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Bald keine Intel-Macs mehr

Veröffentlicht am Samstag, 09. August 2014, um 13:42 Uhr von Patrick Bieri

Nach der Vorstellung des A7-Prozessors kamen Gerüchte auf, nach welchen Apple bald auch die in den Macs verbauten Intel-Prozessoren mit eigenen ARM-Prozessoren ersetzen könnte. Diese Gerüchte wurden damals schnell wieder zur Seite geschoben. In den letzten Monaten mehren sich die Hinweise, nach welchen Apple tatsächlich am Ersatz der Intel-Prozessoren arbeiten könnte. Auch wenn damit ein grosser Aufwand einhergeht, könnten für Apple die Vorteile dieses Schrittes überwiegen.

An der WWDC 2005 verkündete Steve Jobs Apples Wechsel von den PowerPC-Prozessoren zu den Intel-Prozessoren. Die zuvor von Apple, Motorola, IBM und Freescale hergestellten PowerPC-Prozessoren wurden durch die neuen Intel-Prozessoren restlos ersetzt.

Vor einiger Zeit war es noch undenkbar, dass Apple schon bald wieder den Prozessor-Hersteller wechseln könnte. Zu dominant war Intels Stellung auf dem Markt für Desktop- und Notebook-Prozessoren.

In den letzten Jahren wurden für Apple die ARM-Prozessoren immer wichtiger. In allen iOS-Geräten verbaut Apple einen ARM-Prozessor. Der im letzten Jahr veröffentlichte A7-Prozessor baut zum ersten Mal auf der 64bit-Plattform auf. Damit wurde ein erster Schritt getan, damit die ARM-Prozessoren auch in den Macs verbaut werden können. Nun werden die Stimmen, die ARM-Macs voraussagen, wieder lauter.

Günstigere ARM-Prozessoren

Der grösste Vorteil der ARM-Prozessoren ist der Preis. Der im MacBook Pro mit Retina Display verbaute i7-Prozessor kostet in der Top-Ausführung 378 US-Dollar. Der leistungsärmere i7-Prozessor dürfte im Einkauf rund 300 US-Dollar kosten.

Im Gegensatz dazu sind die ARM-Prozessoren deutlich kostengünstiger in der Herstellung. Der Aufbau des Prozessors ist einfacher als bei den Intel-Prozessoren. Die ARM-Prozessoren können zudem von verschiedenen Zulieferern fabriziert werden. Dieser Umstand sorgt für einen Konkurrenzkampf, der die Preise sinken lässt.
Der eingesparte Betrag dürfte nicht vollumfänglich an die Endkunden weitergegeben werden, womit Apples Gewinn ansteigen wird.

ARM-Prozessoren sind ernergieeffizienter

Im Vergleich zu den x86-Prozessoren von Intel benötigen die ARM-Prozessoren weniger Energie, um dieselbe Rechenoperation durchzuführen. Intels x86-Prozessoren benötigen aufgrund ihrer Chip-Architektur deutlich mehr Energie als vergleichbare ARM-Prozessoren.

Ein Notebook, welches über einen ARM-Prozessor verfügt, verbraucht deutlich weniger Strom als ein Notebook mit einem Intel-Prozessor. Mit einem Prozessor-Wechsel könnte Apple die Batterielaufzeit der MacBooks deutlich steigern.

Apple will die Kontrolle über die verbaute Technik

Der Prozessor ist das Herzstück eines Computers. Der ehemalige Apple CEO Steve Jobs vertrat die Philosophie, nach welcher Apple die wichtigsten Technologien selbst besitzen und kontrollieren sollte. Es wäre deshalb nicht abwegig, wenn Apple die Mac-Prozessoren wieder selbst entwickeln würde. So gewänne Apple die Kontrolle über das Herzstück des Macs zurück.

Eigene Programmiersprache für eigene Prozessoren?

Anlässlich der WWDC 2014 stellte Apple die neue Programmiersprache Swift vor. Mit Swift lassen sich sowohl Mac- als auch iOS-Apps entwickeln. Die App-Entwicklung würde wohl einfacher, wenn die Mac- und die iOS-Plattform auf dieselbe Prozessor-Architektur zurückgreifen würden.

Auch wenn der A7-Prozessor für mobile Geräte optimiert worden ist, könnten in Zukunft auf dieser Grundlage Mac-Prozessoren hergestellt werden. Bereits anlässlich der Vorstellung des A7-Prozessors sah Apples Marketing-Chef Phil Schiller den Prozessor in der «desktop-class».

Abhängigkeit von Intel würde sinken

Apple wäre weniger Abhängig von Dritt-Herstellern, wenn das Unternehmen die eigenen Prozessoren herstellen würde. Apple muss derzeit die spekulierteEinführung einer neuen MacBook-Generation wohl verschieben, weil Intel die Broadwell-Prozessoren nicht rechtzeitig auf den Markt bringt. Die Einführung der neuen Prozessoren dürfte sich noch bis ins Jahr 2015 verzögern.

Auch wenn Apple die Prozessoren selbst herstellen würde, könnten sich diese Verzögerungen ergeben. Das Unternehmen wäre aber weniger abhängig von den Entwicklungs-Schwerpunkten von Intel.

Plattform-Wechsel als langfristiges Projekt

Trotz der aufgezeigten Vorteile der ARM-Prozessoren gibt es keine konkreten Hinweise auf einen Wechsel der Prozessor-Plattform. Ein Wechsel der Prozessor-Plattform zieht sehr hohe Kosten nach sich. Aufgrund der hohen Kosten müssen die Vorteile deutlich überwiegen, damit ein Wechsel überhaupt in Betracht gezogen wird.

Aufgrund des technischen Fortschritts ist es allerdings nicht unwahrscheinlich, dass Apple in den nächsten Jahren eigene Mac-Prozessoren auf den Markt bringen wird. Diese Entwicklung dürfte allerdings viel Zeit in Anspruch nehmen, womit nicht mit schnellen Erfolgen zu rechnen ist.

Kategorie: Technik
Tags: 64bit, Apple, Apple A7, ARM, Broadwell, Entwicklung, Intel, iOS, iOS-Gerät, Mac, MacBook Pro, Retina Display, Steve Jobs, Technologie, Technologien

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