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Details zu Apple Music (Update: Schweizer Preis)

15 Kommentare — Veröffentlicht am Donnerstag, 11. Juni 2015, um 13:34 Uhr von Stefan Rechsteiner

Viele Details zum neuen Musik-Dienst des Mac-Herstellers sind noch unklar. In welchen Ländern wird der Musik-Streaming-Dienst «Apple Music» tatsächlich lanciert? Wie sind die internationalen Preise? Seit der Präsentation des Dienstes am Montag-Abend konnten einige offene Fragen geklärt werden.

Am Montag sprachen Eddy Cue, Jimmy Iovine und Tim Cook ungewöhnlich verschleiert über die genauen Details rund um den neuen Musik-Dienst «Apple Music». Beispielsweise wurde nicht konkret ausformuliert, welche Länder zu diesen «über 100» gehören, in denen «Apple Music» Ende Monat lanciert werden soll. Auch sind bisher nur die US-Preise des Musik-Streaming-Dienstes bekannt, nicht aber die Preise in den anderen Märkten.

Während die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass die Schweiz zu den 100 Launch-Ländern gehört, ist dies offiziell noch nicht bestätigt. Auf unsere Anfrage hin liess Apple verlauten, dass weitere Details «später im Juni kommuniziert» würden. Dazu gehört die Bekanntgabe in welchen Ländern und zu welchen Preisen der Dienst dereinst verfügbar sein wird.

256 Kbps für den Musik-Genuss

Derweil wurde in Erfahrung gebracht, dass Apple Music auf eine Bitrate von 256 Kbps setzen wird. Dies entspricht der Qualität des bisherigen Streaming-Dienstes «iTunes Match». Angeblich wird auch der neue Radio-Sender «Beats 1» in dieser Bitrate weltweit vertrieben. Gegenüber der Konkurrenz wie «Spotify Premium» (320 Kbps) oder auch «Apple Music»-Vorgänger «Beats Music» (320 Kbps) schneidet «Apple Music» hier schlechter ab. Wobei Beats Music auf das schlechter optimierte MP3-Format und Spotify auf Ogg Vorbis setzt, während Apple höchstwahrscheinlich auf AAC setzen wird.

Verhandlungen mit Indie-Labels noch im Gange

In einem Interview dementierte Apples Internet- und Dienste-Chef Eddy Cue, dass das Unternehmen sich noch nicht mit allen drei grossen Musik-Labels einigen konnte. Die Verträge seien unterzeichnet. Anders sehe es mit den Indie-Studios aus — aber dass die meisten dieser erst nach der Ankündigung oder gar nach einer Lancierung angegangen werden sei normal, so Cue. Bereits beim Start des iTunes Stores vor 12 Jahren sei man so verfahren.

Nicht ganzer iTunes-Katalog verfügbar

Diesbezüglich wurde auch bekannt, dass im Streaming-Dienst von «Apple Music» nicht der gesamte iTunes-Katalog verfügbar sein wird. Laut Apple sind etwa 30 Millionen Songs verfügbar, der Katalog umfasst laut Schätzungen aber etwa 37 Millionen Titel. Beispielsweise sollen die Beatles nicht Teil von «Apple Music» sein, wie es in Medienberichten heisst — es sei denn die Titel befinden sich bereits in der persönlichen iTunes-Mediathek. Verschiedene Künstler, die sich bisher Streaming-Diensten verweigerten, sollen derweil in Apple Music verfügbar sein — dazu gehöre beispielsweise Taylor Swift.

Eddy Cue betonte im Interview, dass man nun ja noch drei Wochen Zeit habe, um über die Verträge zu verhandeln. Ausserdem dürfte sich das Unternehmen auch nach der Lancierung fleissig weiter um neue Rechte kümmern.

Download für Offline-Nutzung

Wie Apple auf der eigenen Webseite informiert, wird auch das Herunterladen von Titeln für die Offline-Nutzung möglich sein. Laut einem weiteren Bericht sollen bis zu 100’000 Titel für den Offline-Genuss heruntergeladen werden können.

Connect und «Beats 1» auch ohne Abo

Weiter informiert das Unternehmen, dass das soziale Netzwerk «Connect», welches Teil von «Apple Music» ist, auch ohne Abo genutzt werden kann. Für das Anzeigen der Inhalte und das «Folgen» von Künstlern wird nur eine Apple ID vorausgesetzt. Gleiches gilt für das Hören des neuen Apple-Radios «Beats 1» — jedoch nur für das Hören, denn das unlimitierte Überspringen von Musik-Titeln ist nur als Apple-Music-Abonnent möglich. Auch nur mit dem Abo möglich ist das Abspielen von multimedialen Connect-Inhalten und das «Liken» von Inhalten.

Der Dienst «iTunes Match», mit welchem sich die persönliche iTunes-Mediathek in der Cloud abspeichern lässt, wird es weiterhin geben und wird laut der Apple-Webseite weiterhin einzeln verrechnet. Das Verfügbar-Machen dieser Mediathek auf anderen eigenen Geräten übernimmt neu Apple Music.

Update 16:18 Uhr

Wie uns Leser Mark N. via Twitter mitteilt, wird in der neuen Musik-App bereits ein Info-Bildschirm für den neuen Streaming-Dienst angezeigt. Dort gibt es auch eine Angabe der Schweizer Preise: CHF 12.00 pro Monat bzw. 18 Franken für das Familien-Abo.

Kategorie: Apple
Tags: Android, Apple, Apple Music, Internet, iOS, iTunes, iTunes Match, iTunes Store, Mac, Musik, OS X, Schweiz, Streaming, Windows

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15 Kommentare

Kommentar von Grumbl-fyx (#28861)

@bertme: Du hast natürlich recht mit den Lokalmietpreisen etc… nur dass dieses Argument, welches bei der Waschmaschinenanalogie tatsächlich gilt, beim Apple Music-Abo eben gerade nicht zählt, da es einfach keine Ladenmiete gibt, oder Schweizer Verkaufspersonal.
Auch nicht zählen lasse ich das Argument von wegen den höheren Kosten für die Applemitarbeiter hier in der Schweiz. Ich glaube, dass vor der Einrichtung der AppleStores in der Schweiz die Apple-Niederlassung nur sehr wenig Personal hatte (und wahrscheinlich immer noch hat). Das Konstrukt der internationalen Marken ist immer das gleiche. Alle Apple-Computer werden von Apple Irland nach Europa importiert - v.a. aufgrund der absurd tiefen Steuern in Irland. Dann verkauft Apple Irland die Geräte pro forma an Apple Schweiz und liefert bei Bestellungen von Geräten direkt von Irland (oder sonstwo auf der Welt) zum Händler - Geschäftspartner für Apple Händler in der Schweiz ist aber immer Apple Schweiz (Exklusivität, Apple Deutschland beliefert keine Schweizer Händler, nehme ich an). Apple Schweiz bezieht die Apple-Geräte zum Hochpreisinsel-Preis bei Apple Irland, weil der Gesetzgeber ja keiner Firma vorschreiben kann, zu welchem Preis sie INTERN Ware weiterverschiebt… damit hat die internationale Firma im Land in dem der Verkauf stattfindet (Schweiz) fast keinen Gewinn erzielt (d.h. zahlt wenig Steuern) und hat den Gewinn in dem Land lokalisiert, wo die Steuern am geringsten sind (Irland), am besten Pauschalsteuern… so geht das [/Maloney]!

Ich vermute, das machen mittlerweile alle internationalen Firmen so…

Kommentar von Stefan Rechsteiner (#28862)

Bezüglich den Preisen (12, dann 11.15, dann 12.90 … ): Das ist garnicht so abnormal. Die 11.15 und 16.73 sind wohl interne Berechnungen basierend auf Wechselkurs etc. das gab es schon oft bei noch nicht lancierten internationalen Diensten (zB damals 2005 vor dem Start des iTunes Stores in der Schweiz und später auch beim Film-Angebot…). 12 könnte ein Platzhalter gewesen sein, oder aber jetzt die 12.90 … wir werden es sehen. Vielleicht wird die Angabe noch öfter angepasst bis zum Launch…

Kommentar von bertme (#28863)

@bertme: Du hast natürlich recht mit den Lokalmietpreisen etc… nur dass dieses Argument, welches bei der Waschmaschinenanalogie tatsächlich gilt, beim Apple Music-Abo eben gerade nicht zählt ....
Ich vermute, das machen mittlerweile alle internationalen Firmen so…

Ja und Nein (wieder :-)). Es läuft in etwa so, wie Du beschrieben hast. Wobei Verrechnungen Intercompany (von einer zur anderen Gesellschaft) eben nicht ohne weiteres selbst bestimmt sind. Da gibt es schon noch internationale Regeln. Hingegen muss dann eben die lokale Geschäftseinheit eine Lizenzgebühr errichten, für das dass sie das Logo, die Marke etc im Land führen darf. So verschwindet das Geld dann aus dem Land und landet dort, wo keine Unternehmenssteuern anfallen. Ja, es ist gängige Praxis bei vielen international tätigen Konzernen. Nennt sich “Double Irish With a Dutch Sandwich”. Zumindest das Steuermodell. Dann eben noch den Trick dazu mit der Lizenzabgabe.

Der Musik-Store hat (vielleicht, ich weiss es schlicht nicht) keine Mitarbeiter in der CH. Local content kannst Du auch mit einem Schweizer in Irland machen, der nur etwa 1/3 kostet. Aber es ist nicht so als hätte Apple keine Mitarbeiter hier. Das wollte ich zu bedenken geben. Dass Apple, wie auch (fast) jedes andere Unternehmen, den Gewinn so hoch wie möglich einfahren möchte - keine Frage. Ich arbeite ja auch um Geld zu verdienen. Und je mehr desto besser. Dafür schäme ich mich nicht. Und, immer noch, ich finde den Preis für Apple Music in Ordnung. Zumal wir fünf sind in der Familie und dann ist es pro User wirklich super. Ob ich es dann abonniere oder nicht? Ich bin old school und werde das streaming sehr genau verfolgen. Es gibt noch viele andere Fragen die mir noch nicht beantwortet sind. Der Preis ist da relativ.

Kommentar von Grumbl-fyx (#28889)

@bertme: Danke für die spannenden Ausführungen… ich habe gewusst, dass ich als Wirtschaftslaie hier viel zuwenig über diese Lizenz- und sonstigen Intercompany-Sachen weiss… sehr spannend… “Double Irish with a Dutch Sandwich”….lol… auf Wikipedia findet man den tollen Satz: “Under the new rules, companies not already operating in the country may not pursue the “Double Irish” scheme as of January 2015; those already engaging in the tax avoidance scheme have a five year window until 2020 to find another arrangement.” … ROFL!

Ich glaube, ich stimme wirklich in allen Punkten mit Dir überein, ich halte den Preis auch für ok, nur der Hochpreisinseleffekt als solchen ärgert mich (solange er für mehr als nur die Sicherstellung der höheren Mindestlöhne herangezogen wird).

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