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Passwort vergessen?

Zürcher Firma klagt gegen Apple

1 Kommentar — Veröffentlicht am Mittwoch, 07. September 2016, um 06:46 Uhr von Stefan Rechsteiner

Weil Apple die iCloud-Aktivierungssperre bei Fundsachen-iPhones und -iPads nicht aufhebt, reichte ein sich auf den Wiederverkauf solcher Geräte spezialisiertes Unternehmen in Zürich Zivilklage gegen den IT-Gigant ein.

Ein Unternehmen hat in Zürich Klage gegen Apple eingereicht. Das Unternehmen, welches sich auf den Verkauf von Fundsachen spezialisiert hat, moniert sich darüber, dass Apple sich weigert, die iPhones in ihrem Lager von der iCloud-Aktivierungssperre zu befreien. Dies macht Apple einzig gegen richterlichen Beschluss und gegen Vorlage der Originalquittung.

Etwa 400 iPhones und iPads sollen sich deshalb nun in den Lagern des Unternehmens angestapelt haben — einzig einsetzbar als «Ersatzteillager». Die Geräte stammen unter anderem aus den Fundbüros der SBB und des VBZ, von denen das Unternehmen den Wiederverkauf-Auftrag erhalten hat.

Geht es nach dem Chef des Fundsachen-Verkäufers, dann missachtet Apple mit dieser Praxis das Schweizer Eigentumsrecht, bei welchem Fundsachen ab einem Wert von 50 Franken nach drei Monaten wiederverkauft werden dürfen. Fundsachenverkauf.ch hat deshalb beim Zürcher Friedensrichteramt eine Zivilklage gegen Apple eingereicht.

In einem Bericht befragt 20 Minuten dazu den Rechtsanwalt Martin Steiger, dieser sieht jedoch keine Rechtsgrundlage, welche Apple dazu zwingen könnte, die Geräte mit bestehender Aktivierungssperre freizuschalten. Auch die Rechtsexpertin des SRF-Magazins «Espresso», Gabriela Baumgartner, sieht für das Fundsachen-Unternehmen vor Gericht wenig Chancen. «Apple habe mit dem neuen Eigentümer des iPhones keinen Vertrag. Deshalb müsse der IT-Gigant auch nicht dafür sorgen, dass dieser sein Gerät nutzen könne.»

Espresso zitiert den Fundsachenverkauf-Chef, wonach Apple «früher» ohne Probleme die Wiederverkauf-iPhones entsperrt habe. Plötzlich soll Apple dann diesen Dienst eingestellt haben. Seither weigere sich Apple die Geräte ohne richterlichen Beschluss und Originalquittung zu entsperren. Auch dann nicht, wenn das Unternehmen den Neubesitzern der gekauften Fund-iPhones extra eine schriftliche Bestätigung ausgegeben hatte, welche das Gerät als nicht bei der Polizei als gestohlen gemeldet auswies und welche den neuen Käufer als den rechtmässigen Besitzer deklarierte.

Aus «Datenschutzgründen» würde Apple die Geräte nicht entsperren, so das Unternehmen. Bei Fundsachenverkauf.ch würden alle Daten auf dem Gerät gelöscht, bevor sie — mit aber noch bestehender Aktivierungssperre — weiterverkauft würden, heisst es im Bericht, weshalb Apples Argument laut dem Zürcher Unternehmen nicht greifen würde.

Die enttäuschten Käufer eines Fundsachen-iPhones werfen Apple laut Espresso vor, dass der Computer-Gigant gezielt so vorgehe, sodass man sich ein neues iPhone kaufen müsse. Auch aus Umweltschutzgründen sei dies «daneben», da eigentlich noch funktionierende Geräte unbrauchbar werden und entsorgt werden müssen.

Espresso-Bericht

Seit iOS 7 werden alle iPhone, iPod touch und iPad mit einer automatischen Sperre versehen, die sich nur über mit dem ursprünglichen iCloud-Account freischalten lässt. Ohne Angabe des iCloud-Passworts kann das Gerät nicht gelöscht werden.

Entwendet z.B. ein Krimineller ein iPhone, ist dieses ohne Kenntnis des iCloud-Passwortes unbrauchbar. Einzig die Einzelteile können genutzt werden, das Smartphone selbst kann weder gelöscht noch neu aufgesetzt werden. Seit die Sperre eingeführt wurde, ist es wesentlich unattraktiver, ein iOS-Gerät zu stehlen.

Käufer von gesperrten Fundsachen-iPhones und iPads bleiben dennoch nicht auf den gesperrten Geräten sitzen. Das Fundsachen-Unternehmen nimmt die Geräte laut Espresso zurück.

Ein erster Termin beim Zürcher Friedensrichter ist auf den heutigen Mittwoch angesetzt.

Update: Abschnitt über gelöschte iPhone-Daten aufgrund fehlerhafter Info entfernt. Besten Dank an Leser ArkoN für den Hinweis.

Kategorie: Schweiz
Tags: Aktivierungssperre, Apple, Datenschutz, Gericht, iCloud, iOS, iOS 7, iPad, iPhone, Klage, Schweiz, Sicherheit, Zürich, Zivilklage

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1 Kommentar

Kommentar von ArkoN (#29519)

Das stimmt so nicht ganz mit der Löschung und dem Datenschutz. Ganz einfach, ich habe ein gesperrtes iPhone, schalte es aus, schalte es mit dem Home Button gedrückt ein und verbinde es mit dem PC. Tadaa Wiederherstellungsmodus und anschliessend kann ich im iTunes das neuste iOS Version darauf installieren und die bestehenden Daten sind nicht mehr auf dem Gerät.

Anschliessend kann ich das neue iPhone einrichten, aber ab einem gewissen Punkt kommt dann die Aktivierungssperre zum Tragen.

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