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Mac mini mit Fusion Drive (late 2012)

5 Kommentare — Veröffentlicht am Mittwoch, 16. Januar 2013, um 09:42 Uhr von Stefan Rechsteiner

Seit seiner Einführung vor acht Jahren begleitet den Mac mini immerzu die Frage nach seinem Sinn. Bisher war der Mac mini in erster Linie ein günstiger Einstiegs-Mac, der bezüglich Leistung nicht für viel Aufsehen sorgen konnte. Die neue Generation bietet nun jedoch zweierlei: entweder einen kleinen, günstigen Budget-Mac oder einen leistungsstarken, gut ausgerüsteten Mac.

Testmodell

macprime.ch hatte die Gelegenheit, einen brandneuen Mac mini mit Fusion Drive für einige Wochen zu testen (an dieser Stelle ein Hinweis auf unser Mac-mini-Review zum Vorgängermodell 2011). Unser Testrechner verfügt über einen 2.6 Gigahertz schnellen Quad-Core Intel-Core-i7-Prozessor, vier Gigabyte Arbeitsspeicher sowie ein Fusion Drive (bestehend aus einer 1 Terabyte grossen Festplatte und 128 Gigabyte Flash-Speicher). Als Betriebssystem verwendeten wir die aktuelle Version von Mountain Lion, OS X 10.8.2.

Neu kann der neue Mac mini auch USB 3.0 — die restlichen Anschlüsse unterscheiden sich nicht zur Vorgängerversion.
Neu kann der neue Mac mini auch USB 3.0 — die restlichen Anschlüsse unterscheiden sich nicht zur Vorgängerversion.

Design & Anschlüsse

Äusserlich kann man den neuen Mac mini nicht von seiner Vorgängerversion vom Sommer 2011 unterscheiden. Der neue Mac mini bleibt mit 3.6 Zentimeter Höhe und je 19.7 Zentimeter Breite/Länge der bisher kompakteste Desktop-Mac. Auch das Gewicht bleibt mit 1.22 Kilogramm unverändert zu seinem Vorgänger.
Visuell hat sich auch auf der Rückseite des Mac mini nichts getan — hier verfügt der kleine Mac aber erstmals über vier USB-3-Anschlüsse. USB 3.0 kann Daten mit bis zu 5 Gigabit pro Sekunde übertragen und ist somit theoretisch zehnmal schneller als das bisher verbaute USB 2 (480 MBit/s). Die restlichen Anschlüsse sind gegenüber dem Mac-mini-Modell von 2011 gleich geblieben: Gigabit-Ethernet, FireWire 800, HDMI, Thunderbolt, SDXC-Card-Slot, je ein 3.5mm Analog/Optisch Jack Audio Ein- bzw. Ausgang. Dem Mac mini wird im Lieferumfang ein HDMI-zu-DVI-Kabel beigelegt, damit lassen sich externe Bildschirme anschliessen und mit einer Auflösung von bis zu 1920 mal 1200 Pixel betreiben. Die vom Mac mini maximal unterstützte Auflösung von 2560 mal 1600 Pixel lässt sich nur über Thunderbolt erreichen.

Der neue Mac mini kommt wie bisher in drei verschiedenen Modellen. Ein «Einstiegs»-Mac-mini ab 699 Schweizer Franken und ein «High-End»-Mac-mini ab 929 Schweizer Franken sowie eine Server-Version ab 1’149 Schweizer Franken.

Der Mac mini — Apples kompaktester Mac aller Zeiten.
Der Mac mini — Apples kompaktester Mac aller Zeiten.

Leistung

Besonders bei den Prozessoren hat der Mac mini an Boden gut gemacht. Wie der bisherige Highend-Mac-mini kommt das neue Einsteiger-Modell mit einem 2.5 GHz schnellen Dual-Core «Core i5»-Prozessor daher. Gegenüber den bisherigen «Sandy Bridge»-Prozessoren verfügt das neue Modell jedoch über einen Prozessor der aktuellen «Ivy Bridge»-Architektur. Unter anderem dank dem 22nm-Herstellprozess bei den Ivy-Bridge-Prozessoren erzielt Intel bei gleicher Taktfrequenz eine leicht verbesserte Leistung und eine bessere Energie-Effizienz. Das neue Highend-Modell besitzt einen mit 2.3 GHz getakteten Core i7, dies ist, erstmals in einem Mac mini, ein Quad-Core-Prozessor — natürlich ebenfalls von der Ivy-Bridge-Architektur. Dank der Hyper-Threading-Technologie, welche sowohl im i5 wie auch im i7 steckt, erkennt OS X beim i5 vier virtuelle Prozessor-Cores und beim i7 sogar acht Cores. Mittels Turbo Boost 2.0 kann die Taktrate einzelner Prozessorkerne kurzzeitig auf 3.1 GHz (i5) bzw. 3.3 GHz (i7) erhöht werden.
Alternativ kann beim Highend-Mac-mini für zusätzliche CHF 110.— auch ein mit 2.6 GHz getakteter und mit einem 6 MB grossen L3-Cache ausgestatteter Quad-Core-i7-Prozessor gewählt werden. Dieser Prozessor lässt sich dank Turbo Boost 2.0 auf bis zu 3.6 GHz pushen.

Der Mac mini profitiert zum Teil stark von den neuen Prozessoren. Je nach Einsatz sind die neuen Mac minis zehn bis 80 Prozent schneller als ihre Vorgängermodelle. Am eindrücklichsten sind die Geschwindigkeitszuwächse natürlich bei den Modellen mit Quad-Core. Unser Mac mini mit dem 2.6 GHz Quad-Core i7 Prozessor liess bezüglich Prozessor-Leistung fast keine Wünsche offen.

Der Arbeitsspeicher kann weiterhin dank einfachem Zugang auch später in Eigenregie aufgerüstet werden.
Der Arbeitsspeicher kann weiterhin dank einfachem Zugang auch später in Eigenregie aufgerüstet werden.

Dank der neuen Prozessor-Architektur und dem damit erneuerten Chipsatz kann auch der Arbeitsspeicher schneller angesprochen werden. Neu verfügt der Mac mini über 1600 MHz schnelle DDR3-RAM-Bausteine. Standardmässig rüstet Apple alle Mac mini Modelle mit 4 GB Arbeitsspeicher aus (2x2GB). Für zusätzliche 110 Schweizer Franken kann der Arbeitsspeicher auf 8 GB (2x4GB) oder für 330 Schweizer Franken auf 16 GB (2x8GB) aufgerüstet werden. Dank dem einfachen Zugang zu den RAM-Bausteinen kann der Arbeitsspeicher aber auch später in Eigenregie aufgerüstet werden.

Fusion Drive

Beim Massenspeicher verbaut Apple standardmässig eine Notebook-Festplatte mit mittlerweile relativ langsamen 5400 Umdrehungen pro Minute. Die Kapazität der Festplatte beträgt beim Einstiegs-Modell 500 GB, beim Highend-Modell 1 Terabyte. Während Apple beim Einstiegs-Modell keine Optionen anbietet, kann das Highend-Modell für 330 Schweizer Franken mit einem schnellen Solid-State-Drive («Flash Speicher») mit 256 GB Speicherplatz aufgerüstet werden. Mit 275 Schweizer Franken günstiger ist jedoch das Upgrade auf das 1TB grosse Fusion Drive. Dieses Upgrade legen wir Käufern des Highend-Modelles dringend ans Herz. Das «Fusion Drive» besteht aus einer 1-TB-Festplatte und einem 128 Gigabyte grossen Flash-Speicher. OS X verbindet die beiden Speicher zu einem 1.1 TB grossen Laufwerk. Gemäss Apple funktioniert das Fusion Drive wie folgt: Daten, welche häufig gebraucht werden oder besonders performancerelevant sind, legt das Fusion Drive auf dem schnellen Flash-Speicher ab. Dazu zählen beispielsweise das Betriebssystem und in der Regel wohl auch die meisten Programme. Daten, welche nur selten verwendet werden, landen hingegen auf der Festplatte. Dabei analysiert die Software im Hintergrund vollautomatisch, welche Dateien wo abgelegt werden sollen, um die optimale Performance zu erreichen.

In der Theorie verspricht Apples Fusion Drive, die Vorteile von Festplatten- und Flash-Speicher in idealer Weise zu kombinieren. Die Festplatte liefert eine hohe Speicherkapazität zu einem sehr tiefen Preis. Der Flashspeicher hingegen garantiert maximale Performance. Wie wir bereits beim iMac gesehen haben, vermag das Fusion Drive in der Praxis zu halten, was die Theorie verspricht. Apple schreibt, das Fusion Drive arbeite bis zu 3.7 mal schneller als die herkömmliche Festplatte mit 5400rpm. Beim Systemstart soll der mit Fusion-Drive ausgerüstete Mac mini zweimal so schnell sein wie ein Mac mini mit normaler Festplatte. Oft benutze Programme starten dank Fusion Drive äusserst schnell — Safari, Mail oder Skype sind in etwa einer Sekunde einsatzbereit. Unser Testgerät erreichte durchschnittliche Schreibraten von 300 Megabyte pro Sekunde, die Leseraten lagen bei rund 420 MB/s. Die Werte entsprechen in etwa den Raten des Fusion Drives im neuen iMac und lassen sich mit einer Mittelklasse-SSD vergleichen.

Wie oben erwähnt empfehlen wir dringend ein Upgrade auf das Fusion Drive. Die zwar nicht günstigen 275 Schweizer Franken für das Fusion Drive lohnen sich aber in Anbetracht der gewonnen Leistung gegenüber dem «Performance-Flaschenhals» Notebook-Festplatte.

Grafik

Kam das Vorgängermodell noch mit einer dedizierten Grafikkarte daher (erstmals für ein Mac mini), muss man sich bei der neuen Mac-mini-Generation wieder mit «integrierter Grafik» begnügen. So negativ sich das nun auch anhört: Die von Apple verbaute «HD Graphics 4000» von Intel bietet gegenüber ihrem Vorgänger «HD Graphics 3000» eine signifikant bessere Grafikleistung und sorgt somit auch für höhere Framerates in Spielen. Im Schnitt kamen wir auch eine rund 30 Prozent höhere Grafikleistung. Apple verspricht sogar eine bis zu 65 Prozent bessere Grafikleistung. Für alltägliche Arbeiten oder Video-Playback ist die Grafikleistung durchwegs ausreichend. Für Fans von aktuellen Spielen mit bestmöglicher 3D-Performance ist der neue Mac mini aber ein Rückschritt: Gegenüber der «AMD Radeon HD 6630M» vom bisheren Highend-Mac-mini müssen eindeutig Leistungseinbussen in Kauf genommen werden. Die integrierte Grafik ist 20-25 Prozent langsamer als die bisherige dedizierte Grafik.

Der Mac mini — Apples kompaktester Mac aller Zeiten.
Der Mac mini — Apples kompaktester Mac aller Zeiten.

Fazit

Trotz leicht erhöhtem Preis bleibt der Mac mini nach wie vor der günstigste Mac. Dank der neuen Prozessor-Generation, dem kleinen Formfaktor und den durch seine Anschlüsse nach wie vor guten Erweiterungsmöglichkeiten ist der Mac mini ein für viele Benutzer — die bereits Bildschirm, Tastatur und Maus besitzen — ein durchwegs interessanter Mac.

Der Einstiegs-Mac-mini für 699 Schweizer Franken ist all jenen empfohlen, die einen möglichst günstigen Mac haben wollen und dabei nicht die aktuellste Top-Leistung erwarten. Wir empfehlen aber die Aufstockung des Arbeitsspeichers auf mindestens 8 GB RAM — damit liegt der Kaufpreis noch im Bereich von 800 Schweizer Franken.

Allen Anderen empfehlen wir das Highend-Modell — optimalerweise mit mindestens 8 GB RAM und im besten Fall mit einem Fusion Drive. Damit erhält man ein Kraftpaket mit aktueller Quad-Core-Performance und massivem Speicherplatz verbunden mit schnellem Flash-Speicher.

Wie auch bei seinen Vorgängern muss man sich jedoch auch beim neuen Mac mini nach wie vor nach dem Sinn des Gerätes fragen. Der Mac mini bietet sich neben einem Einsatz als Arbeits-Computer dank seines Formfaktors und Preises auch als Media-Center-Computer an — für all jene, denen ein Apple TV zuwenig leistet.

Für Energiebewusste ist der Mac mini ebenfalls interessant. Apple weist gerne darauf hin, dass der Mac mini mit unter elf Watt Leistungsaufnahme nach wie vor der energie-effizienteste Desktop-Computer auf dem Markt ist. Der Mac mini erfülle die Anforderungen für die «ENERGY STAR 5.2»-Auszeichnung nicht nur, sondern übertreffe diese sogar mit sechsfachem Wert.

Soll der Arbeits-Computer ein Mac sein und verfügt man weder über einen Bildschirm noch über eine Tastatur und ein Trackpad beziehungsweise eine Maus, muss man sich aber noch immer die Frage stellen, ob der iMac vielleicht nicht doch das passendere Gerät ist.

Der Preis für einen Mac mini mit Tastatur, Trackpad/Maus und Bildschirm — ob von Apple oder einem anderen Hersteller sei dahingestellt — nähert sich sehr schnell an den Preis eines 21-Zoll-iMacs. Zumindest ist im Vergleich zu bisherigen Mac minis bei der aktuellen Generation der Performance-Unterschied nicht mehr ganz so markant, trotzdem bietet der iMac eine bessere Leistung und in der neuen Generation einen exzellenten Bildschirm. Ausserdem sind beim iMac Trackpad/Maus und Tastatur bereits inbegriffen und auch eine FaceTime-Kamera ist dabei. Ganz zu schweigen vom unschlagbaren All-in-One-Design.

Weiterführende Links

Bildergalerie

Bild: Mac mini mit Fusion Drive (late 2012)Bild: Mac mini mit Fusion Drive (late 2012)Bild: Mac mini mit Fusion Drive (late 2012)Bild: Mac mini mit Fusion Drive (late 2012)Bild: Mac mini mit Fusion Drive (late 2012)Bild: Mac mini mit Fusion Drive (late 2012)Bild: Mac mini mit Fusion Drive (late 2012)Bild: Mac mini mit Fusion Drive (late 2012)

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5 Kommentare

Kommentar von Stubentiger (#26321)

Ich habe einen Mac mini, 2,6GHz, Fusion Drive und 4GB bestellt und bereits erhalten. Die RAM habe ich sofort mit 16GB aufgerüstet. Natürlich viel günstiger von Kingston. Dazu habe ich mir einen 27” Thunderbold Bildschirm gegönnt. Die Frage stellt sich natürlch wieso ich nicht gleich einen iMac mit 27” zugelegt habe. Die Antwort ist für mich ganz einfach. Ich muss nur noch den Mac mini ausstauschen. Sollte in einem Jahr oder später ein neuer, schnelleren, besserer Mac mini auf den Markt kommen, so muss ich lediglich den Rechner austauschen. Und deshalb habe ich kein iMac gekauft.

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