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Apple will Bildungswesen revolutionieren: iBooks 2, iBooks Author und neues iTunes U

2 Kommentare — Veröffentlicht am Donnerstag, 19. Januar 2012, um 18:16 Uhr von Stefan Rechsteiner

Apple hat heute im Guggenheim Museum in New York eine «Apple in Education» Strategie gestartet. Phil Schiller eröffnete die Keynote mit einem Blick auf den Bildungsmarkt — speziell in den USA. Das Bildungswesen sei tief verwurzelt in der DNA von Apple, so der Marketing-Chef von Apple. Immer mehr Schüler entdecken das iPad und die enormen Möglichkeiten, die sich mit dem iPad für sie eröffnen. Diese Entwicklung verlaufe rasant und sei absolut bemerkenswert, so Schiller. Schüler nutzen iPads zum Lernen und zum Kommunizieren — vom Kindergarten bis hin zum College. Gerade in den USA haben es die Schüler aber häufig schwer. Nur gerade 70% aller Schüler schaffen den Abschluss. Die Schüler seien unmotiviert, die meisten Bildungsinstitute haben kein Geld, sind veraltet und die Klassen seien viel zu gross. Im internationalen Vergleich hinkt die USA in jeder Bildungskategorie anderen Ländern hinterher — teils markant. Apple habe Wege gesucht, wie man den Bildungsinstitutionen und Lehrern unter die Arme greifen könne, und glaubt nun, in einem Bereich helfen zu können. Apple möchte das Lern-Engagement der Schüler verbessern. Wie sich Apple diese Hilfe vorstellt, hat sie heute in New York präsentiert: sie nennen sich «iBooks 2», «iBooks Author» und «iTunes U App».

iBooks 2

Mit einem iPad etwas zu lernen mache unheimlichen Spass, so Phil Schiller. Das iPad ist interaktiv, handlich und sehr leistungsfähig. Bis Dato finden sich bereits über 20’000 Apps im App Store für den iPad, welche sich um das Thema Wissen und Bildung drehen. Hinzu kommt ein grosses Angebot an Büchern im iBookstore. Bereits heute werden 1.5 Millionen iPads in Schulen eingesetzt — Tendenz stark steigend. Laut Apple ist das iPad prädestiniert, um Schülern beim Lernen zu helfen. Dazu möchte Apple nun die Lehrbücher neu erfinden. Die Nachteile herkömmlicher Lehrbücher sind offensichtlich: Sie sind weder sehr portabel, noch sehr langlebig, unter keinen Umständen interaktiv, können nicht schnell durchsucht werden und sind meist schnell veraltet. Der einzige Vorteil von herkömmlichen Lehrbüchern ist deren Inhalt — dieser sei meist wirklich grossartig. Hingegen ein iPad ist portabel, langlebig, interaktiv und hat Suchfunktionen — einzig beim Inhalt hinkt das iPad den herkömmlichen Lehrbüchern noch hinterher. Apple möchte mit dem iPad nun also die Lehrbücher revolutionieren — und macht das mit «iBooks 2».
Die E-Book-App von Apple erlaubt ab sofort erweiterte Interaktionen in iBooks. Bisher waren Videos und Audio-Aufnahmen die einzigen Elemente, die E-Books darstellen konnten. Mit den neuen «iBooks 2» sind animierte und interaktive Grafiken und 3D-Modelle möglich. Sogar Quizze können in ein Buch integriert werden. Ausserdem gibt es bei der neuem E-Book-Generation auch designtechnisch keine Grenzen mehr. Desweiteren bietet «iBooks 2» auch interaktive Möglichkeiten mit dem Glossar eines Buches. Dieses muss nicht mehr wie bisher sein Leben im hintersten Teil des Buches fristen, sondern ist dank neuer iBooks-2-Technologie auf jeder Seite des Buches direkt aufrufbar, sobald ein Wort im Buch-Text vorkommt, welches im Glossar näher definiert wird (ähnlich der bekannten «Im Lexikon nachschlagen»-Funktion). Alle Wörter aus dem Glossar können zudem in einer speziellen Ansicht auch mit interaktiven Karteikärtchen gelernt werden.
Diese neuen Lehrbücher sind natürlich im iBookstore zu finden — dort werden sie für 14.99 US-Dollar (oder weniger) angeboten. Derzeit werden primär Lehrbücher angeboten, die neuen interaktiven Möglichkeiten stehen aber natürlich auch Sachbüchern und normalen Büchern zur Verfügung. Apple ist mit den drei grössten Lehrbücher-Verlagen der USA (McGraw Hill, Pearson und Houghton Mifflin Hafcourt) eine Partnerschaft eingegangen, welche deren Bücher in den iBookstore bringen soll — ab sofort sind somit eine Vielzahl von Schulbüchern im iBookstore erhältlich. Die drei Verlage vertreiben über 90% aller US-Lehrbücher.

Die neue iBooks-App ist ab sofort kostenlos im App Store für iPad, iPhone und iPod touch verfügbar.

iBooks Author

Eine neue Mac-Software namens «iBooks Author» erlaubt das ‘kinderleichte’ Erstellen von interaktiven Büchern für den iBookstore. Die kostenlose Software erinnert stark an die Programme der iWork-Suite — kann sie doch als eine Kreuzung zwischen Pages und Keynote verstanden werden. Mit «iBooks Author» können interaktive E-Books erstellt werden, dazu stehen zur Unterstützung auch Vorlagen zur Verfügung. Mittels Drag and Drop können Bilder, Videos und Audio-Dateien wie auch interaktive Grafiken und 3D-Modelle in die Bücher integriert werden. Ausserdem können den Büchern auch Keynote-Präsentationen hinzugefügt werden oder mittels HTML5 (d.h. JavaScript und HTML5) eigene interaktive Elemente gebaut werden. Das Tool erlaubt ausserdem das direkte Testen eines iBooks auf einem an den Mac angeschlossenen iPad — dazu genügt ein Klick auf ein Button und schon kann das eben erstellte iBooks auf dem iPad betrachtet werden. Ähnlich einfach verläuft das direkte hinzufügen eines neu erstellten iBooks (oder eines überarbeiteten/aktualisierten Buches) aus «iBooks Author» in den iBookstore.

«iBooks Author» ist ab sofort kostenlos im Mac App Store verfügbar. Es ist gut 130 MB gross und setzt OS X Lion 10.7.2 voraus.

«iTunes U» App

«iTunes U», die laut Apple grösste Sammlung kostenloser Schulungsunterlagen, kann ab sofort auch über eine eigene App genutzt werden. Bereits über 1000 Bildungsinstitute — allen voran Universitäten — bieten auf iTunes kostenlos Vorlesungen zum herunterladen an. Schüler und Interessierte haben bereits über 700 Millionen Mal solche Unterlagen aus «iTunes U» heruntergeladen. Mit dem erweiterten «iTunes U», kann das Lehrinhalte-Angebot neu auch Online-Kurse beinhalten. Über die neue App und auf einem überarbeiteten iTunes-U-Interface im Web-Browser können Dozenten ihre ganzen Vorlesungen planen und verteilen — Schüler können die Vorlesungen laden, interaktive Lern-Möglichkeiten nutzen und sowohl mit anderen Schülern wie auch Dozenten kommunizieren. Desweiteren öffnet Apple das bisher Universitäten vorbehaltene «iTunes U» nun auch für Schulen auf Sekundarstuffe. Zum Start haben bereits sechs grosse Universitäten über 100 neue interaktive Vorlesungen veröffentlicht.

Die neue kostenlose «iTunes U»-App ist ab sofort im App Store für iPad, iPhone und iPod touch erhältlich und setzt iOS 5 voraus.

Apple in Education

In einer neuen Rubrik auf Apple.com zeigt Apple die heute vorgestellten Neuheiten und alle anderen Bildungs-Angebote von Apple. Darunter auch ein kurzes Video, welches die heutigen Neuheiten zusammenfasst.

Bildergalerie

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Kategorie: Events
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2 Kommentare

Kommentar von anonymous9640 (#24870)

nun ja die interaktiven Lehrbücher sind ja toll, aber 2 Probekapitel des biologie Buches “Life on Earth” braucht satte 900 MB und das sind nur 2 Kapitel, da brauch ich ja ein iPad mit einem RIESEN Speicher, wenn ich da ein paar Bücher möchte.
Ausserdem sollte Apple noch eine Bildungsversion des iPads verkaufen, z.B. ohne GPS, Kamera damit es auch viel billiger ist.

Kommentar von Robin (#24871)

iBooks Author nur für 10.7. Sorry Apple aber der Mac ist immer noch kein iPhone oder iPod.
Die gebotene Spielwiese von Lion, dessen Gras immer noch taufrisch ist, aus meiner Sicht immer noch eine Frechheit hinsichtlich Funktionalität. Wie wärs mal mit funktionierendem WLAN, um nur ein Beispiel von vielen zu nennen. Da lockt auch das kostenlose Konzept nicht. Eher enttäuscht es mich noch mehr.

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