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Livescribe 3 Smartpen

2 Kommentare — Veröffentlicht am Mittwoch, 08. April 2015, um 12:32 Uhr von Patrick Bieri

Gedanken können auf verschiedene Arten festgehalten werden: zum Beispiel mit dem iPhone, einem Notebook oder mit Stift und Papier. Der Livescribe 3 Smartpen stellt den Versuch dar, die Vorteile von handschriftlichen Notizen mit den Vorteilen der elektronischen Geräte zu verbinden: Handschriftliche Notizen können dank dem Livescribe 3 direkt auf ein iOS-Gerät übertragen werden.

Grosse Versprechen ohne Substanz oder gelungene Umsetzung: Wir haben den Livescribe 3 Smartpen getestet.

An einer Universitäts-Vorlesung ist es durchaus praktisch, wenn man seine Notizen mit dem Notebook oder dem Tablet schreibt: Damit ist man nicht nur schneller, sondern man kann bei Bedarf auch gleich Hintergrundinformationen suchen und in die Notizen einbetten, ganz zu Schweigen vom einfacheren Archivieren, Duplizieren und dergleichen.
Diese Art des Notizen-Machens stösst allerdings an seine Grenzen, wenn der Dozent seine Ideen mittels Grafiken verständlich machen möchte. Dann kommt die Stunde der «klassischen» Notizen-Schreiber: Gekonnt binden sie die Grafik des Dozenten in ihre handschriftlichen Notizen ein.

Den Notebook- und Tablet-Nutzern bietet das Unternehmen Livescribe eine elegante Lösung des oben beschriebenen Problems: Mit dem Livescribe 3 Smartpen ist es möglich, Notizen von Hand zu machen und diese über eine App mit einem iOS-Gerät zu synchronisieren und so zu digitalisieren. So können zum Beispiel auch komplexe oder unüberschaubare Sketches in das digitale Textdokument eingebunden werden.

Was ist der Smartpen «Livescribe 3»?

Beim Livescribe 3 handelt es sich um einen Kugelschreiber mit einer integrierten Infrarot-Kamera. Die Notizen, welche mit dem Livescribe 3 auf dem dazugehörigen Punktepapier (dazu gleich mehr) gemacht werden, können mit dem iOS-Gerät synchronisiert werden. Die Notizen werden so übertragen und digitalisiert, wie sie auf dem Punktepapier gezeichnet worden sind.

Dem Smartpen gehört ein Punktepapier bei, mit Hilfe dessen die Kamera erkennt, an welcher Stelle des Papiers die Notizen gemacht worden sind. Die Infrarot-Kamera des Smartpens ist nicht in der Lage, den geschriebenen Text von einem klassischen Notizpapier aufzunehmen. Ein Punktepapier ist also für die Verwendung mit dem Smartpen Voraussetzung. Der Käufer erhält beim Kauf eines Smartpens ein sogenanntes Starter Notebook. Dieses enthält je nach Ausführung 50 bis 100 Seiten des Punktepapiers.

Gestaltet ist der Livescribe 3 wie ein klassischer Kugelschreiber: Nur die Dicke des Smartpens deutet darauf hin, dass sich im Innern mehr als eine Kugelschreibermine befindet.

Das Kunststoffgehäuse ist hochwertig verarbeitet. Am oberen Rand des Kugelschreibers befindet sich ein spezieller Gummi, mit welchem sich berührungsempfindliche Bildschirme (wie jene von iOS-Geräte) steuern lassen.

Verschiedene Modelle erhältlich

Neben dem Livescribe 3 stehen noch zwei weitere Smartpens im Angebot: Den «wifi» und den «echo».

Der wifi ist speziell für das Zusammenspiel mit Evernote optimiert: Die gemachten Notizen können fast ausschliesslich mit Evernote synchronisiert werden. Als Alternative wird lediglich das Versenden von Mails angeboten. Der wifi verfügt zudem über ein eigenes Mikrofon, mit welchem Sprachaufnahmen erstellt und in die Notizen eingebettet werden können.

Der echo wird über ein USB-Kabel mit dem Mac oder dem PC verbunden. So können handschriftliche Notizen als digitale Dateien weitergenutzt werden. Zusätzlich verfügt auch der echo über ein Mikrofon.

Der Livescribe 3 verfügt im Gegensatz dazu über kein eigenes Mikrofon (kann aber jenes des iOS-Gerätes nutzen). Zudem lässt sich dieser Smartpen nur mit einem iOS-Gerät verbinden.

Einfache Installation des Smartpens

Damit der Smartpen genutzt werden kann, muss er mit dem iOS-Gerät verbunden werden: Dies geschieht über die App Livescribe+. Die App sucht automatisch nach einem neuen Smartpen, sofern noch kein Gerät mit der App verbunden ist. Innerhalb weniger Minuten ist anschliessend die Installation abgeschlossen.

Auf der ersten Seite des Starter Notebook befindet sich zudem ein Icon mit dem Schriftzug Device Pairing: Nachdem mit dem Smartpen auf dieses Symbol geklickt worden ist, sucht sich der Smartpen eine neue Verbindung mit einem iOS-Gerät. Diese Funktion ist dann notwendig, wenn der Smartpen mit einem zweiten iOS-Gerät verbunden werden soll.

App Livescribe+

Für die Nutzung des Smartpens ist die App Livescribe+ unentbehrlich. Mit dieser App wird nicht nur der Smartpen mit dem iOS-Gerät verbunden, sondern das Programm dient auch als Ablageort für die aufgenommenen Notizen.

Innerhalb der App können die Notizen entweder Seite-für-Seite oder als Feed angezeigt werden. In der Seitenansicht werden die Notizen so angezeigt, wie sie sich auch im Notizbuch befinden. Im Feed werden die handschriftlichen Notizen in derjenigen Reihenfolge angezeigt, in welcher diese gemacht worden sind, unabhängig von der Seiten-Nummer im Notizbuch.

Damit die Notizen im Kontext dargestellt werden können, hat der Nutzer die Möglichkeit, im Feed zusätzliche Medien-Inhalte hinzuzufügen: Dazu zählen Bilder oder Texte. Daneben können die einzelnen Textbausteine markiert werden. Die Übersichtlichkeit wird so innerhalb der Textsammlung erhöht.

Die Infrarot-Kamera gleich unterhalb der Kugelschreibermine.
Die Infrarot-Kamera gleich unterhalb der Kugelschreibermine.

Was ist positiv aufgefallen?

Positiv aufgefallen ist insbesondere die Geschwindigkeit, mit welcher die handschriftlichen Notizen vom Punktepapier auf das iOS-Gerät übertragen werden. Innerhalb weniger Sekunden sind die Notizen auf dem iOS-Gerät verfügbar.

Für das Erfassen der Notizen muss das iOS-Gerät nicht mit dem iOS-Gerät verbunden sein. Es reicht aus, wenn mit dem Smartpen auf dem Punktepapier geschrieben wird. Die Daten werden automatisch vom Smartpen erfasst: Sobald wieder eine Verbindung mit dem iOS-Gerät besteht, werden die fehlenden Notizen auf das Gerät übertragen. So können spontane Einfälle ohne Verzug zu Papier (und damit in den Smartpen) gebracht werden.

Positiv aufgefallen ist insbesondere die Funktion, die einzelnen Textbausteine automatisch markieren zu können. Nachdem der Nutzer einen Textabschnitt fertiggestellt hat, kann er diesen über das Punktepapier markieren. Wer während dem Erstellen der Notizen das Markieren unterlassen hat, kann dies innerhalb der App Livescribe+ nachholen.

Im Smartpen 3 ist eine Infrarot-Kamera verbaut: Beim Digitalisieren der Notizen kommt es deshalb nicht darauf an, wie hell es am Arbeitsplatz ist. Auch bei schlechten Lichtverhältnissen werden die Daten mit der App Livescribe+ synchronisiert.

Das Punktepapier ist essentiell für die Nutzung des Smartpens. Wer sich kein teures Notizbuch kaufen möchte, kann am eigenen Drucker durch eine kostenlos verfügbare Vorlage auch selbst Punktepapier drucken.
Das Punktepapier ist essentiell für die Nutzung des Smartpens. Wer sich kein teures Notizbuch kaufen möchte, kann am eigenen Drucker durch eine kostenlos verfügbare Vorlage auch selbst Punktepapier drucken.

Automatische Texterkennung

Wer leserlich schreibt, kann die handschriftlichen Notizen noch besser nutzen: Die App Livescribe+ bietet im Feed die Möglichkeit, die gemachten Notizen zu digitalisieren. Dabei wischt man von links nach rechts über die Notiz: Das Programm wandelt die handschriftliche Notiz so automatisch in die digitale Form. So können die Notizen automatisch in ein Word- oder Pages-Dokument übertragen werden.

Spezielles Punktepapier: Kein Zwang zum Bücherkauf

Damit die Notizen digitalisiert werden können, ist wie erwähnt ein spezielles Punktepapier erforderlich. Beim Kauf eines Smartpen 3 erhält der Käufer ein erstes Notizheft mit 50 oder 100 Seiten.
Nachdem diese ersten Seiten gefüllt worden sind, kann der Nutzer weitere Notizbücher erwerben. Zur Auswahl stehen verschiedene Modelle: Neben Notizbüchern vom Hersteller Livescribe selbst kann aber auch ein hochwertiges Notizbuch des Herstellers Moleskine erworben werden.

Diese neuen Notizbücher haben allerdings ihren Preis: Es ist deshalb löblich, dass sich das Punktepapier auch aus dem Internet herunterladen lässt. Livescribe stellt auf der firmeneigenen Webseite das Punktepapier zum Downloaden und selber auf herkömmlichem Papier Ausdrucken bereit. Damit spart sich der Nutzer den Kauf eines eher teuren Notizbuchs.

Was ist «negativ» aufgefallen? (aka «Klagen auf hohem Niveau»)

Obwohl der Livescribe 3 Smartpen über kein eigenes Mikrofon verfügt, muss nicht auf die Aufnahme-Funktion verzichtet werden: Über das Punktepapier kann das Mikrofon des iOS-Gerätes aktiviert werden: So hat der Nutzer beispielsweise die Möglichkeit, während einer Universitäts-Vorlesung einen Teil der Veranstaltung aufzuzeichnen. Der Student ist damit nicht gezwungen, die Informationen sofort aufzunehmen und zu verarbeiten.
Damit diese Funktion genutzt werden kann, muss das iOS-Gerät entsperrt sein. Sobald das Gerät nämlich gesperrt ist, können die sogenannten Pencasts nicht aufgenommen werden. Auf dem Bildschirm erscheint in diesem Fall ein Hinweis zur Entsperrung des iOS-Gerätes. Bis das iOS-Gerät allerdings entsperrt ist, ist der relevante Sachverhalt welcher aufgenommen werden sollte meist bereits dargestellt.

Mit den Audio-Symbolen können Sprachaufnahmen über das iOS-Gerät aufgezeichnet werden, welche dann direkt mit den Notizen (auch chronologisch korrekt) abgestimmt sind.
Mit den Audio-Symbolen können Sprachaufnahmen über das iOS-Gerät aufgezeichnet werden, welche dann direkt mit den Notizen (auch chronologisch korrekt) abgestimmt sind.

Wer während der Nutzungsdauer des Smartpens das iOS-Gerät wechselt, kann unter Umständen nicht direkt mit dem Smartpen weiterarbeiten. Bei der Wiederherstellung des iOS-Gerätes werden zwar die vorher vorhandenen Daten wiederhergestellt: Der Smartpen muss dafür aber manuell wieder mit dem iOS-Gerät gekoppelt werden. Dies geschieht, indem auf der ersten Seite des Notizhefts das Icon Device Pairing angeklickt wird.

Im Übrigen hinterlässt der Smartpen keine negativen Eindrücke. Das Gerät liefert das, was der Hersteller verspricht.

Die Batterie des Livescribe 3 Smartpen lässt sich über einen Micro-USB-Anschluss aufladen. Dieser Anschluss ist gut versteckt — er befindet sich unter dem Gummi am oberen Ende des Stiftes.
Die Batterie des Livescribe 3 Smartpen lässt sich über einen Micro-USB-Anschluss aufladen. Dieser Anschluss ist gut versteckt — er befindet sich unter dem Gummi am oberen Ende des Stiftes.

Fazit

Für den Livescribe 3 Smartpen sprechen wir eine Kaufempfehlung aus. Das Gerät erkennt die handschriftlichen Notizen des Nutzers automatisch, sofern er sie auf dem dazugehörigen Punktepapier macht.

Mit dem Livescribe 3 können die eigenen Gedanken sehr schnell zu Papier gebracht werden. Zeitgleich werden die Daten auch digitalisiert, ohne dass der Nutzer einen zusätzlichen Aufwand hätte. Zudem kann der Nutzer direkt Sprachaufnahmen in die Notizen mit eingliedern. Der Nutzer hat so einen viel grösseren Gestaltungsspielraum, als wenn er seine Gedanken lediglich sprachlich oder nur in digitaler Form festhalten würde.

Mit seinen Funktionen bringt der Smartpen das Beste aus der digitalen Welt mit den Vorzügen der analogen Welt zusammen: Eine gelungene Kombination.

Weiterführende Links

Bildergalerie

Bild: Livescribe 3 SmartpenBild: Livescribe 3 SmartpenBild: Livescribe 3 SmartpenBild: Livescribe 3 SmartpenBild: Livescribe 3 SmartpenBild: Livescribe 3 SmartpenBild: Livescribe 3 SmartpenBild: Livescribe 3 SmartpenBild: Livescribe 3 SmartpenBild: Livescribe 3 SmartpenBild: Livescribe 3 SmartpenBild: Der versteckte Micro-USB-AnschlussBild: Screenshot «Livescribe+»-AppBild: Screenshot «Livescribe+»-App

Tags: iOS, iPad, iPhone, Livescribe, Notizbuch, Notizen, Smartpen, Sprachaufnahme, Stift

2 Kommentare

Kommentar von sierra (#28775)

Livescribe 3 ist komplett überteuert. Nimmt man das Standardpakete mit Block, Schreiber etc. kommt man auf180 CHF. Für dieses Geld kann ich jahrelang Moleskine Blöcke kaufen.
Die handschriflichen Daten müssen oft nachbearbeitet werden ausser ich kopiere nur das “Image auf die App oder den Desktop”.
Wenn ich auf einem Plan “Masse” bezeichne dann wünsche ich mir schon, dass die auch auf der APP erscheinen.

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