Weitere Details zu Swisscom iO

Seit gestern ist die Katze aus dem Sack: Die Swisscom hat einen eigenen Messenger veröffentlicht. Mit «iO» lanciert die Swisscom aber nicht wie zuerst vermutet einfach einen «weiteren Messenger» im eh schon überbordenden IM-Markt. Der Telekomriese hat einiges mehr vor mit «iO» — die Plattform soll die Kommunikation revolutionieren.

iO ist als Gratis-Download für Smartphones mit Apples iOS und Googles Android in den entsprechenden App-Stores erhältlich. Für die Nutzung benötigt der Dienst nur die persönliche Mobiltelefonnummer und die Angabe eines Namens. Ein Mobil-Abo bei der Swisscom ist nicht erforderlich, der Dienst funktioniert in nahezu allen Mobilfunknetzen. iO erlaubt das Austauschen von Chat-Mitteilungen und Bildern — und das führen kostenloser Telefonate über das Internet.

Mit iO kann aber nicht nur mit anderen iO-Nutzern kostenlos übers Internet telefoniert werden, dank der Anbindung ans bestehende Telefonnetz können iO-Nutzer auch alle Festnetz- und Mobilfunknummern in der ganzen Schweiz und in vielen anderen Ländern erreichen. Hierfür gibt es ab 1. Juli zwei Optionen, die iO-Nutzer bei Bedarf hinzubuchen können. Die Option «Flat CH» ab 15 Schweizer Franken pro Monat ermöglicht unbegrenztes Telefonieren in alle Schweizer Netze. Mit einer speziellen Auslands-Flat Option für 25 Schweizer Franken monatlich ist zudem unbegrenztes Telefonieren nach Europa, Kanada und in die USA möglich.

Die «Flat CH»-Option steht allen «Natel infinity»-Kunden bereits ab sofort gratis zur Verfügung, die Auslands-Flat ist im Abo «infinity XL»-inkludiert. Die Optionen können auch von anderen Swisscom-Kunden gebucht werden, die «Flat CH» auch von Kunden anderer Mobilfunkanbieter. Profitieren sollen ausserdem diejenigen können, die gerne mit Sofortnachrichten kommunizieren: Nutzern ohne iO werden die Nachrichten weltweit kostenlos als SMS zugestellt.

Auslands-Flat für Swisscom iO

iO kann laut Swisscom auch im Ausland vollumfänglich genutzt werden. Damit werde das Telefonieren im Ausland «so günstig wie noch nie», wie die Swisscom schreibt. Befindet sich das Mobiltelefon in einem (kostenlosen) WLAN Netz, fallen keine weiteren Kosten an. Durch die Preissenkungen beim Swisscom-Datenroaming sollen Swisscom-Kunden auch ohne WLAN Netz «massiv günstiger» im Ausland telefonieren können. Die Swisscom nennt als Beispiel ein 50 MB Wochenpaket, bei der Nutzer «bereits ab 9 Rappen pro Minute» mit Kontakten in der Schweiz über die iO-App telefonieren können.

Die Swisscom bemüht sich auch, die Sicherheit des Dienstes zu erwähnen. Alle Daten, wie auch der Betrieb des Dienstes würden über «sichere Server in der Schweiz» laufen und unterliegen damit auch den Schweizer Datenschutzgesetzen. Zudem werden nur die für den Betrieb notwendigen Daten von Swisscom gespeichert, das persönliche Adressbuch wird beispielsweise nicht automatisch kopiert, wie das andere Apps tun.

Diesbezüglich nicht erwähnt wird in der Swisscom-Mitteilung jedoch der Umstand, dass in den Nutzungsbestimmungen der App folgender Satz steht: «Swisscom arbeitet im Hinblick auf die Auswertung des Nutzungsverhaltens mit ausländischen Firmen zusammen, weshalb Daten ins Ausland übermittel werden.» Die Swisscom stelle jedoch sicher, so wird geschrieben, dass diese Firmen dem Datenschutz und der Datensicherheit in gleicher Weise verpflichtet seien, wie die Swisscom selbst.

Weitere Funktionen wie Gruppenchat, Videotelefonie und eine App-Version für Tablets sollen bereits in Entwicklung sein und «folgen im Spätsommer», so Swisscom. iO übernehme im Falle mehrere Geräte die vollständige Synchronisierung, so dass zum Beispiel die Anruf- und Chatchronik auf allen Geräten immer verfügbar sein soll.

Weitere Informationen über «Swisscom iO» gibt es auf der Webseite zu iO.

Interview mit Urs Schaeppi, Leiter Swisscom Schweiz, zur iO-Lancierung

Von Stefan Rechsteiner
Veröffentlicht am

19 Kommentare

Kommentar von anonymous9640

der Zusatz: «Swisscom arbeitet im Hinblick auf die Auswertung des Nutzungsverhaltens mit ausländischen Firmen zusammen, weshalb Daten ins Ausland übermittel werden.» zerstört den Vorteil der Schweizer Server auch gleich wieder. Scheitern wird der Dienst wohl wie schon viele andere an der mangelnden Verbreitung. Zudem warum kann man Features wie Gruppenchat nicht von Anfang an unterstützen. Das sieht einfach wieder wie ein halb fertiges Produkt aus, das vielleicht mal weiterentwickelt wird. Hätten sie den Start doch lieber einen Monat oder zwei verschoben, dafür von Anfang an alle Features an Board. Ich für meine Teil habe die App kurz mit einem Freund getestet und schon wieder deinstalliert.

Anmelden um neue Kommentare zu verfassen

Allegra Leser! Nur angemeldete Nutzer können bei diesem Inhalt Kommentare hinterlassen. Jetzt kostenlos registrieren oder mit bestehendem Benutzerprofil anmelden.