Apple kauft Startup Matcha.tv

In der Nacht auf heute wurde bekannt, dass Apple das Startup «Matcha.tv» übernommen hat. Das Unternehmen hat bis im Mai eine App im iOS App Store angeboten, mit welcher die verfügbaren Fernsehsender und Videos aus verschiedenen Quellen übersichtlich dargestellt wurden. Inhalte von Kabelnetz-Betreibern, aber auch Streaming-Dienste und Video-Shops wie der iTunes Store wurden auf einer Seite dargestellt. Zusätzlich wurden aufgrund der Vorlieben des Nutzers Sendungen vorgeschlagen, welche dem Nutzer gefallen könnten. Der Service von Matcha.tv wurde bereits im letzten Mai ohne genaue Angabe von Gründen eingestellt. Der CEO des Unternehmens, Guy Piekarz, sprach damals von mässig laufenden Geschäften und der Neuorientierung des Unternehmens.

In Fachkreisen wird spekuliert, dass sich Apple das Unternehmen 1 bis 1.5 Millionen US-Dollar kosten liess. Andere ungenannte Insider sprechen von einem Preis, der weit höher als die genannten 1.5 Millionen US-Dollar ist. Ein möglicher Grund, wieso Apple doch mehr bezahlt haben könnte, sind die Wachstumszahlen von Matcha.tv. Der Dienst wies ein kontinuierliches Wachstum aus und die iOS App befand sich über längere Zeit in den Top 15 der Unterhaltungs-Apps im iOS App Store. Angeblich soll das Unternehmen keine wertvollen Patente besitzen, welche Apple verwerten könnte.

Die App gibt dem Nutzer einen guten Überblick über die verfügbaren Medien-Inhalte, ohne sich auf eine Quelle zu beschränken. Damit könnte der Service interessant für eine künftige Weiterentwicklung von Apple TV sein. Obwohl seit längerem über eine Weiterentwicklung von Apple TV spekuliert wird, gibt es noch keine konkreten Hinweise für ein solches Produkt.

Apple kauft immer wieder kleinere IT-Unternehmen. Deren Käufe werden vom Mac-Hersteller grundsätzlich nicht kommentiert. Gemäss den Aussagen von Tim Cook kauft Apple mindestens alle zwei Monate ein neues Unternehmen. Erst in der letzten Woche wurde bekannt, dass Apple das in Kalifornien ansässige Unternehmen «Passif Semiconductor» gekauft hat.

Von Patrick Bieri
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