Greenpeace lobt Apples Engagement für konfliktfreie Rohstoffe

Apple hat am Donnerstag den «Supplier Responsibility 2014 Progress Report» vorgestellt. In diesem Bericht gibt das Unternehmen Auskunft über die Arbeitsbedingungen und den Umweltschutz bei der Herstellung der Apple-Geräte. Der Bericht ist bei der Umweltschutz-Organisation Greenpeace auf ein positives Echo gestossen.

Greenpeace lobte in einem ersten Statement Apples Engagement bei der Offenlegung der Herkunft bei den verwendeten Rohstoffen. Für den Energieexperten der Organisation, Tom Dowdall, ist diese Transparenz ein Kennzeichen von Tim Cooks Führung. Apple habe es in der Vergangenheit geschafft, gefährliche Stoffe aus den Apple-Produkten zu verbannen und die Server-Infrastruktur wird nun zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben, wie Dowdall Apples bislang erreichte Umwelt-Ziele zusammenfasste. Mit demselben Konzept kann Apple auch die Nutzung von Rohstoffen verringern, die aus Konfliktzonen in den Waren-Kreislauf gelangen, wie die Organisation überzeugt ist.

Samsung und andere IT-Unternehmen sollen Apples Beispiel folgen

Greenpeace rief im Statement Apples Konkurrenten dazu auf, dem Beispiel zu folgen. Besonders in der Pflicht ist gemäss der Organisation Samsung. Durch die geballte Marktkraft der IT-Konzerne könnten die Rohstoff-Lieferanten gezwungen werden, ihre Rohstoffe aus konfliktfreien Fördergebieten zu beziehen, wie es sich Greenpeace erhofft.
Möglicherweise wird dabei die Rolle der IT-Industrie im globalen Warenkreislauf überschätzt. Für viele Mineralien sind die IT-Konzerne nicht die Hauptabnehmer, sondern sie besetzen nur eine Nische. Dadurch fehlt ihnen die Marktmacht, um die Förderbedingungen zu beeinflussen.

Verhältnis zwischen Apple und Greenpeace wurde immer besser

Greenpeace war Apple nicht immer so wohl gesinnt. Im Jahr 2012 forderte die Organisation von Apple noch die Nutzung von erneuerbaren Energien für die eigenen Datencenter. In der Zwischenzeit wird 100 Prozent des Energiebedarfs, der in den Rechenzentren anfällt, aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt. Apple hat neben eigenen Solarkraftwerken auch Brennstoffzellen installiert, um den Energieverbrauch der Datencenter zu decken.

Von Greenpeace gelobt wurde der Wechsel von Lisa Jackson an die Spitze der Umwelt-Abteilung von Apple. Die ehemalige Chefin der US-Umweltbehörde könnte gemäss Greenpeace dafür sorgen, dass Apple in der IT-Industrie die Führerschaft bei den Umweltstandards übernimmt.

Von Patrick Bieri
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