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Entwicklung an Open-Source-Browser Camino eingestellt

Veröffentlicht am Dienstag, 04. Juni 2013, um 16:56 Uhr von Stefan Rechsteiner

Nach 10 Jahren Entwicklung wurde die Arbeit am Mac-Browser «Camino» nun eingestellt, dies teilte Projekt-Leiter Stuart Morgan Ende letzter Woche auf der Camino-Projektseite mit.

Ende 2001 startete bei Netscape ein Projekt, bei dem es darum ging, die Firefox zugrunde liegende Browser-Engine «Gecko» in einer mit Apples Cocoa-Framework entwickelten Applikation auszuführen. Firefox, damals noch «Phoenix» lief in einer cross-platform Interface-Markup-Sprache, weshalb Firefox auch viele Jahre lang nicht auf native OS-X-Funktionen und -Ausgaben zurückgreifen konnte. Anfang 2002 stiess Dave Hyatt zum Projekt, welches fortan als «Chimera» bekannt wurde. Dave Hyatt startete zuvor die Entwicklung des Firefox bzw. Phyoenix-Browsers und wechselte später im Jahr 2002 zu Apple, wo er das WebKit- und Safari-Team übernahm und bis heute vorsteht. Mike Pinkerton übernahm die Leitung des Projektes. Die erste Chimera-Version wurde im Februar 2002 veröffentlicht. Aufgrund rechtlicher Probleme musste Anfang 2003 das Projekt umbenannt werden — seither war der Browser unter dem Namen «Camino» bekannt.

Der Open-Source-Browser war zwar beliebt, konnte sich aber nie gegen die «grossen Browser» durchsetzen. In seinen ersten Jahren war Camino vor allem deshalb interessant, weil er die Firefox-Engine in einer nativen Cocoa-Applikation auf den Mac brachte, während Firefox aufgrund seiner eigenen Interface-Sprache auf dem Mac lange wie ein «Fremdkörper» zu bedienen war. Mit dem Aufkommen von Apples Safari, danach verbesserten Versionen von Mozillas Firefox und jüngst Googles Chrome geriet Camino immer weiter ins Hintertreffen. Pinkerton verliess Mozilla Ende 2005 und ging zu Google — wo er heute an der Mac-Ausgabe des Chrome-Browsers arbeitet.

Die letzte Version 2.1.2 von Camio erschien am 14. März 2012. Da dies bereits über ein Jahr her ist, verwundert der Grund für die Einstellung des Projektes auch nicht gross. In der Mitteilung steht, dass Camino nicht mehr auf dem Stand der Zeit sei und schon lange keine Sicherheitsupdates mehr erhalten habe, wodurch der Browser sehr unsicher geworden sei. Man habe heute aber, so steht es im Camino-Blog weiter, eine gute Auswahl an modernen Browsern — nicht so wie dies vor 10 Jahren der Fall gewesen sei.
Ehemalige Camino-Team-Mitglieder seien heute an der Entwicklung aller drei modernen Browsern — Chrome, Firefox und Safari — beteiligt. Während dies zwar das Ende von Camino selbst sei, helfe die Community, welche Camino erschuf, weiterhin, das Web für Mac-Benutzer besser zu machen.

Auch macprime.ch sieht sich in seiner Geschichte mit Camino verbunden. Unser erstes grösseres Projekt war die Übersetzung von Camino ins Schweizerdeutsche. Zusammen mit Robin Albeck von com-2-mac.de hatten wir im Juni 2003 mit «Camino SWI» so den «ersten Browser auf Schweizerdeutsch» veröffentlicht. Das Projekt wurde später als «Camino CH» in Eigenregie bis im September 2006 weitergeführt (siehe unser Special zu «10 Jahre macprime.ch»).

Kategorie: Software
Tags: Apple, Browser, Browser Engine, Camino, Chrome, Dave Hyatt, Firefox, Gecko, Google, Internet Explorer, Mike Pinkerton, Mozilla, Netscape, Safari, Stuart Morgan, WebKit

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