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Grosses Businessweek-Interview mit Tim Cook

Veröffentlicht am Montag, 10. Dezember 2012, um 10:22 Uhr von Patrick Bieri

In der letzten Woche äusserte sich Tim Cook gegenüber dem amerikanischen Fernsehsender NBC zur Zukunft von Apple. Er gab dabei bekannt, dass Apple ab dem nächsten Jahr eine der fünf Mac-Linien in den USA produzieren wird.

In der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins «Businessweek» ist ein weiters ausführliches Interview mit dem Apple CEO abgedruckt.

Apples Innovationskraft

Innovation und Kreativität sind gemäss Tim Cook nicht Dinge, welche einfach so kommen. Um Innovativ zu sein, brauche man zum einen das Können, aber auch die Disziplin, um seine Ziele zu verfolgen. Cook hält es für falsch, wenn ein Unternehmen einen «Vice President of Innovation» installiert. Dies sei das Signal, dass etwas nicht gut läuft.

Zu den Gerüchten, dass iOS und OS X in mittelbarer Zukunft miteinander verschmelzen werden, äusserte sich Tim Cook bedeckt. Die Kunden wollen nicht, dass auf beiden Plattformen dasselbe Betriebssystem läuft, sondern, dass die beiden Betriebssysteme nahtlos zusammenarbeiten. Mit der immer stärkeren Integration von iOS in OS X wird diesem Kundenwunsch nun Rechnung getragen.

Das Verhältnis zu Jonathan Ive

Zu Apple Chef-Designer Jony Ives neuem Arbeitsbereich — dem Software-Design für den gesamten Apple-Konzern — meint Tim Cook, dass Ive einen grossartigen Job gemacht hat, was das Hardware-Design angeht. Nun werde sein Wissen genutzt, um die Oberfläche der Software schöner zu machen.
Tim Cook habe sehr viel Respekt vor dem, was Ive in den letzten Jahren für Apple getan habe. Was beide Manager verbindet, ist gemäss Cook die Liebe zu Apple und die Liebe dazu, grossartige Dinge herzustellen. Beide denken auch auf einer simplen Ebene und setzen auf eine ausgeprägte Zusammenarbeit.

Die Zukunft des iPads

Tim Cook geht davon aus, dass das iPad das dominierende Tablet auf dem Markt bleiben wird. 90% des globalen Tablet-Browser-Traffics geht von iPads aus (die reellen Verkaufszahlen des iPads sind allerdings bedeutend tiefer). Cook geht von den guten Marktzahlen davon aus, dass das iPad im Gegensatz zu den Konkurrenzprodukten Teil des Lebens der Menschen geworden ist. Tim Cook ist stolz darauf, dass man mit dem iPad die ganze Produktpalette auf den Kopf gestellt hat.
Man sei bei Apple auch in Bezug auf das iPad bestrebt, das beste Produkt auf dem Markt herzustellen. Dabei achte man besonders auf die nahtlose Zusammenarbeit zwischen Software und Hardware. Gemäss Tim Cook sei Android eher das, was Windows in der PC-Welt ist. Den «Android-Weg» möchte man bei Apple nicht einschlagen.

Die iPad-Konkurrenz

Tim Cook hat sich auch schon Konkurrenzprodukte des iPads betrachtet, darunter Samsungs Galaxy Tab sowie Microsofts Surface-Tablet. Beide Produkte sind gemäss Tim Cook zu weit vom Einfachheitsideal entfernt. Bei den Konkurrenz-Produkten ist der Kunde gemäss Cook nicht im Zentrum des Interesses, sondern das Gerät selbst.

Preisgestaltung

Wenn man Tim Cook glaubt, dann war ein günstigeres iPad mini niemals eine Option. Cook geht davon aus, dass ein günstiges Tablet lediglich beim Kauf einen guten Eindruck vermittelt. Wenn man ein günstiges Tablet später zu Hause testet, sei man meist enttäuscht. Durch diese Entäuschung werden die Kunden gemäss Cook in Zukunft vorsichtiger, was den Kauf eines Produkts angeht. Dieses Risiko will Apple nicht eingehen.
Ein Produkt muss für Tim Cook nicht unbedingt teuer sein, sondern einen fairen Preis haben. Bei Apple fokussiere man sich zuerst darauf, ein gutes Produkt herzustellen. Wenn man dieses Ziel erreicht habe und man dieses Ziel auch mit einem attraktiven Preis verbinden könne, ist das optimal.

Apples Kartendesaster

Auch zum «Kartendesaster» von Apple musste sich Tim Cook äussern. Der Apple-Chef meint, dass es nie Apples primäres Ziel gewesen sei, sich von Google zu trennen. Man wollte dem Kunden ein besseres Nutzungserlebnis bieten. Dieses Ziel wurde allerdings meilenweit verfehlt. Nun arbeite Apple mit Hochdruck an der Verbesserung der Probleme. Bereits wurden einige Probleme behoben und laufend werden neue Veränderungen in die App eingebettet.

Der Patentkrieg

Tim Cook hasst gemäss eigenen Aussagen Rechtsstreitigkeiten. Er glaubt allerdings, dass jeder Konzern seine eigenen Produkte entwickeln sollte. Der Wettbewerb soll nicht auf Ideenklau basieren, sondern unter fairen Bedingungen ablaufen. Samsung sei ein spezieller Partner. Ein Konzernteil von Samsung sei ein erbitterter Konkurrent, ein anderer Konzernteil von Samsung gehöre zu den Hauptlieferanten von Apple. Die Patentstreitigkeiten seien im Verhältnis mit beiden Konzernteilen eine Last.
Allerdings unterhält Apple auch mit anderen Konkurrenten eine Geschäftsbeziehung. Dazu zählen Microsoft und Intel. Aus dieser Sicht relativiere sich das Verhältnis zwischen Apple und Samsung.

Apples Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern

Tim Cook macht darauf aufmerksam, dass auf der Apple-Webseite die Arbeitsstunden von fast einer Million Arbeiter angeführt sind. Keine andere Unternehmung in der IT-Industrie betreibe einen solchen Aufwand, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Auch habe Apple Anstrengungen unternommen, um den Arbeitskräften ihre Rechte zu zeigen. Zudem wurden in den Fabriken die schulischen Ausbildungsprogramme erweitert. Mit diesen Programmen können die Arbeiter ihre persönlichen Fähigkeiten verbessern, so der Apple-Chef.
Da Tim Cook Foxconns Vorsitzenden Terry Gou schon seit langem kennt, könne Apple die Wünsche bezüglich den Produktionsbedingungen auch direkt anbringen.

Apples Verantwortung für die USA

Seit einiger Zeit ist die Verantwortung der US-Unternehmen gegenüber der USA ein grosses Thema in der US-Presse. Tim Cook glaubt, dass Apple eine Verantwortung dafür habe, neue Jobs zu schaffen. Dabei soll man allerdings nicht nur die eigenen Angestellten in die Rechnung miteinbeziehen, sondern auch die indirekt geschaffenen Jobs.

Warum hat Steve Jobs Tim Cook zum CEO gemacht?

Steve Jobs habe Tim Cook einmal zu sich nach Hause eingeladen und dabei dargelegt, dass Jobs Cook an der nächsten Verwaltungsratssitzung als CEO vorstellen werde. Zuvor habe es gemäss Steve Jobs bei Apple niemals einen professionellen Übergang zwischen zwei CEOs gegeben.
Steve Jobs habe die Situation nie mit Walt Disney verglichen. Als Walt abtrat, seien die Manager wie gelähmt gewesen und hätten sich immerzu gefragt, was der Gründer und ehemalige CEO in diesem Falle oder bei diesem Problem getan hätte. Dieses Schicksal wollte Steve Jobs Apple ersparen. Steve Jobs gab Tim Cook den Rat mit auf den Weg, dass er nie darüber nachdenken sollte, «was Steve Jobs getan hätte». Steve Jobs wünschte sich, dass Tim Cook das tut, was er für richtig hält.

Persönliches von Tim Cook

Tim Cook glaube, dass von Menschen, welche viel Erfolg haben, auch viel erwartet wird. Er selbst bezeichnet sich selbst als zurückgezogene Person und legt selbst nicht viel Wert darauf, in der Öffentlichkeit gross erkannt zu werden. Als scheu würde sich Tim Cook allerdings nicht bezeichnen. Er lebt gemäss eigener Beschreibung ein «einfaches Leben». Genauere Ausführungen, was er unter «einfach» versteht, machte er allerdings nicht.

Kategorie: Internet
Tags: Apple, Businessweek, CEO, Google, Hardware, Interview, iOS, iPad, Mac, OS X, Samsung, Software, Steve Jobs, Tablet, Tim Cook, USA

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