Interview mit Tim Cook und Jony Ive: Apple Watch ist erste Neuentwicklung nach Tod von Steve Jobs

Apples CEO Tim Cook hat sich in einem Interview über die Entwicklung der Apple Watch geäussert. Es handelt sich bei der Apple Watch um die erste neue Produkt-Kategorie nach dem Tod von Steve Jobs. Trotzdem ist der Apple-Mitbegründer noch immer allgegenwärtig: «Ich denke, Steve Jobs würde lächeln», sagte Tim Cook, angesprochen auf die mögliche Reaktion von Steve Jobs auf die Apple Uhr. Gemäss Jonathan Ive war es die grösste Herausforderung, ein Produkt zu entwickeln, welches vom Nutzer den ganzen Tag getragen werden soll. Ob dies die Nutzer tatsächlich tun werden, wird sich zeigen.

Patrick Bieri

Der US-Fernsehsender ABC hatte gestern exklusiv die Möglichkeit, Apples CEO Tim Cook am Special Event zu begleiten.

Tim Cook sprach im Interview unter anderem über seine Beziehung zu Steve Jobs. Auch die Verlagerung der Produktion in die USA war ein Thema des Gesprächs.

Steve Jobs wäre stolz auf Apple

1984 stand Steve Jobs an derselben Stelle, an welcher Tim Cook gestern die nächste iPhone-Generation sowie die Apple Watch vorstellte. Tim Cook denkt gemäss eigenen Aussagen oft an den vor drei Jahren verstorbenen Apple-Gründer und -Visionär Steve Jobs zurück. Er ist sich sicher, dass Steve Jobs stolz darauf gewesen wäre, was Apple anlässlich des gestrigen Special Events vorgestellt hat.

Entwicklung der Apple Watch begann nach dem Tod von Steve Jobs

Apple hat erst nach dem Tod von Steve Jobs damit begonnen, die Apple Watch zu entwickeln. Trotzdem sei Steve Jobs DNA in allen von uns, wie Tim Cook den Einfluss des verstorbenen Apple-Mitbegründers beschrieb. Steve Jobs Visionen sind gemäss Tim Cook in allen Apple-Produkten sichtbar. Steve Jobs beeinflusse bis heute das Denken der Apple-Führung.

«Millionen von unterschiedlichen Möglichkeiten»

Während des Interviews äusserte sich auch Apples Design-Chef Jonathan Ive über die Entwicklung des Apple Watch. Für Ive soll es die grösste Herausforderung gewesen sein, ein Gerät zu entwickeln, welches die Menschen täglich an ihrem Körper tragen werden. Die Hemmschwelle, ein solches Gerät zu tragen, sei sehr hoch.

Gemäss Jonathan Ive gibt es die Apple Watch in «Millionen von Varianten». Als Varianten zählt der Designer nicht nur die verschiedenen Hardware-Optionen, sondern auch die unterschiedlichen Zifferblätter.

Apple Watch wurde intern iWatch genannt

Ein Versprecher von Tim Cook während des Interviews gewährte einen kurzen Einblick in den Entwicklungs-Prozess der Apple Watch. Die intelligente Uhr von Apple dürfte intern «iWatch» genannt worden sein. Als Tim Cook die Entwicklungs-Möglichkeiten für Programmierer aufzählte, erwähnte er neben dem iPhone auch wörtlich die «iWatch».

«Unsere Produkte sind sicher»

Mit iOS 8 werden so viele persönliche Informationen auf dem iOS-Gerät gespeichert sein wie niemals zuvor. Tim Cook wurde auch deshalb darauf angesprochen, wie sicher die Daten auf der Uhr sind. Tim Cook ist der Meinung, die eigenen Daten seien «unglaublich sicher». Bei Apple habe man im Bezug auf die Sicherheit einen neuen Level erreicht, wie Tim Cook selbstsicher sagte.

Die Sicherheits-Debatte kam insbesondere in der letzten Woche auf, nachdem die iCloud-Konten von Prominenten gehackt worden sind. Die Accounts der prominenten Nutzer wurden gezielt angegriffen, um an sensible Daten zu gelangen. Als Resultat veröffentlichten die Angreifer Nacktbilder, die sie in den Konten zahlreicher US-Promis gefunden hatten.

Apple hat nach diesem Vorfall angekündigt, die Nutzer besser über Zugriffe auf den iCloud-Account zu informieren. So versendet Apple neu eine Mail, sobald jemand mit dem Browser auf die iCloud-Dienste zugreift. Zudem will Apple die Nutzer überzeugen, die 2-Wege-Authentifizierung einzusetzen. Der Nutzer kann dabei seine vertrauten Geräte, ein persönliches Passwort sowie einen Recovery Key bestimmen. Damit man auf die persönlichen Daten zugreifen kann, müssen zwei der drei Sicherheits-Merkmale vorhanden sein.

Tim Cook zeigt sich patriotisch

Tim Cook zeigte sich im Interview mit dem Fernsehsender ABC als Patriot. Aus 22 der 50 US-Bundesstaaten werden Komponenten angeliefert, die entweder in der Apple Watch oder in der nächsten iPhone-Generation zum Einsatz kommen, so der Apple-Chef. Dieser USA-Bezug ist für Apple sehr wichtig, wie Cook unterstrich. Bei jeder Neuentwicklung frage man sich im Unternehmen, was man noch tun könnte, um die Ziele zu erreichen.

Apple hat in den USA mehr als eine Million neuer Stellen geschaffen, wie Cook sagte. Die Stellen entstanden entweder bei Apple direkt oder im Umfeld des Unternehmens. Zu den neu geschaffenen Stellen zählt Tim Cook sowohl die Arbeitsplätze bei den Zulieferern als auch die Stellen bei den Software-Entwicklern.

Ausschnitt aus dem ABC-Interview mit Tim Cook
Ausschnitt aus dem ABC-Interview mit Tim Cook und Jony Ive