgegeben, wie Franz Immer versichert.

Organspende rettet Leben

Die Schweiz weist eine der tiefsten Organspenderaten in Europa auf. Aufgrund dieser Entwicklung warten in der Schweiz 1200 Menschen auf die Transplantation eines Organs. Die fehlende Spendenbereitschaft wird für über 100 Todesfälle pro Jahr verantwortlich gemacht.