War Scott Forstalls Abgang ein Fehler?

Ende Oktober gab Apple bekannt, dass Scott Forstall und John Browett den Konzern verlassen werden. Beide Top-Manager standen seit geraumer Zeit in der Kritik. Vor allem der Abgang von Scott Forstall gab zu reden, wurde in der Branche jedoch hauptsächlich mit Wohlwollen aufgenommen. Forstall wurde für den Misserfolg von Apples neuer Karten-App sowie des Sprachassistenten Siri verantwortlich gemacht. Offiziell wurde kein Grund für den Abgang von Scott Forstall genannt.

Michael Loop, ein ehemaliger Manager von Apple, hält den Abgang von Scott Forstall für einen grossen Fehler. Loop begründet diese Aussage vor allem damit, dass Forstall dem Ideal von Steve Jobs am nächsten kommt. In der Cafeteria sei Forstall lange Zeit als einzig legitimer Nachfolger von Jobs gehandelt worden. Den Umstand, dass Forstall von den anderen Vorstandskollegen nicht gemocht wurde, sieht Loop positiv. Denn diese Spannungen hätten auch dazu beigetragen, dass Apple innovativ sein konnte.

Dass Apple in der Pressemitteilung, in welcher der Abgang von Forstall und Browett bekannt gegeben wurde, die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren bei Apple so in den Vordergrund rückt, sieht Loop als Abkehr von Steve Jobs Führungsphilosophie. Dieser sagte jeweils klar, wenn ihm ein Projekt nicht gefiel.

Die Sorgen von Loop sind sicherlich nicht unbegründet. Es steht ausser Frage, dass Scott Forstall eine der treibenden Kräfte hinter iOS war und mit seiner Arbeit das Betriebssystem zum Erfolg führte. Die neuen treibenden Kräfte müssen nun dafür sorgen, dass Apple an den vergangenen Erfolgen anknüpfen kann.

Von Patrick Bieri
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