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Amazons Fire Phone: 649 US-Dollar für eine Einkaufshilfe

Veröffentlicht am Samstag, 21. Juni 2014, um 08:36 Uhr von Patrick Bieri

Der Online-Händler Amazon hat in dieser Woche mit dem «Fire Phone» das erste eigene Smartphone vorgestellt. Neben einer neuentwickelten 3D-Funktion bietet das Smartphone insbesondere eine Einkaufserleichterung für all diejenigen, welche bei Amazon einkaufen. Im Gegensatz zu den Kindle-Tablets ist dieses Smartphone nicht im unteren Preissegment angesiedelt.

Amazon hat nach langandauernden Spekulationen das «Fire Phone» vorgestellt. Nach langem Zögern steigt damit auch der US-Versandhändler in den heissumkämpften Smartphone-Markt ein.

Fokus auf Kamera-Funktionen

Amazon verbaut im Fire Phone eine Kamera mit einer Auflösung von 13 Megapixeln. Die Kamera kann somit deutlich hochauflösendere Bilder machen als das iPhone 5s. Amazon nutzt eine 5-Elemente-Linse, um das einfallende Licht zu fokussieren. Zusätzlich kommt ein optischer Bildstabilisator zum Einsatz, um verwackelte Bilder zu verhindern. Die Blende öffnet bis zu einer relativen Blende von 2.0 (iPhone 5s: f2.2).

Damit auch alle aufgenommenen Bilder gespeichert werden können, stellt Amazon einen unbegrenzt grossen Cloud-Speicher für die eigenen Bilder zur Verfügung. Apples iCloud ist im Vergleich dazu nur bis zu einem Speichervolumen von 5 GB kostenfrei.

Firefly: Die Welt wird zum Warenhaus

Eine der Kernfunktionen des neuen Amazon-Smartphones nennt der Konzern «Firefly». Bei Firefly handelt es sich um eine Software, welche Objekte, die mit einer Kamera fotografiert werden, automatisch zuordnen kann. Angeblich ist das System in der Lage, 100 Millionen Objekte zu erkennen und zuzuordnen. Mit Hilfe der Mikrofone lassen sich zudem auch Klänge erkennen und zuordnen.

Mit Firefly lassen sich beispielsweise Produkte wie Esswaren oder Bücher erkennen. Nachdem das Objekt erkannt worden ist, sieht der Nutzer sofort, ob er dieses Produkt auch bei Amazon erwerben kann. Mit Hilfe des Mikrofons lassen sich auch Musik-Stücke und Fernseh-Serien erkennen. Mit dem Suchergebnis wird auch der passende Link angezeigt, um die Medieninhalte zu erwerben.

Mit dieser Funktion verwandelt sich die eigene Umgebung in eine Art Konsumtempel. Die Nutzer können Produkte betrachten und anschliessend direkt mit dem Smartphone beim Amazon bestellen. Die Abwicklung von Einkäufen soll dadurch noch einfacher werden.

Was passiert mit den Daten?

Unklar ist, was mit den Such-Daten passiert, die über Firefly gesammelt werden. Mit Hilfe einer Protokollierung der Such-Anfragen könnte Amazon ein detailliertes Nutzer-Profil erstellen. Den Kunden könnten in der Folge massgeschneiderte Werbe-Angebote präsentiert werden, die auf den Such-Ergebnissen der letzten Tage beruhen.

Amazon gibt Firefly für Entwickler frei

Firefly wird in Zukunft nicht nur in Amazons Fire Phone zum Einsatz kommen. Das Unternehmen hat die Software für externe Entwickler freigegeben. Schon bald könnten Apps von Dritt-Anbietern auf den Markt kommen, die mit Amazons Bilderkennung arbeiten. Denkbar ist beispielsweise die Erkennung von Lebensmittelverpackungen, womit Nährstoffangaben auf einfache Weise abgerufen werden können.

Dynamic Perspective: Infrarot-Sensoren sorgen für 3D-Optik

In der Vorderseite des Gehäuses hat Amazon vier Infrarot-Sensoren verbauen lassen. Mit diesen Sensoren erkennt das Gerät, aus welchem Blickwinkel der Anwender auf das Smartphone schaut. Mit Hilfe dieser Daten ist das Fire Phone in der Lage, die Objekte auf dem Bildschirm so anzuzeigen, dass ein 3D-Effekt entsteht.

Die Infrarot-Sensoren lassen sich auch zur Steuerung von Apps nutzen. So kann automatisch mit dieser Funktion durch eine Textpassage gescrollt werden, ohne das Smartphone zu berühren. Das System löst die Aktion aus, indem die Kameras die veränderte Lage erkennen.

Amazons Technik funktioniert ersten Tests zufolge deutlich präziser als diejenige anderer Hersteller, beispielsweise Samsung. Diese nutzen den Neigungsmesser des Smartphones, um automatisch durch einen Text zu scrollen.

Durchschnittliche technische Werte und kein Bluetooth 4.0

Amazon verbaut im Fire Phone einen 2.2 GHz Quad-Core-Prozessor. Dieser wird von 2 GB Arbeitsspeicher unterstützt. Der 4.7-Zoll grosse Bildschirm kommt mit einer Auflösung von 1280 mal 720 Pixel daher.

Eine Überraschung ist die fehlende Unterstützung von Bluetooth 4.0 «LE». Diverse Fitness-Gadgets nutzen diesen Übertragungs-Standard, um mit dem Smartphone kommunizieren zu können. Weshalb Amazon auf diese Technologie verzichtet hat, ist unklar.

Nicht mehr im Tiefpreis-Segment

Bei der Preisgestaltung geht Amazon mit dem Fire Phone einen anderen Weg, als das Unternehmen bisher mit den Kindle-Tablets eingeschlagen hatte. Während die Tablets als günstige Alternative zum iPad positioniert worden sind, wird das Fire Phone in der oberen Preisklasse angesiedelt sein. Der Mindestpreis des Gerätes beträgt in den USA 649 US-Dollar.

Es wird sich zeigen, ob es Amazon gelingt, den etablierten Smartphone-Herstellern Marktanteile abzujagen. Anstelle auf das schnell wachsende Segment der kostengünstigen Smartphones setzt Amazon mit einem teureren Smartphone, welches als erweiterter Einkaufswagen dient, auf den Premium-Markt. Ob die Kunden diese Kombination akzeptieren werden, wird sich zeigen.

Bildergalerie

Bild: Infrarot-Sensoren und Kamera des «Fire Phone»Bild: Frontansicht des neuen «Fire Phone»Bild: Frontansicht des neuen «Fire Phone»Bild: Ansicht der Rückseite des neuen «Fire Phone»

Kategorie: Technik
Tags: Amazon, Apple, Fire Phone, Fotos, iCloud, Infrarot, iPhone, iPhone 5, iPhone 5s, Kamera, Kindle Fire, Software, Tablet, Technologie

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