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Endet Apples Wachstum auf dem chinesischen Smartphone-Markt?

Veröffentlicht am Samstag, 19. Juli 2014, um 08:42 Uhr von Patrick Bieri

Apple investierte in den vergangenen Jahren viel Geld in den chinesischen Markt. In diesem aufstrebenden Markt wollten Apple und andere IT-Konzerne grosse Wachstumsraten erzielen. Nun könnte der Boom ein Ende haben: der Markt nähert sich der Sättigungsgrenze und die Telekom-Provider müssen ihre Subventionen zurückfahren. Profitieren könnten vor allem die chinesischen Hersteller.

Einem Bericht der Finanz und Wirtschaft zufolge könnte Apples Wachstum auf dem chinesischen Smartphone-Markt bald ein Ende haben. Ein wichtiger Grund für diese Entwicklung soll die Sättigung des Marktes sein. Gemäss der Wirtschaftszeitung nähert sich der chinesische Smartphone-Markt der Sättigungsgrenze. Das Wachstum dürfte in den nächsten Jahren deutlich abflachen. Bereits heute werden auf dem chinesischen Mobilfunk-Markt 90 Prozent der Umsätze mit Smartphones erzielt.

Aufgrund dieser Entwicklung werden für die Smartphone-Hersteller andere Märkte zunehmend attraktiver.

6.4 Milliarden US-Dollar weniger fürs Marketing

Für Apple könnte eine Entscheidung der chinesischen Kommission des Staatsrats zur Kontrolle und Verwaltung des Staatsvermögens (kurz Sasac) weitreichende Folgen haben. Die Kommission soll die drei Telekom-Anbieter China Mobile, China United Network und China Telecommunications aufgefordert haben, die Subventionen für neue Smartphones zurückzufahren. In den nächsten drei Jahren sollen die Marketing-Ausgaben, zu welchen auch die Aufwendungen für Subventionen gehören, um 6.4 Milliarden US-Dollar sinken.

Die Sasac wirft den drei Unternehmen vor, die Geräte zu günstig an die Konsumenten abzugeben. In China sollen zwei Drittel der verkauften Geräte von den Telekom-Anbietern günstiger abgegeben worden sein.

iPhone-Lancierung sorgt für höhere Subventionen

Gemäss dem CFO von China Mobile, Xue Taohai, stiegen durch die Einführung des iPhones die Subventions-Ausgaben markant. Angeblich gaben die chinesischen Mobilfunk-Provider nach der Einführung des iPhones 30 Prozent mehr aus, um die Smartphones verbilligt abgeben zu können.

Von der erzwungenen Senkung der Marketing-Ausgaben dürften insbesondere die hochpreisigen Smartphones betroffen sein. Neben dem iPhone 5s und dem iPhone 5c könnten auch Smartphones von Samsung und Sony zu den betroffenen Geräten gehören.

Verdeckte Förderung von einheimischen Herstellern?

Von dieser Preissteigerung könnten die chinesischen Hersteller profitieren. Einige Beobachter vermuten, dass die chinesische Regierung gezielt die einheimischen Hersteller stärken will. Die chinesischen Hersteller haben sich in den vergangenen Jahren auf die Herstellung von günstigen Smartphones spezialisiert. Durch die sinkenden Subventionen werden diese Geräte nun attraktiver.

Weil sich die Einführung des neuen TD-LTE-Netzes verzögert, halten sich die chinesischen Konsumenten mit dem Kauf neuer Smartphones zurück. Auch deshalb sind die chinesischen Hersteller im Moment unter Druck.

Apple investierte viel in den chinesischen Markt

In den nächsten Monaten wird sich zeigen, ob sich Apples Investitionen in den chinesischen Markt ausbezahlt haben. Das Unternehmen hat erst zu Beginn des Jahres eine Partnerschaft mit dem grössten chinesischen Mobilfunk-Provider China Mobile gestartet. Damit erhält das Unternehmen Zugang zu 700 Millionen potentiellen iPhone-Kunden. Bislang sind nur das iPhone 5s und das iPhone 5c mit dem Netz von China Mobile kompatibel.
Vor Vertragsschluss sollen die Unternehmen rund sechs Jahre verhandelt haben.

Auch mit den anderen grossen chinesischen Mobilfunk-Providern unterhält Apple Partnerschaften.

Kategorie: Apple
Tags: Apple, China, China Mobile, China Telecom, China Unicom, Entwicklung, iPhone, iPhone 5c, iPhone 5s, Mobilfunkanbieter, Regierung, Samsung

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