Interop: Rückblick und neue Browser-Ziele für Apple, Google, Mozilla, Microsoft und Co.

In zwei Blog-Beiträgen auf WebKit.org blicken die beiden WebKit-Ingenieure Nicole Sullivan und Yulun Wu sowie Apples Web-Evangelistin Jen Simmons auf das vergangene «Interop»-Jahr zurück und kündigen die diesjährigen Fokus-Bereiche an.

Stefan Rechsteiner

Das Projekt «Interop»

Das «Interop»-Projekt ist eine 2021 ins Leben gerufene Initiative der wichtigsten Browser-Herstellenden zur Verbesserung der browserübergreifenden Kompatibilität und Interoperabilität der Web-Plattform. Mitglied sind Apple, Google, Microsoft und Mozilla sowie Bocoup und Igalia. Jedes Jahr werden im Zuge des «Interop»-Projektes Technologien und Web-Bereiche festgelegt, auf welche sich die Browser-Herstellenden in jenem Jahr besonders konzentrieren sollen. Erreicht werden soll eine bessere Konsistenz der Implementierungen dieser Technologien und Bereiche zwischen den unterschiedlichen Browsern. Es gibt zudem eine gemeinsame Testsuite («Web Platform Tests», kurz WPT), welche dies sicherstellen soll.

2025 einigten sich die Projekt-Teilnehmenden auf 19 «Focus Areas» und 5 «Investigation Areas» rund um CSS, JavaScript, Web-API und Web-Performance. Zum Start des Jahres wurden nur 29 % der Tests von allen Browsern erfolgreich durchlaufen – bis zum Ende des Jahres waren es 97 Prozent. Derweil erreichten zum Schluss alle experimentellen Preview-Browser («Chrome Canary», «Edge Dev», «Firefox Nightly» und «Safari Technology Preview») bei allen Interop-2025-Tests 99 Prozent. Einen kurzen Überblick über das Erreichte via Interop 2025 bei Safari liefert der Artikel von Sullivan.

Für das fünfte Jahr des «Interop»-Projektes haben sich die Browser-Herstellenden wieder auf 20 Fokus-Bereiche geeinigt – es sind dies: «Anchor Positioning», «Advanced attr()», «Container Style Queries», «contrast-color()», «Custom Highlights», «Dialog and Popover Additions», «Fetch Uploads and Ranges», «getAllRecords() for IndexedDB», «JSPI for Wasm», «Media Pseudo-Classes», «Navigation API», «Scoped Custom Element Registries», «Scroll-Driven Animations», «Scroll Snap», «shape()», «View Transitions», «Web Compat», «WebRTC», «WebTransport» und «CSS Zoom».

Wu und Simmons zeigen sich erfreut, dass einige der für Interop 2026 vorgesehenen Funktionen schon in Safari implementiert wurden. Der Apple-Browser war etwa der erste, der contrast-color(), «Media Pseudo-Classes», shape() und «Scoped Custom Element Registries» implementiert hatte. Weiter gibt es in Safari bereits Unterstützung für «Anchor Positioning», «Style Queries», «Custom Highlights», «Scroll Snap», «View Transitions» und mehr. Durch die Aufnahme als «Focus Areas» in Interop 2026 soll sichergestellt werden, dass diese Funktionen heuer in allen Browsern eingeführt und so bestehende Interoperabilitäts-Lücken geschlossen werden – insbesondere soll durch das Projekt auch mit teils schon länger währenden Inkonsistenzen aufgeräumt werden.

Die diesjährigen «Investigation Areas» sind «Accessibility testing», «JPEG XL», «Mobile testing» und «WebVTT» – hierbei handelt es sich um Projekte, «bei denen Teams zusammenkommen, um den aktuellen Stand der Testinfrastruktur zu bewerten und Probleme zu klären, die den Fortschritt behindern», so die Apple-Mitarbeitenden.

Durch eine Metrik, basierend auf automatisierten Tests, wird der Fortschritt der Browser in den Fokus-Bereichen ausgewiesen. In einem Dashboard sind die Fortschritte jederzeit einsehbar. Zum aktuellen Zeitpunkt liegt das Projekt über alle vier Browser bei 35 von 100 Punkten bei den Stable- respektive 43 Punkten bei den Preview-Versionen – Safari zählt aktuell 62 respektive 64 Punkte.

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