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«Uepaa!»: Schweizer App soll auch ohne direktes Mobilfunknetz Leben retten

Veröffentlicht am Mittwoch, 17. Juli 2013, um 09:24 Uhr von Stefan Rechsteiner

Das Smartphone ist eigentlich der nahezu perfekte Begleiter eines jeden Outdoor-verrückten Abenteurers: Das Gerät verfügt mit Mobilfunk- und GPS-Chips über die nötigen Kommunikations- und Ortungsfunktionen und durch die modernen Betriebssysteme eröffnen sich nahezu unbegrenzte Möglichkeiten für Apps. Bereits seit längerem gibt es deshalb diverse Notfall-Apps — wie zum Beispiel die App der Schweizerischen Rettungsflugwacht REGA. Mittels der REGA-App kann die Rettungsflugwacht bei einem Notfall alarmiert werden, dabei übermittelt die App auch gleich die Standortangaben des Anrufers. «Uepaa Swiss Alpine Technology» geht nun noch einen Schritt weiter: Das Zürcher Start-Up hat eine App entwickelt, welche auch dann einen Alarm auslösen kann wenn kein Mobilfunknetz verfügbar ist. Die App bringt ausserdem diverse andere Funktionen die Outdoor-Abenteurern in einer Notfallsituation helfen sollen.

Wir berichteten bereits im Herbst 2012 über die Pläne des Unternehmens, nun wurde Uepaa veröffentlicht. Die Idee für die App kam dem Schweizer Gründer und Elektroingenieur Mathias Haussmann im Januar 2011, als er in Engelberg im Pulverschnee seine Schwünge zog. Der Familienvater realisierte, was für Risiken er dabei eingeht. Da man bei Outdoor-Aktivitäten oft alleine unterwegs ist bräuchte es ein System, so Haussmann, bei dem man sich mit anderen Abenteurern zusammentun könne, um im Notfall ein Sicherheitsnetz zu haben.

Mittels einer an der ETH Zürich entwickelten Technologie wurde das nun möglich. Dank dieser Technologie nehmen Smartphones in der näheren Umgebung untereinander via WLAN Kontakt auf. Durch diese Peer-to-Peer-Verbindung entsteht ein «Mesh»-Netz, das sich automatisch den Weg ins nächste Mobilfunknetz sucht. Ein Notsignal, welches von einem Gerät aus gesendet wird, welches sich in einem «Funkloch» befindet, wird dann also solange über andere Smartphones weitergeleitet, bis eines davon in ein Mobilfunknetz gelangt und den Notruf automatisch an die Notrufzentrale weiterreicht. Mit dem Notrufsignal werden auch diverse wichtige Informationen für das Rettungspersonal mitgeschickt wie die aktuelle Position, Aktivität, Tagesziel, Notfallausrüstung und die Farbe der Kleidung des Betroffenen, aber auch Angaben über eine allfällige Verletzung sind möglich.

Falls sich zum Zeitpunkt der Notsituation kein Uepaa-Nutzer in der näheren Umgebung befindet, greift ein weiteres Sicherheitsprinzip der App: Während einer Tour wird anderen Uepaa-Nutzern in der Nähe automatisch der eigene Standort mitgeteilt. Wenn man dann später in eine Notlage gerät und sich die anderen Uepaa-Nutzer nicht mehr in der Nähe befinden, kennen die Retter zumindest die letzte bekannte Position des Vermissten. Auch sendet die App ein WLAN-Signal aus, welches dann von den herannahmenden Rettern aufgefangen werden kann.

Eine weitere Sicherheits-Funktion ist das Aufzeichnen des zurückgelegten Weges. Falls man sich verirrt, kann man durch diese Aufzeichnung den Rückweg finden. Gleichzeitig markiert Uepaa an welchem Ort man als letztes einen guten Mobilfunkempfang hatte und wie man wieder dorthin gelangt.

Uepaa-App

Aufpassen sollte man jedoch auf die Batterie des Smartphones. Obwohl die App bereits mit einigen Akku-sparenden Optimierungen daher kommt (damit nicht unnötig Daten geladen werden müssen lädt die App bei der «Dein Weg»-Ansicht zum Beispiel kein Kartenmaterial), leert Uepaa durch die Dauernutzung von GPS und WLAN entsprechend schnell den Akku des Smartphones. Für längere Touren sind daher zusätzliche Power-Packs (externe Akkus) vorteilhaft.

Im Herbst — voraussichtlich im September — soll eine Premium-Version folgen. Die Premium-Version erkennt automatisch Unfälle: Uepaa zeichnet dann auch die Bewegungen des Nutzers auf und merkt, wann der Nutzer zum Beispiel abstürzt und lange liegen bleibt. Die App schlägt in der Folge automatisch Alarm. Damit es nicht zu Fehlalarmen kommt, werden wiederum Bergsportler der Umgebung für eine Qualifikation des Notrufes, für allfällige erste Hilfe und zur Weiterleitung des Notrufes miteinbezogen. Für die Zukunft sind zudem noch weitere neue Funktionen geplant.

Die Uepaa-App ist für CHF 2.00 im iOS App Store und für Android im Google Play Store erhältlich.

Unterstützt wird das Projekt von namhaften Firmen wie Swisscom, ETH, REGA, Mammut, Samsung und ZKB.

Video zu «Uepaa»

Kategorie: Software
Tags: Akku, Aktivitäten, Alarm, App, App Store, Batterie, CH App, ETH, Google Play, GPS, iOS, iOS App Store, iPhone, Mammut, Mesh-Netz, Notfall, Outdoor, REGA, Rettung, Samsung, Sicherheit, Startup, Swisscom, Uepaa, Unfall, Video, WLAN, Zürcher Kantonalbank ZKB, Zürich

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