Drosselung älterer iPhone-Modelle: Strafe gegen Apple in Frankreich

Nachdem im Januar 2018 bekannt wurde, dass das iPhone-Betriebssystem iOS bei Spitzenlasten die Leistung älterer iPhone drosselt, wenn diese über einen angeschlagenen Akku verfügen, gab es weltweit einen Aufschrei. In verschiedenen Ländern – darunter auch in der Schweiz – wurden Untersuchungen eingeleitet, ob sich der Mac-Hersteller mit dieser Praxis strafbar gemacht hat. In Frankreich ermittelte die Verbraucher-Betrugsüberwachung «DGCCRF», ein Bereich des Wirtschaftsministeriums, konkret wegen «vorsätzlicher Täuschung» und «geplanter Obsoleszenz». Eingeleitet wurde die Untersuchung in der Grand Nation nach einer Beschwerde einer Konsumentenschutz-Organisation. In Frankreich ist, anders als beispielsweise in der Schweiz, geplante Obsoleszenz ein Straftatbestand.

Apple hat immer bestritten, dass es sich bei der intransparent eingeführten Drosselungs-Massnahme in iOS um geplante Obsoleszenz handle, vielmehr wolle man damit die Stabilität des Systems sicherstellen.

Details zum Sachverhalt der Drosselung älterer iPhone-Modelle und der Akku-Problematik hatten wir damals in einem gesonderten Artikel zusammengefasst.

Nun ist es in Frankreich zu einer Urteilsverkündung gekommen. Frankreichs Wettbewerbsbehörde befand, Apple habe die Nutzer nicht über die Leistungs-Drosselung informiert und Kunden dadurch getäuscht. Nicht schuldig gesprochen wurde Apple bezüglich «geplanter Obsoleszenz». Die irreführende geschäftliche Handlung und das Unterlassen einer offenen Kommunikation kostet Apple nun 25 Millionen Euro. Die iPhone-Company hat die Strafzahlung akzeptiert. Weiter muss Apple während einem Monat auf seiner Webseite einen Hinweis auf das Ergebnis der Untersuchung platzieren – dieser Hinweis ist auf Apple.fr bereits aufgeschaltet.

Von Stefan Rechsteiner
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