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Opera steigt auf Apples WebKit um

Veröffentlicht am Mittwoch, 13. Februar 2013, um 11:00 Uhr von Stefan Rechsteiner

Der norwegische Browser-Hersteller Opera wird für seine künftigen Produkte auf Apples Rendering-Engine «WebKit» umsteigen. Als JavaScript-Engine kommt künftig Googles V8 zum Einsatz. Diesen historischen Schritt in der Browser-Welt gab Opera-Entwickler Bruce Lawson im Opera Developer Blog bekannt. Gleichzeitig vermeldet Opera über 300 Millionen Benutzer.
Da ein Browser natürlich viel mehr ausmacht, als nur deren Engines — z.B. zusätzliche Browser-Funktionen, die Benutzeroberfläche und weiters — wird es für Opera-Benutzer in erster Linie eine Änderung «unter der Motorhaube», so Lawson. Das erste Opera-Produkt mit WebKit wird ein mobiler Browser für iOS und Android, welcher Ende Monat am Mobile World Congress in Barcelona vorgestellt wird. Der Desktop-Browser von Opera wird zu einem späteren Zeitpunkt auf WebKit umsteigen.

Browser-Erweiterungen für Opera sollen auch künftig noch funktionieren. Opera werde seine Entwicklungen im Sinne des Open-Source-Gedankens, welchem Apples WebKit unterliegt, auch wieder an die Community zurückgeben. Lawson weisst des Weiteren darauf hin, dass Opera keine native Unterstützung für H.264-Videos und MP3-Dateien haben wird — das Abspielen solcher Dateien könne aber vom Betriebssystem her möglich sein. Eingebaut ist hingegen die Unterstützung für WebM, Ogg Theora und Ogg Vorbis. Erst vergangene Woche gab Mozilla bekannt, dass künftige Firefox-Versionen h.264-Videos und MP3 nativ unterstützen werden.

Opera begründet den Wechsel zu Apples WebKit darin, dass WebKit mittlerweile an einem Entwicklungs-Punkt angelangt ist, von dem das kleine Team hinter Operas Engine nur träumen könne. Statt zu versuchen alle Technologien, welche WebKit implementiert hat auch für Operas Engine «Presto» zu entwickeln, möchte man nun den Fokus darauf setzen, in erster Linie einen besseren Browser herzustellen. Opera werde sich aber auch weiterhin stark für die Innovation und das Vorantreiben bei der Entwicklung der Web-Standards einsetzen. Opera zeichnet sich in diesem Gebiet (neben einigem anderem) zum Beispiel initial für HTML5, native Video-Ausgabe und die für Responsive Designs essentiellen «Media Queries» verantwortlich.

WebKit ist ein Projekt von Apple welches Anfang der Nullerjahre aus der KDE-Engine «KTHML» entstanden ist. Das WebKit-Projekt wurde 2003 mit Safari vorgestellt und ist seit Mac OS X 10.3 Panther auch Bestandteil vom Mac-Betriebssystem. 2005 wurde WebKit von Apple wieder als OpenSource-Projekt veröffentlicht. Als erstes sprang in der Folge Nokia auf den WebKit-Zug auf. Viele weitere Firmen tragen seither zur Weiterentwicklung der Browser-Engine bei. Mit der iPhone-Lancierung 2007 startete WebKit auch im mobilen Internet den Siegeszug an. 2008 veröffentlichte Google mit «Chrome» ebenfalls ein Desktop-Browser auf Basis von Apples WebKit. Auch Googles Betriebssystem Android setzt auf WebKit. Mittlerweile ist WebKit auf dem Desktop hinter Trident (Internet Explorer) die zweit-verbreiteste Engine auf dem Markt. Im mobilen Segment beherrscht WebKit quasi den Markt.

Kategorie: Entwicklung
Tags: Android, Apple, Bruce Lawson, Entwicklung, Google, H.264, Internet, iOS, iPhone, Mac OS X, MP3, Ogg, Ogg Theora Video, Ogg Vorbis, Opera, OS X, Presto, Safari, Technologien, Trident, Video, Web, WebKit, WebM

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