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eBook-Preiskartell: Apple droht Strafe von einer halben Milliarde US-Dollar

1 Kommentar — Veröffentlicht am Freitag, 26. Juli 2013, um 09:40 Uhr von Patrick Bieri

Nach dem Schuldspruch gegen Apple im eBook-Preiskartell-Fall ist noch die Frage offen, welche Strafe Apple zu bezahlen hat. Ein in dieser Woche veröffentlichtes Dokument gibt Einblick in die Strafzahlungen der anderen Verlage und lässt Rückschlüsse auf die mögliche Bussenhöhe von Apple zu.

Der von GigaOM publizierte Chart zeigt auf, welcher Schaden durch die Preisabsprache entstanden sein soll und welche Busse die Verlage bereits bezahlt haben, um einem Prozess zu entgehen. Beispielsweise bezahlte der Verlag «Hachette» lediglich 52 Prozent des von ihm mutmasslich generierten Schadens von 63.3 Millionen US-Dollar. Der Penguin-Verlag bezahlte hingegen mit 121 Prozent der von ihm generierten Schadensumme deutlich mehr als die anderen Verlage. Insgesamt bezahlten die Verlage über 166 Millionen US-Dollar Busse, was einem Anteil von 76 Prozent der mutmasslich entstandenen Schadensumme entspricht.

Einem US-Rechtsanwalt zufolge wird die durch das Preiskartell verursachte Schadenshöhe mit dem Faktor drei multipliziert. Von diesen 656.7 Millionen US-Dollar werden die 166.2 Millionen US-Dollar, welche die Verlage bereits bezahlt haben, abgezogen. Damit verbleibt ein offener Betrag von 490.5 Millionen US-Dollar, welcher wohl von Apple zu begleichen wäre.
Die Zahlen zeigen auch, dass es sich für die Unternehmen im Zweifel lohnt, einen Vergleich mit den Behörden abzuschliessen. Mit einem Vergleich kommt man in der Regel deutlich günstiger davon als mit einer Busse, welche aufgrund eines Gerichtsurteils ergeht. Je früher man zudem mit der Justiz kooperiert, desto grosszügiger ist der gewährte «Rabatt».

Vor rund zwei Wochen wurde Apple für schuldig befunden, zusammen mit fünf Verlagen ein Preiskartell auf dem eBook-Markt gebildet zu haben. Die Parteien einigten sich laut Schuldspruch vor der Lancierung des iBookstores darauf, dass die Verlage die Preise festsetzen, während Apple eine garantierte Marge erhalten sollte. Der Standard-Preis für ein Buch stieg nach dem Beginn der Kartell-Aktivitäten von unter 10 US-Dollar auf 12.99 bis 14.99 US-Dollar an.
Apple hat angekündigt, gegen das Urteil Berufung einzulegen. Rechtsexperten sehen allerdings nur geringe Chancen für Apple. Das Urteil sei aufgrund der Faktenlage sauber zu Stande gekommen und damit für Apple schwer angreifbar.

Übersich über die Zahlungen der Verlage im eBook-Fall Quelle: GigaOM

Kategorie: Apple
Tags: Apple, Busse, eBook, Gericht, iBooks, iBookstore, Justiz, Preise, Strafe, USA, Verlag

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