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Live-Infos vom Apple-Event in Las Vegas

2 Kommentare — Veröffentlicht am Sonntag, 15. April 2007, um 20:09 Uhr von Daniel Aeschlimann

macprime.ch berichtet live über den heutigen Presseevent von Apple, der in Las Vegas anlässlich der morgen startenden Broadcastermesse NAB stattfindet. Wir werden laufend alle Infos zusammenfassen, die nach draussen dringen.

Bilder von engadget.com

Lights Camera

Die Ansprache findet in einem grossen Saal im Venetian Hotel statt, Apples Mediensprecher kündigten eine «grosse Show» an. Soeben wurden alle Gäste gebeten, ihre Mobiltelefone auszuschalten, es dürfte also demnächst losgehen.

Rob Schoeben, Apple «Vice President of Apps and Product Marketing» hat die Bühne betreten und begrüsst das Publikum. Er kündigt einen spannenden Event an, von dem man einiges erwarten dürfe.

NAB-Keynote mit Präsentation von Final Cut Server

Es geht nun bereits um Apples Videoschnittlösung Final Cut, die weltweit von 800’000 Anwendern eingesetzt wird. Apple kündigt Final Cut Server an. Final Cut Server dient der Verwaltung grosser Bestände an Videodateien. Steve Jobs ist in Las Vegas bisher übrigens nicht gesichtet worden. Einige Quellen behaupten hingegen, mehrere Manager von Sony seien anwesend. Unterdessen hat Apple den amerikanischen Apple Store vom Internet getrennt, wie das bei grossen Produktaktualisierungen regelmässig der Fall ist.

Final Cut Server ist eine zentrale Medienverwaltungssoftware und ist Cross-Plattform-fähig. Für 10 Clients kostet die Software 999 Dollar, in der unlimitierten Fassung schlägt Final Cut Server mit 1’999 Dollar zu Buche. Final Cut Studio wird ab kommedem Sommer ausgeliefert. Final Cut Studio 2 wurde nun offiziell angekündigt. Zitat: «Let’s turn our attention to Final Cut Studio. We’ve been working hard to make this the biggest upgrade we’ve ever seen seen in professional applications at Apple. Final Cut Studio 2. Final Cut Pro is version 6, and we’re introducing ProRes 422.»

Final Cut Studio 2

Apples neue Software unterstützt neue HD-Kameras von Sony, was wohl die Anwesenheit der Sony-Manager erklären dürfte. ProRes 422 kann Videomaterial stark komprimieren, Ausgangsmaterial mit einer Dateigrösse von einem Terabyte wird verlustfrei auf 170 Gigabyte komprimiert. Zur Umwandlung von Videomaterial ins ProRes-422-Format dient eine Hardware-Lösung namens IO-HD, welche 3’495 Dollar kostet und die Umwandlung in Echtzeit schafft. Apple spricht von einem grossen Durchbruch, vergleichbare Lösungen kosteten bisher ein Vielfaches.

RED Digital Cinema Logo

Ein klarer Trend, wohin es bei Apples Videosoftware in Zukunft gehen soll, ist jetzt schon erkennbar: Apples Software-Paket Final Cut Studio wächst in seiner zweiten Version noch mehr zusammen. Neu können Motion-Templates auch direkt aus Final Cut Pro ausgewählt werden, ohne dabei FCP zu verlassen und auf Motion zu wechseln. Für das bekannte FCP-Feature SmoothCam wurden nun Shake-Technologien genutzt, um die verwackelten Kamera-Bilder noch besser und realistischer auszumerzen.

Final Cut Studio 2 enthält Final Cut Pro 6 und wird ab Frühsommer 2007 in den Regalen stehen. Es werden nun verschiedene Demos zu ProRes 422 gezeigt, welche die perfekte Qualität des komprimierten Videomaterials veranschaulichen sollen.

Unterdessen läuft der Event seit mehr als 30 Minuten. Grosse Überraschungen gab es noch nicht, die neuen Softwarelösungen für Videoprofis machen auf den ersten Blick aber einen vielversprechenden Eindruck. Ob es weitere Produktankündigungen gibt, beispielsweise neue MacBook Pros, wird sich in den nächsten Minuten zeigen.

Motion trägt nun die Versionsnummer 3: «We’re just getting started. Going to turn my attention now to Motion 3 - this year we’re embracing 3D, extended all the familiar tools into cameras, light sources, navigation of 3D space… create the kind of graphics you want to create. We’re adding paint. Particles, video, pictures, pen - speed, pressure sensitivity - and throw behaviors on the strokes to bring that paint to live. Something shockingly complicated in the past is now easy: match moving.» Die vereinfachten Arbeitsabläufe und neuen Features von Motion 3 werden nun ebenfalls live demonstriert.

Motion 3 mit neuen 3D-Möglichkeiten

Es scheint nicht so, als ob es heute irgendwelche neuen Produkte für Heimanwender geben wird - obwohl dies einige Gerüchteseiten im Voraus behaupteten. Für Profis bringt der heutige Abend hingegen ein veritables Feuerwerk an neuen Software-Produkten. Dass Apple uns heute noch einen Einblick in die Top-Secret-Features von Leopard bieten wird, wie sich das viele Anwender gewünscht haben, erscheint mit fortschreitender Dauer der Ansprache auch immer unwahrscheinlicher.

Die Demos der 3D-Funktionalitäten von Motion sehen beeindruckend aus. Apple erhält entsprechend viel Applaus aus dem Fachpublikum.

Soundtrack Pro 2

Nun gehts weiter mit Soundtrack Pro 2: «Let’s turn our attention to sound. Soundtrack Pro 2. Aligning sound effects and audio with a 3-up video HUD. Advanced take management with composited audio tracks. Also embraces surround mixing at its core - one of the key things, we do this in a single project, stereo and surround mix encapsulated in the same project.» Soundtrack Pro 2 kommt mit 5.1-Support, Panning und Speaker-to-Speaker-Automation. Neu kann über den direkt eingebauten Waveform Editor das Frequency-Spektrum dargestellt werden. Bei einer problematischen Frequenz kann einfach mit der Maus eine Box um die Problem-Stelle gezogen werden und somit eine Auswahl der Frequenzen gelöscht werden. Bei einer Demo dieser Funktion wurde automatisch ein Mikrofon-Störgeräusch aus dem Audio-Track gelöscht. Die umfassende Unterstützung von Surround-Sound dürfte wohl das Schlüsselfeature von Soundtrack Pro 2 sein. Natürlich wird auch Soundtrack Pro 2 in einer mehrminütigen Live-Demo dem Publikum vorgeführt.

Frequency Spektrum in Soundtrack 2

Unterdessen ist 21:00 Uhr vorbei. Erfahrungsgemäss dauern solche Veranstaltungen wie der heutige Presseevent zwischen 60 und 90 Minuten, so dass man heute mit höchstens noch einer bis zwei grösseren Ankündigungen zusätzlich zum bisher Präsentierten rechnen darf. Mit den bisherigen Produktankündigungen hat Apple die Erwartungen des Publikums sicherlich erfüllt, auch für Soundtrack Pro 2 gibt es jede Menge Applaus. An Soundtrack Pro scheinen die Änderungen ausserordentlich umfangreich ausgefallen zu sein. Die Live-Demo dauert noch immer an.

Render Farm in A Box - Mac Pro 8-core

So, nun ist Compressor 3 an der Reihe. «Now I’m going to turn my attention to Compressor 3. It’s now a major marquee member of the Final Pro suite. It’s industrial strength.» Compressor 3 bietet unter anderem erweiterte Unterstützung für zahlreiche Videoformate wie h.264 und WMV, neu sind ausserdem vorgefertigte Presets für Apples neue Set-Top-Box Apple TV und den Video-iPod. Besonders gross dürfte die Freude über die Performancesteigerungen sein. Gemäss Apple arbeitet Compressor 3 rund drei Mal schneller als seine Vorgänger. Vor allem Besitzer von Macs mit mehreren Prozessorkernen profitieren von der höheren Arbeitsgeschwindigkeit. Compressor 3 kann die Rechenprozesse wesentlich intelligenter auf mehrere Prozessoren oder auch auf mehrere Cluster-Einheiten verteilen. Die ultimative Maschine für die Arbeit mit Compressor 3 ist natürlich der vor kurzem eingeführte Mac Pro mit acht Prozessorkernen.
Compressor 3 wird derzeit ausführlich demonstriert. Mit einem 8-core-Mac-Pro wurde ein Sample mit Compressor 2 in 16:45 enkodiert. In Compressor 3 ging derselbe Vorgang fast drei Mal so schnell vonstatten: in 6:02 Minuten! Der 10-Minuten-Clip wurde also in weniger als 10 Minuten encodiert.

Compressor 3 auf 8-core Mac Pro

Compressor 3 ist Bestandteil von Final Cut Studio 2. Das komplette Paket ist für 1’299 Dollar erhältlich. Anwender der Vorversion kommen für 499 Dollar in den Genuss der neuen Software, Besitzer älterer Final-Cut-Pro-Versionen bezahlen 699 Dollar. Erscheinungstermin: Mai 2007.

Schoeben wirft - wohl zum Ende seiner Ansprache hin - einen Blick in die Vergangenheit: «Let’s go back a ways to NAB 1999. I know, we MADE that box! (Er zeigt ein Bild der ersten Final-Cut-Pro-Version) It’s weird. We learned. Pro quality editing workstations cost upwards of $100k back then -we wanted to bring that power to everyone. A democratization of the editing process.»

Color - Neues Mitglied der Final Cut Familie

Nun geht es um eine komplett neue Software: «Color» Color ergänzt Apples bestehendes Softwarepaket und soll Kreativen noch mehr Möglichkeiten zur Verfügung stellen. Mit Color lassen sich Farbveränderungen an Videomaterial vornehmen, so lässt sich beispielsweise eine Sättigungs- oder Tonwertkorrektur vornehmen. Vermutlich macht Clor dabei starken Gebrauch von den CoreVideo-Funktionalitäten von Mac OS X 10.4 Tiger. Zitat: «It’s designed to be a natural extention of FCP. Same UI for 3-way color correction with RGB and luma curves, lift, gamma, gain, visualization of color in 3D space. Mattes from chroma, luma, saturation, custom vignettes, hue and saturation curves. Color effects—string them together with a node tree. And Geometry. Bring all four of these things together and get what you want: a signature look.» Auch Color wird dem Publikum in einer Live-Demo vorgeführt. Color ist Bestandteil von Final Cut Studio 2.

Unterdessen ist der Apple Store wieder offen. Das deutet darauf hin, dass es keine weiteren Produktvorstellungen mehr gibt. Sicher ist dies jedoch erst, wenn die Veranstaltung offiziell beendet ist. Die Final-Cut-Seite auf apple.com wurde noch nicht aktualisiert, jedoch sind im Apple Store unter der Produkt-Beschreibung von Final Cut Studio 2 bereits QuickTour-Videos zu sehen.

Zum Abschluss erscheint ein Promotion-Video auf der Leinwand. macprime.ch beendet hiermit die Live-Berichterstattung über die NAB. Wir hoffen, Ihnen hat das Lesen Spass bereitet und danken für das Interesse! Einen ausführlichen Ticker-Bericht (englisch) mit zahlreichen weiteren Bildern finden Sie bei den Kollegen von engadget.com.

Kategorie: Apple
Tags: Apple, Mac OS X, Musik, Software, Technologien, Veranstaltungen, Video, Wichtig

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