Foxconn sieht sich nach neuen Einnahmequellen um

Ein ungenannter Manager von Foxconn berichtet dem Wall Street Journal, dass Foxconn vor einer Ausweitung der eigenen Geschäftstätigkeit stehe. Bis anhin stellte Foxconn vor allem elektronische Geräte für andere Marken her, wie beispielsweise für Apple, Sony oder für Microsoft. Da die Produktionskapazitäten in den letzten Jahren stark gestiegen sind und die traditionellen Hersteller keine höheren Auftrags-Volumen garantieren können, sehe sich Foxconn nun nach Alternativen um.

Zukünftig will Foxconn angeblich unter eigenem Namen Zubehör für verschiedene elektronische Geräte herstellen. Dazu zählen unter anderem Kopfhörer, Tastaturen für Tablets oder verschiedene Kabel. Die Komponenten für diese Artikel will Foxconn den Gerüchten zufolge nicht von anderen Herstellern zukaufen, sondern selbst produzieren.

Als Grund für den Einstieg in ein neues Geschäftsfeld nannte der Manager unter anderem die geringere Auftrags-Nachfrage seitens Apple. Gerüchten zufolge ist Apple für die Hälfte der Einnahmen von Foxconn verantwortlich, was die Partnerschaft mit Apple zu einem Klumpenrisiko für Foxconn macht. Zudem ist in diesem Jahr noch kein neues Apple-Produkt auf den Markt gekommen, womit Foxconn wohlmöglich die nötigen Kapazitäten zur Verfügung stehen, um neue Produkte zu entwickeln. Foxconns Umsatz sank ausserdem im letzten Quartal um 19 Prozent. Inwiefern dieser Umsatzrückgang mit den Aufträgen von Apple zusammenhängt, ist aber unklar.

Foxconn soll zudem daran interessiert sein, die vom Unternehmen selbst hergestellten Produkte, wie beispielsweise das iPhone, direkt zu vermarkten. Dazu könnte Foxconn einen eigenen Online-Shop aufbauen, in welchem das Unternehmen Smartphones und Tablets sowie das passende Zubehör verkauft. Damit könnte Foxconn die Produkte direkt an die Endkunden verkaufen und so einen höheren Gewinn generieren.
Als mögliches neues Geschäftsfeld wird zudem der Aufbau einer Cloud-Infrastruktur genannt.

Foxconns Expansionspläne beschränken sich jedoch nicht nur auf das Zubehör und den Verkauf, sondern gehen noch weiter. In der nächsten Woche will Foxconn zusammen mit Mozilla an einer Pressekonferenz die Zusammenarbeit beim Betriebssystem «Firefox OS» offiziell machen. Foxconn wäre damit der 19. Partner, welche der Initiative von Mozilla beitritt. Reporter erwarten bei diesem Event die Präsentation von mindestens einem Smartphone. Ob dieses Smartphone unter der Marke «Foxconn» verkauft wird oder ob es unter einem anderen Markennamen in den Verkauf gelangt, ist noch unklar.

Bereits zu Beginn des Jahres hat Foxconn damit begonnen, die eigenen Tätigkeiten zu diversifizieren. So erwarb Foxconns Mutterkonzern «Hon Hai Precision Industry» im März 11 Prozent der Aktien von Sharp, womit das Display-Unternehmen eine dringend benötigte Kapitalspritze erhielt. Foxconn interessiert sich stark für den Einstieg ins TV-Geschäft, obwohl viele Hersteller in dieser Branche harte Zeiten durchleben. Von besonderem Interesse sollen Bildschirme sein, welche die Inhalte mit einer Auflösung von 4K darstellen können.

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