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Passwort vergessen?

Apple stellt die «iCloud» vor

16 Kommentare — Veröffentlicht am Montag, 06. Juni 2011, um 22:25 Uhr von Stefan Rechsteiner

Apple hat heute «iCloud» vorgestellt. «iCloud» ist die Forsetzung von Apples Internet-Strategie rund um den Digital Hub, Mac OS X, iOS, MobileMe und iTunes. «iCloud» ist eine Cloud-Lösung, mit welcher Daten künftig «in der Wolke», d.h. im Internet, gespeichert werden und danach auf alle eigenen Geräte verteilt werden.

Steve Jobs erklärt das Prinzip hinter der «iCloud» am Digitalen Hub, der Apple-Strategie Anfang der 00er Jahre. Der Mac ist das Zentrum des digitalen Lebens. Alles läuft über den Computer — mit Plug-and-Play lassen sich Digital Kameras, Video-Kameras, Music-Player und andere Geräte an den Computer anschliessen und die Inhalte werden zentral am Computer gespeichert und verwaltet. Doch in den letzten Jahren haben sich die Gesellschaft immer mehr zu einer «Mehr-Geräte-Gesellschaft» entwickelt. Man hat mehrere Computer, hat ein iPhone, ein iPad und so weiter. Es sei immer komplizierter all diese Geräte immer mit den aktuellsten Daten zu versorgen. Man kauft auf dem iPhone ein Lied, updatet auf dem Mac ein Adressbuch-Eintrag und erstellt mit dem iPad eine Pages-Datei. Bisher musste man alle Geräte manuell miteinander snychroniseren, bis alle Geräte die selben Dateien auch hatten (natürlich gibt es Exchange oder MobileMe, die einige Arten von Daten wie Kontakte, Mails, Kalender unter mehreren Geräten aktuell halten). Dieses mühsame manuelle synchronisieren und abgleichen der Daten soll mit iCloud der Vergangenheit angehören.

iCloud speichert alle Daten in der Wolke und verteilt sie dann sofort auf alle Geräte. Dies geschieht gänzlich automatisch und kabellos. Da iCloud direkt in die Applikaionen und das System eingebaut sind, geschieht alles ohne zusätzlichen Aufwand — «it all just works» (Steve Jobs).

iCloud wird zusammen mit iOS 5 im Herbst eingeführt und wird kostenlos sein.

Zu iCloud gehören folgende Dienste:

Die bisherigen MobileMe Dienste

Kontakte, Kalender und Mail wurden allesammt erneuer und so umgeschrieben, dass sie mit iCloud zusammenarbeiten können. Benutzer können Kalender mit Freunden und Familien teilen und der @me.com-Mail-Account unterstützt Push-Mails.

Inhalte aus App Store und iBookstore laden

Der App Store und der iBookstore zeigen neu auf den iOS-Geräten alle bisher gekauften Apps bzw. Bücher an, auch wenn sie nicht auf dem entsprechenden Gerät installiert sind. Durch ein neues iCloud-Icon neben dem App- bzw. Buch-Titel können so bereits einmal gekaufte Apps bzw. Bücher jederzeit direkt auf alle Geräte (bis zu 10 Geräte) heruntergeladen werden ohne umweg über iTunes und ohne die App oder das Buch nochmals bezahlen zu müssen.

iCloud Backup

Die iCloud sichert täglich automatisch und sicher alle Daten eines iOS-Gerätes über WiFi in die Wolke. Zu den gesicherten Daten gehören gekaufte Musik, Apps und Bücher sowie Fotos und Videos wie auch die Geräte Einstellungen und App Daten. Wird einmal ein iOS-Gerät ausgewechselt, kann durch simple angabe von Apple ID und Passwort aus der iCloud das Gerät wieder mit allen alten Daten bestückt werden.

iCloud Storage

Mit iCloud Storage stehen einem in der Wokle ein Speicher zur Verfüfung auf welcher alle Dokumente, die mit einem iCloud-kompatiblen Programm erstellt wurden, abgespeichert werden. Die in der iCloud Storage gespeicherten Dokumente werden dann automatisch an alle Geräte verteilt. Die kostenlos verfügbare Speichermenge in der iCloud beträgt 5 GB für Mails, Dokumente und Backup. Den Speicherplatz für die gekaufte Musik, Apps und Bücher sowie für den «Photo Stream» zählen nicht zu diesen 5 GB, da diese Inhalte von Apple eh bereits angeboten werden (iTunes Store, App Store, iBookstore) bzw. «Photo Stream» einen eigenen Speicherplatz hat.

iCloud Photo Stream

Fotos, die mit einem iOS-Gerät geschossen werden, werden automatisch an die iCloud geschickt. Dort werden bis zu 1000 Fotos bis zu 30 Tage gespeichert. Im Photo Stream gespeicherte Fotos werden automatisch auf andere Geräte synchronisiert — auf dem Mac in iPhone, auf dem PC in den «Bilder»-Ordner und beim AppleTV wird es einen neuen Menüpunkt «Photo Stream» geben.

iTunes in the Cloud

Ähnlich den Apps aus dem App Store und den Büchern aus dem iBookstore können auf anderen Geräten gekaufte Werke aus dem iTunes Store auf alle Geräte heruntergeladen werden. Optional kann auf den iOS-Geräten auch eine Einstellung aktiviert werden, wodurch auf anderen Geräten eingekaufte Titel immer gleich sofort automatisch heruntergeladen werden.

iTunes Match

Musik, die nicht im iTunes Store gekauft wurde, sich aber in der iTunes Mediathek befindet, können über die Funktion «iTunes Match» durch Dateien aus dem iTunes Store ersetzt werden. Die Datein aus dem iTunes Store sind DRM-frei und im 256 kbps AAC-Format. Da der iTunes Store mittlerweile über 18 Millionen Titel anbietet, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass diese Titel durch «iTunes Match» abgedeckt werden können. Ist dies jedoch nicht der Fall — also gibt es die eigenen Titel nicht im iTunes Store — so können diese Musik-Titel in die Cloud heraufgeladen werden.
iTunes Match wird wie iCloud im Herbst verfügbar sein und jährlich CHF 25.— kosten

Mehr Speicherplatz für die iCloud

Benutzer können mehr als die von Apple kostenlos zur Verfügung gestellten 5 GB Speicherplatz kaufen. Details zu den Preisen gibt es jedoch erst bei der iCloud-Einführung im Herbst.

Kategorie: Apple
Tags: App Store, Apple, iCloud, Internet, iOS, iPad, iPhone, iTunes, iTunes Store, Mac, Mac OS X, Musik, Steve Jobs, Update, Video, WWDC 2011

16 Kommentare

Kommentar von Anubis (#23803)

Die neue ICloud wirft doch sehr viele Fragen auf:
- Was geschiet mit den Web-Anwenungen Calendar . Mail . Adressbuch? Werden diese einfach aufgelöst oder bestehen sie weiter???
- Funktioniert ICloud nur unter MacOS Lion oder auch unter Snow Leopard oder Leopard Macs??
- Die Synchronisation von Kalenderdaten - Mails - Adressen macht ja Sinn, auch bei Dokumenten kann dies Sinvoll sein. Bei Fotos und Musik gerade beim Import in IPhoto oder ITunes, bei zig1000 Fotos oder Musiktiteln, diese alle noch auf dem Iphone zu haben ist doch eher problematisch…, will man doch vielleicht nur gewisse Fotoalben oder Playlits synchronisieren, von den Kosten ohne WIFI in einem 3G Netz ganz zu schweigen.

Kommentar von daffyduck (Gelöschter User) (#23812)

Hmm… jetzt wird’s für Apple noch einfacher Kundenprofile zu erstellen.

Denn bald haben jene dank iCloud nicht nur die Name, Adresse und Kreditkartennummer… nein bald noch Deine Fotos, Mails, alle Deine Adressdaten und Deine Bewerbungsschreiben in Dokumentenform.

Hat eigentlich jemand eine Ahnung was man daraus alles herauslesen kann? Geschweige wenn man diese Informationen für zB. Marketingzwecke weiter verkaufen würde… “Ich” als Hackergruppe würde dort wie bei Sony per sofort zuschlagen. Die für Marketingzwecke erstellbaren Personenprofile wären Gold wert. Auch zB. für’s FBI ;)

So liebes Wölkchen, hoffen wir nur dass Du nie in die Luft gehst… Andernfalls werden die Köpfe die ohne ihr Hirn einzuschalten ihre Daten in die Wolke speisten wohl schnell laut brüllen. Dann ist nix mehr mit dumm grinsen ;D

Kommentar von daffyduck (Gelöschter User) (#23830)

@Anubis
Ja, die gute alte Datenmenge. Ich habe auch keinen Bock meine 18MP Fotos im RAW-Format zu Syncen. Mein Rechner hat schon Mühe damit… doch um diese grossen Fotos geht es ja bei Apple überhaupt nicht. Ich war schon immer ein Sonderfall da ich grosse Datenmengen generiere. Nicht weil ich’s nicht kleiner könnte ;)

...doch schon damals waren Citrix-Berater bei uns in der Firma und zogen ihre perfekte Presentation ab. Wie preisgünstig doch die Auslagerung der Software und wie schnell die Daten im Rechencenter verarbeitet werden können…

Ich stellte denen aber genau eine Frage: Ich scanne also ein Foto für den Posterdruck in der Grösse A1 mit 150lpi ein. Dies gibt ein Dateigrösse von etwa 100 MB. Wenn ich also diese Datei mit der auf dem Server installierten Software verarbeiten möchte, müssen die Daten und dessen Inhalt auf den Server gelangen?

Die Antwort war: “Er müsse dies abklären”... und ich hörte nie wieder etwas von ihm. Damals hatten wir noch ISDN und das war das schnellste.

Warum erzähle ich das eigentlich? Ganz einfach… die Internetleitungen sind heute viel schneller als früher. Gleichzeitig aber haben sich die Daten verdoppelt, in allen Bereichen. Rechnet Ihr nun mal Euer begrenztes/kleines iPhone-Abo (zB. 1 GB/Mt.) und Synct regelmässig Fotos, Dokumente ect. werdet Ihr um ein sehr viel teureres Abo nicht herumkommen. Tut dies dieser dienst auch noch unabsichtlich (automatisiert) im Urlaub… werdet Ihr bei der nachfolgenden Rechnung sprichwörtlich nicht nur an die Decke sondern gleich ein paar Etagen weiter oben die iWolke grüssen.

So, das war nun die zweite Warnung ;) ...denkt mal selber darüber nach wo sonst noch Fallen lauern. Ich habe fertig :)

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