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Apple Watch: Luxus in London

«Unser bisher persönlichster Artikel.»

5 Kommentare — Veröffentlicht am Donnerstag, 23. April 2015, um 06:42 Uhr von Stefan Rechsteiner

Normalerweise berichten wir auf macprime.ch nicht persönlich und auch nicht in der ersten Person. Wenn wir über die Apple-Welt schreiben, haben wir nicht uns selber, sondern unsere Leser im Fokus. Da es bei der Apple Watch Edition aber vor allem um Persönlichkeit und Status geht, orientieren wir uns für einmal für diesen Artikel an diesen Pfeilern der Apple-Uhr. Wir haben uns aufgemacht, um im exklusiven Selfridges an der Londoner Oxford Street auszutesten, wie sich Apple im Luxus-Segment schlagen will. Schliesslich hat sich das Mac-Unternehmen mit der neuen Uhr den Luxus auf die Flagge geschrieben. Ein Erfahrungsbericht.

Bis das neueste Gadget von Apple offiziell in der Schweiz erhältlich sein wird, dürften noch einige Tage ins Land ziehen.
Diesen Ausblick vor Augen, nutzte ich einen Wochenendtrip nach London, um die neue Apple Watch in der britischen Metropole persönlich anzuprobieren und mir vorführen zu lassen.

In ausgewählten Retail Stores der Launch-Länder können Interessenten in einer persönlichen «Try On»-Session ihr gewünschtes Modell mit dem favorisierten Band anprobieren. Dabei wird man von einem Apple-Mitarbeiter persönlich betreut. Jeder Kunde kann so während etwa einer Viertelstunde in Ruhe die Apple Watch am eigenen Handgelenk ausprobieren. Wie fühlt sie sich an? Wie sieht sie aus? Passt sie zu mir?

Für die kostenlose Session ist ein persönlicher Termin abzuschliessen — online über die Apple-Webseite, oder falls Kapazitäten vorhanden sind auch gleich vor Ort im Store. Sicherheitshalber schloss ich meinen Termin im Voraus online ab, — es wäre aber auch vor Ort (am Samstag-Mittag!) mit Angabe meiner Apple-ID mit etwas Wartezeit möglich gewesen.

Im Speziellen wollte ich in London herausfinden, wie sich der iPhone-Hersteller im mit der Apple Watch auch angepeilten Luxus-Segment schlägt. Aus diesem Grund reservierte ich mir eine «Try On»-Session für die teure «Apple Watch Edition» — im eigens für die Uhr eingerichteten Apple-Watch-Store im exklusiven Luxus-Kaufhaus «Selfridges» an der Londoner Oxford Street.

Der «Apple Retail Store Apple Watch» im exklusiven Selfridges in London

Den neuen Store, oder besser die neue «Abteilung», liess Apple im «Wonder Room», also jenem Bereich des Einkaufszentrums einrichten, in welchem es alle namhaften und mitunter teuren Uhrenmarken und Schmuck zu erwerben gibt. Die passende Umgebung also für das neue Luxus-Objekt von Apple.

Visuell erinnert der Store an die normalen Retail Stores von Apple, ausser dass es vor dem in einer Spiegelwand eingelassenen leuchtenden Apple-Logo und zwischen den extra aufgestellten Bäumen nur einen einzigen Tisch gibt — darauf (oder besser: darin) sind alle Apple-Watch-Modelle ausgestellt.

Nicht nur die goldene, auch die stählerne «Apple Watch» und die «Apple Watch Sport» aus Aluminium kann man im Selfridges anschauen, anprobieren und austesten. Die «zahlbaren» Apple-Watch-Modelle können, begleitet von einem Apple-Angestellten, direkt im Store rund um den Tisch zwischen allen anderen Besuchern anprobiert werden. Für die Apple Watch Edition jedoch seien «etwas mehr Sicherheitsmassnahmen» notwendig, wie mir mein persönlicher Apple-Mitarbeiter verrät. Deshalb würden diese nicht hier mitten unter allen Anderen zur Anprobe verteilt, sondern «oben in einem privaten VIP-Bereich».

Welches Modell der Apple Watch Edition ich denn gerne anprobieren wolle, fragte mein persönlicher Berater. Meine Wahl fiel auf das 42-Millimeter Modell, 18 Karat Gelbgold, mit einem schwarzen «Classic»-Lederband. Kaufpreis: 12’000 Pfund, also rund 18’000 Schweizer Franken.

Apples neues «Objekt der Begierde»

Kurz nachdem der Berater meine Wahl in das mit dem Bestellsystem verbundene iPhone getippt hat, erschien ein Muskelprotz von Sicherheitsmann, der uns in den «privaten Bereich» begleitete.

Unterwegs erklärte mir mein Berater, dass die Verkaufsflächen im Selfridges eigentlich unter allen Marken geteilt werden. Nun aber für die Apple Watch habe Apple VIP-Räume erhalten, in denen man ungestört sein könne. Nicht ganz ernst gemeint witzelt er: «… weil wir sind ja Apple».

In der vergangenen Woche seit dem Vorverkaufsstart in Grossbritannien hätten viele «Berühmtheiten» und «Super-Reiche» den Apple-Watch-Store im Selfridges aufgesucht, um sich das neue Apple-Produkt anzuschauen und anschliessend zu bestellen — auch Apples Chef-Designer Jony Ive habe einmal vorbeigeschaut. Er sei einfach so ohne Sicherheitspersonal oder dergleichen zu Fuss vom Regent-Street-Store hier ins Selfridges gekommen, schwärmt mein Berater.

Zwei Stockwerke weiter oben werde ich vorbei an weiterem Sicherheitspersonal in die «privaten Bereiche» geführt. Dem Aussehen nach zu beurteilen waren diese Räume bisher wohl eine Art VIP-Ankleidekabinen — denn in den spartanisch eingerichteten Räumen befanden sich neben einem Sofa und einem kleinen, mit Vorhang abtrennbarem Bereich noch drei grosse, leicht zueinander angewinkelte Spiegel. Mich interessierte aber eigentlich nur das Sofa, auf welchem ich es mir gemütlich machen durfte, und die kleine Ablagefläche in der Form eines Tablars an der Wand gegenüber. Dort drauf lag nämlich bereits ein Verkaufstablar mit einer silbrigen Apple Watch. Ein Tablar, mit dem die Uhr demonstriert wird und welches in grosser Anzahl auch unten im Apple Watch Store zu finden ist.

In diesem «Tablar» ist ein iPad fix verbaut, daneben ragt eine voll funktionsfähige Apple Watch hervor. Wann immer man beim Bedienen dieser Demo-Apple-Watch in eine neue Ansicht wechselt, werden die neu verfügbaren Funktionen auf dem iPad-Display detailliert erläutert.

Auf der fix montierten Apple Watch lassen sich das System durchforsten und die Apps ausprobieren

Auch für das leibliche Wohl wird gesorgt, so fragt mich mein Berater, ob er mir etwas zu trinken anbieten darf.

Mit der Tablar-Apple-Watch kann ich mir die kurze Zeit vertreiben, bis eine weitere Apple-Angestellte — ebenfalls von Sicherheitspersonal begleitet — an der Türe klopft mir «meine» Apple Watch Edition bringt.

Mein persönlicher Berater erklärt und zeigt mir, dass jede Edition mit einem quadratischen Ledergehäuse mit integrierter Ladestation ausgeliefert wird. Sollte ich mich also für die Edition entscheiden, könne ich mich über dieses «hübsche Accessoire» freuen.

Sicherheitshalber nochmals kurz mit einem kleinen Tuch poliert, wird mir die Apple Watch Edition sogleich ans Handgelenk geschnallt — ich selber muss einzig das gewünschte Handgelenk hinhalten und mich «nicht über das Gewicht dieser goldenen Apple Watch wundern», wie mich mein Berater warnt.

18’000 Franken in der Form einer Apple Watch Edition an meinem Handgelenk

Die Uhr fühlt sich tatsächlich etwas bleiern an, jedoch empfand ich das Gewicht weder als schwer, noch in irgendwelcher Form störend.

Die umgeschnallte Apple Watch Edition lässt sich nicht frei bedienen, stattdessen läuft darauf eine Abfolge einiger der Funktionen der Uhr. Während auf dem Bildschirm eine Apple-Watch-Ansicht nach der Anderen vorbei huscht, bewirkt weder ein Tapen auf das Display, noch ein Betätigen der Home-Taste, geschweige denn das Drehen oder Drücken der «digitalen Krone» etwas an der Anzeige der Uhr. Es geht primär um das Anprobieren der Uhr — um das «Erfahren», wie sich die Uhr und das gewählte Band «für dich persönlich anfühlen», erklärt mir mein Berater.

Apple Watch Edition: Sitzt.
Von meiner Begleitung anprobiert: Apple Watch Edition, 38-Millimeter-Modell in 18 Karat Roségold, mit weissem «Fluorelastomer»-Sportarmband — Kostenpunkt: 8000 Pfund, knapp 11’500 Schweizer Franken.

Auf einmal vibriert die Apple Watch am Handgelenk — es ist ein subtiles, kaum hörbares, aber sehr angenehmes Vibrieren … ausgelöst durch eine simulierte Mitteilung, angetrieben durch die neue «Taptic Engine» mit dem «linearen Aktuator». Besonders gut fühlt sich auch der simulierte Herzschlag an.

Kann auch von hinten gefallen: Die Rückseite der Apple Watch

Während dem ganzen Termin habe ich die Uhr ganz für mich — ich darf Fotos machen, die Bänder abnehmen, das Gerät aufs gründlichste Inspizieren. Ich scheine alle Zeit der Welt zu haben. Während keiner Sekunde versucht mein Berater mir die Uhr anzudrehen oder überhaupt sie mir zu «verkaufen». Kein Stress. Kein Verkaufsdrang. Nichts dergleichen.

Selfie mit Apple Watch

Nach gut 20 Minuten haben ich die Uhr gesehen. Mein sympathischer Berater führt mich mit den Apple Watch in den Händen und dem Sicherheitspersonal an der Seite wieder in den «öffentlichen» Verkaufsbereich des Selfridges zurück und verabschiedet mich freundlich. Kurz darauf verschwinden die beiden ein Stockwerk tiefer hinter einer «Staff only»-Türe.

Übrigens: Ich kann es mir sehr gut vorstellen, dass Apple auch hierzulande exklusive Boutiquen einzig für die Apple Watch aufbauen wird. Die vier hiesigen Retail Stores des Mac-Herstellers sind allesamt nicht derart gross, dass sich hier genügend Platz für eine angemessene Apple-Watch-Abteilung finden würde. Beispielsweise der grösste Schweizer Store, jener in Zürich, ist bekanntlich non-stop hoffnungslos überfüllt. Um für die Apple Watch Edition ein geeignetes Verkaufs-Umfeld zu schaffen, müsste Apple also zusätzlichen Platz einmieten (natürlich nicht nur für das teure Modell, aber besonders für dieses). Die Apple Watch Edition, die dereinst in der Schweiz wohl zumindest in Zürich und Genf angeboten werden wird, könnte man also vielleicht bald in einer exklusiven Apple-Watch-Boutique an der Zürcher Bahnhofstrasse oder an der Rue du Rhône oder im Carouge in Genf finden.

Bald auch eine Apple Watch Boutique in der Schweiz?

Tags: Apple Store Zürich Bahnhofstrasse, Apple Watch, Carouge, England, Genf, Grossbritannien, London, Oxford Street, Rue du Rhône, Selfridges, UK, Zürich

5 Kommentare

Kommentar von zackwinter (#28796)

Vielen Dank für deine persönlichen Eindrücke. Ich habe ja schon viele Berichte und dessen Ablauf bei der Edition gelesen. Und es läuft - wen wundert es - immer gleich an. Teilweise wurde beklagt, dass das Sicherheitspersonal störend war, weil dieses permanent Misstrauen gegenüber dem Kunden hat und ein scharfes Auge auf dich wirft, was du für Bewegungen machst. Hattest du auch das Gefühl ??

Kommentar von Stefan Rechsteiner (#28797)

@zackwinter: Überhaupt nicht. Hatte den Sicherheitsmann eigentlich kaum bemerkt — der war sehr im Hintergrund. Und ich hätte wohl mehr als genügend Gelegenheiten gehabt irgendwas «Krummes» zu machen ;-) Der Sicherheitsmann war ja auch nur beim Standortwechsel von unten im Store zu den privaten Bereichen oben (und retour) mit dabei. In den Raum selbst kam er nicht mit.

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