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Mail 2

Veröffentlicht am Sonntag, 14. August 2005, um 16:07 Uhr von Thomas Zaugg

Heutzutage nutzt wohl (fast) jeder Computer-Nutzer den elektronischen Briefverkehr, entsprechend wichtig ist es, ein auf seine persönlichen Bedürfnisse zugeschnittenes E-Mail-Programm zu verwenden. Apple hat ein eigenes Programm zum Verfassen von E-Mails in Mac OS X integriert und es schlicht «Mail» getauft. In Mac OS X v10.4 «Tiger» liegt mittlerweile Mail in der Version 2 vor und ist nun definitiv den Kinderschuhen entwachsen. Grund genug, Mail 2 etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Funktionen

Neben des Versendens und Empfangens von E-Mails bietet Mail 2 verschiedene weitere nützliche Funktionen. Mittels «Regeln» lassen sich verschiedene, wiederkehrende Aktionen automatisieren. E-Mails können beispielsweise automatisch beantwortet oder in ein bestimmtes Postfach verschoben werden. Wie es sich für ein modernes E-Mail-Programm gehört, verfügt Mail 2 über einen «Spam»-Filter zum Aussortieren unerwünschter Nachrichten. Die Technologie, die Apple dazu verwendet, gehört zu den besten ihrer Art. Eine weitere nützliche Funktion sind die «intelligenten Postfächer». Diese funktionieren gleich wie die «intelligenten Ordner» im Finder. Es handelt sich also um virtuelle Postfächer, die Nachrichten, die bestimmte Kriterien erfüllen, anzeigen. Die eigentliche Nachricht wird dabei nicht verschoben. Dank der Spotlight-Integration können nicht nur die Nachrichten selbst, sondern auch sämtliche Anhänge durchsucht werden. Eine andere Besonderheit ist die Möglichkeit, E-Mails nach «Verlauf» zu sortieren. Alle E-Mails, die mit dem gleichen Betreff hin- und hergesendet werden, fasst Mail 2 automatisch zusammen.

Enthalten Nachrichten angehängte Bilder, können diese mit einem einzigen Mausklick direkt in Mail 2 in einer Dia-Show betrachtet und bei Bedarf in iPhoto 5 eingefügt werden. Für den Versand von Bildern hat Mail 2 ebenfalls eine nützliche Funktion erhalten: Es lassen sich verschiedene Auflösungen einstellen, um die Dateigrösse bei Bedarf reduzieren zu können. Für besorgte Eltern bietet das Programm in Zusammenarbeit mit der systemweiten Kindersicherung die Möglichkeit, den elektronischen Briefverkehr der Sprösslinge zu überwachen. Die Eltern können definieren, mit wem die Kinder E-Mails austauschen dürfen. Befindet sich ein Adressat, bzw. Absender nicht auf der Liste der erlaubten E-Mail-Adressen, müssen die Eltern das Einverständnis zum Versand, bzw. Erhalt der Nachricht geben. Im Gegensatz zu anderen E-Mail-Programmen kann Mail 2 Nachrichten nicht nur beantworten oder weiterleiten, sondern auch umleiten oder ablehnen. Beim Umleiten sieht die E-Mail-Nachricht beim Empfänger so aus, als hätte er sie direkt vom ursprünglichen Absender erhalten, also ohne die lästigen Adress- und Betreffzeilen im Text. Der Weg der Nachricht kann dennoch in der Kopfzeile zurückverfolgt werden. Noch nützlicher ist die Möglichkeit, eine Nachricht ablehnen zu können. Der Absender erhält dann eine von Mail 2 verfasste Fehlermeldung, sodass dieser glaubt, die E-Mail-Adresse sei fehlerhaft oder nicht (mehr) gültig. Auf diese Weise kann man einen unliebsamen Absender vom Versand unerwünschter E-Mails abhalten (sofern dessen Absender-Adresse nicht gefälscht ist, in diesem Fall nützt der Trick natürlich nichts).

In Zusammenarbeit mit iCal 2, das ebenfalls Bestandteil von Mac OS X v10.4 «Tiger» ist, können nun auch Einladungen verschickt und empfangen werden. Neben all diesen speziellen Funktionen beherrscht Mail 2 natürlich auch Standardfunktionen wie Signaturen, das Bestimmen der Priorität einzelner Nachrichten, Verfassen von Nachrichten wahlweise im «Rich Text»- oder «Plain Text»-Format, den Empfang von HTML-Nachrichten oder eine Rechtschreibprüfung. Mail 2 unterstützt POP-, IMAP- und Exchange-Konten und natürlich Apples «.Mac»-Dienst. Zwei Nachteile hat Mail 2 allerdings: Mail 2 arbeitet nur mit dem OS X-Adressbuch zusammen. Auch wenn die Integration des Adressbuch-Programms Sinn macht, wäre es wünschenswert, wenn auch andere Adressdatenbanken verwendet werden könnten. Mail 2 verfügt zudem über keine Unterstützung von Webmail-Diensten.

Benutzeroberfläche

Apple hat die Benutzeroberfläche von Mail in Version 2 komplett überarbeitet. Die einzelnen Postfächer werden nun nicht mehr in einer Schublade, sondern in einer hellblauen Seitenleiste angezeigt. Das Programm wird dadurch eindeutig übersichtlicher. Auch optisch kommt das Programm nicht mehr im «Aqua»-Stil daher, sondern in einem neuen GUI-Stil, der ausser in Mail 2 von Apple sonst nirgends verwendet wurde.

Fazit

Mail 2 ist ein ausgewachsenes Mail-Programm, dass alle Standardfunktionen eines modernen E-Mail-Programms beherrscht und darüber hinaus einige besonders nützliche Zusatzfunktionen bietet. Das Programm eignet sich nicht nur für Grossmütter, die gelegentlich der Enkelin eine E-Mail schreiben, sondern auch für Power-User, die täglich Dutzende Nachrichten senden, empfangen und archivieren.

Pros und Cons

    •    
    • einfache Bedienung
    •    
    • Postfächer können automatisch organisiert werden
    •    
    • guter Spam-Filter
    •    
    • übersichtliche Darstellung der Postfächer
    •    
    • gute Integration mit Adressbuch und iCal
    •    
    • keine Unterstützung für Adress-DBs von
    •   Drittherstellern
    •    
    • keine Unterstützung für Webmail-Services

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